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Wenn das Gehirn außer Kontrolle gerät

Das Epilepsiezentrum Kleinwachau startet einen ungewöhnlichen Fotowettbewerb.

© Alexander Nuck

Für Außenstehende ist es nach wie vor eine Krankheit, der sie sich nur schwer nähern können. Epilepsie. Seit Jahren bemüht sich das Epilepsiezentrum Kleinwachau im Radeberger Ortsteil Liegau-Augustusbad deshalb um einen öffentlicheren Umgang mit der Krankheit – jetzt soll zudem ein ungewöhnlicher Fotowettbewerb dabei helfen, für mehr Offenheit und auch Interesse zu sorgen.

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„Außer Kontrolle“ lautet dabei das Motto des Wettbewerbs, insgesamt stehen dafür tausend Euro Preisgeld bereit. Das Epilepsiezentrum sucht nun die spannendsten, bewegendsten, kreativsten und eigenwilligsten Fotoideen, heißt es dazu. Es sollen Momente abgebildet werden, in denen die Krankheit Epilepsie das Leben „Außer Kontrolle“ geraten lässt. Schnappschüsse, Porträts, Collagen oder Fotoserien, alles ist möglich. Jeder Teilnehmer kann bis zu drei Fotos einschicken, Einsendeschluss ist der 15. März. Die Preisvergabe findet dann am 25. April im Rahmen des Patiententages Epilepsie im Internationalen Congress Center Dresden statt.

Die SZ kam zur Idee des Wettbewerbs mit Dr. Thomas Mayer ins Gespräch, dem Chefarzt des Epilepsiezentrums Kleinwachau:

Herr Dr. Mayer, was erhoffen Sie sich von dem Fotowettbewerb?

Der Fotowettbewerb ist ein Versuch, den sperrigen Begriff Epilepsie in konkreten Bildern darzustellen. Ich bin gespannt darauf, auf welche Art und Weise die Teilnehmer den mit einem Anfall einhergehenden Kontrollverlust in einem Foto umsetzen werden. Da rechne ich mit wirklich unterschiedlichen und zugleich spannenden Ergebnissen.

Welche Teilnehmer erwarten Sie?

Epilepsieanfälle lösen immer noch sehr viel Angst vor allem im Umfeld der Betroffenen aus. Mit der kreativen Auseinandersetzung können die Menschen gerade dieser Angst begegnen. Betroffene selbst können mit Fotos die Kontrollverluste auf kreative Art und Weise erfahrbar machen. Das Thema bietet also eine durchaus spannende Vielfalt in der Umsetzung und kann letztendlich sogar dazu beitragen, offen über die Krankheit zu reden und Ängste abzubauen.

Ist es aus Ihrer Sicht denn schwierig, Epilepsie abzubilden?

Ein epileptischer Anfall hat einfach kein festes Bild, jeder Anfall ist anders. Gerade deswegen ist es so spannend, wie die Menschen diese Erfahrungen oder auch Vorstellungen in Fotos umsetzen werden.

Epilepsie ist für viele ja eine mit vielen Mythen umwobene Krankheit. Was ist Epilepsie eigentlich?

Epilepsie ist eine Krankheit, bei der es wiederholt zu kurzen, plötzlichen Funktionsstörungen des Gehirns und damit zum Auftreten von epileptischen Anfällen kommt. Weltweit ist knapp ein Prozent der Bevölkerung an Epilepsie erkrankt. In Deutschland sind das demzufolge bis zu 800 000 Menschen.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, um an Epilepsie zu erkranken?

Epilepsie kann jeden treffen. Schlaganfall, Unfall oder Hirnentzündung sind einige Beispiele, die zu einer Epilepsie führen können. Man nimmt an, dass fünf Prozent aller Menschen einmal im Leben einen epileptischen Anfall bekommen. Das sind in Deutschland also rund vier Millionen Menschen.

Der Fotowettbewerb „Außer Kontrolle“ läuft bis zum 15. März. Die Bilder können ausschließlich in digitaler Form über die extra eingerichtete Internetseite eingereicht werden. Eine Jury wählt unter allen Einreichungen die drei besten Fotos aus. Die Gewinner werden dann ebenfalls auf der Internetseite veröffentlicht und persönlich informiert: www.epilepsie2015.de

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