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Familie

Wenn das Kind ein Geschwisterchen will

Wenn Kinder beharrlich um ein Schwesterchen oder Brüderchen betteln, ist die Frage: Was fehlt dem Kind? Und wie reagieren Eltern am besten?

Geschwister zu haben ist für viele Kinder etwas ganz Tolles. Dass es auch viele Gründe gegen zusätzlichen Nachwuchs geben kann, verstehen besonders kleine Kinder nur schwer.
Geschwister zu haben ist für viele Kinder etwas ganz Tolles. Dass es auch viele Gründe gegen zusätzlichen Nachwuchs geben kann, verstehen besonders kleine Kinder nur schwer. ©  pixabay.com/Bessi

Fürth. Wenn sich Kinder bei jeder Gelegenheit ein Geschwisterchen wünschen, kommen Eltern in die Zwickmühle - vor allem, wenn kein weiteres Kind geplant ist. Aber wie sage ich es dem Nachwuchs?

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"Diesen Wunsch sollten Eltern zunächst ernst nehmen und ergründen was dahinter steckt", sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Er würde das Kind zunächst fragen: "Was wäre denn anders, wenn du ein Geschwisterchen hast?" Die Antwort könnte offenbaren, ob dem Kind etwas fehlt.

Oft stecke ein bestimmtes Bedürfnis hinter solch einem Wunsch. "Vielleicht hat es das Kind bei anderen Kindern so gesehen und fand es schön. Oder fühlt es sich allein? Hofft es, das würde sich mit einem Geschwisterchen ändern?", zählt der Erziehungsberater mögliche Gründe auf. Er rät Eltern, dennoch eine klare Haltung einzunehmen und dem Kind mitzuteilen: "Das ist eine tolle Vorstellung, wir wollen aber nicht!"

Keine negativen Gefühle im Kind wecken

Wenn diese Antwort dem Kind nicht reicht, sollten aber auf keinen Fall Sätze fallen, wie: "Du bist schon anstrengend genug." oder "Bloß nicht noch so einen von deiner Sorte." Besser sei es zu sagen: "Wir sind so richtig zufrieden, wie es ist." Oder: "Wir sind total zufrieden mit dir, du bist uns genug."

Weitere Gründe wie eine schwere Geburt, finanzielle Sorgen, laufende Ratenkredite sind nach Ansicht von Ritzer-Sachs nichts, was man mit dem Kind bespricht. Das könne man frühestens in der Pubertät tun. Dann würde der Pädagoge es etwa so sagen: "Damals war das vor allem eine finanzielle Entscheidung gegen ein weiteres Kind." (dpa/tmn)