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Geld und Recht

Wenn der erste Schnee fällt

Dieses Jahr fängt der Winter gefühlt sehr früh an.

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Bild von Pexels auf Pixabay © https://pixabay.com/de/photos/schnee-straße-winter

Bereits Mitte November sind die Autoscheiben vereist und morgens auf der Fahrt ins Büro sind die Straßen in Sachsen teilweise schon jetzt spiegelglatt. Höchste Zeit also, auf Winterräder umzusteigen und das Mofa in der Garage stehen zu lassen. Wer sich außerdem aufmachen möchte ins nahe gelegene Erzgebirge, um vor dem ersten Schnee noch eine erfrischende Wanderung in den Bergen zu unternehmen, sollte spätestens in ein paar Wochen solide Schneeketten im Gepäck dabei haben. Nicht nur im nahen Erzgebirge kommt man auf verschneiter Straße mit den richtigen Schneeketten einfach viel besser voran, mancherorts ist sogar mit hohen Bußgeldern zu rechnen, wenn keine Schneeketten trotz entsprechender Beschilderung aufgezogen werden. Im Stadtverkehr werden jedoch keine Schneeketten benötigt, da der Winterdienst in Sachsen meist zuverlässig fährt.

Welche Schneeketten passen auf mein Auto?

Es gibt verschiedene Systeme, mit denen Schneeketten über den Autoreifen befestigt werden können. Um sich für den Ernstfall gut vorzubereite n und mit dem jeweiligen System vertraut zu machen, empfiehlt es sich, das Aufziehen der Schneeketten zu Hause einige Male zu üben und bereits vor Beginn der Fahrt ins Gebirge Schneeketten aufzuziehen. Vor dem Kauf einer Schneekette sollten Sie sich auch über passende Schneeketten informieren, denn für den Einsatz bei Autos mit Front- und Heckantrieb ist unter Umständen nicht jede Schneekette gleich gut geeignet.

Auch, wenn Schneeketten bei Auto-Tuning-Fans nicht gern gesehen sind, und sich auch nicht auf jedes tiefergelegte Fahrzeug aufziehen lassen, gibt es doch etliche Gegenden in Deutschland, in denen zumindest das Mitführen von Schneeketten Pflicht ist. Auch für den Urlaub im südlichen Ausland kann es verpflichtend sein, auf Verlangen einen Satz Schneeketten bei Polizeikontrollen vorzeigen zu können.

Was gilt es auf der winterlichen Fahrbahn noch zu beachten?

Das eigene Fahrverhalten sollte den Witterungsbedingungen stets angepasst werden. Wer mit Schneeketten fährt, muss außerdem die zulässige Höchstgeschwindigkeit beachten. Diese liegt in Deutschland bei maximal 50 km/h, auch außerhalb geschlossener Ortschaften. In Österreich geht es da etwas liberaler zu, hier gilt es, sich nach den Angaben des Herstellers zu richten. Empfohlen wird jedoch auch hier, eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h nicht zu überschreiten; ebenso sieht es beim Fahren mit Schneeketten in der Schweiz aus. In Italien sieht die Gesetzeslage ähnlich wie in Deutschland aus, hier gilt die per Gesetz vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. In Italien, der Schweiz und Österreich gibt es vermehrt Regionen, in denen im Winter mit Schneeketten gefahren werden muss, in Deutschland ist dies meist nicht der Fall.

Ob Winter- oder Alljahresreifen für das Befahren von winterlich verschneiten Straßen aufgezogen werden, wird auf deutschen Straßen nicht durch die Straßenverkehrsordnung geregelt. Sommerreifen sind jedoch nicht geeignet, wenn Schnee und Eis die Straßen bedecken. Kommt es bei entsprechender Witterung im Winter mit Sommerreifen zu einem Autounfall, kann es gut sein, dass die Haftpflichtversicherung nicht einspringt und sowohl der eigene, als auch der Schaden des Gegners aus eigener Tasche finanziert werden müssen. Bei Schnee und Eis sollte nicht nur langsamer gefahren werden, auch der Abstand zum Vordermann sollte etwas vergrößert werden. Muss dieser abrupt bremsen, kann es auf verschneiter Fahrbahn sonst schnell dazu kommen, dass der eigene Wagen ausbricht, ins Schleudern gerät oder die Fahrspur verlässt. Auf glatten Straßen sollte ausschließlich mit der Stotterbremse gebremst werden, weil dann die Räder nicht blockieren. Geschieht dies, lässt sich der Wagen nicht mehr lenken.

Gibt es im Winter mehr Verkehrsunfälle als im Sommer?

Insgesamt ist die Anzahl der Verkehrsunfälle auf sächsischen Straßen rückläufig, so zieht die sächsische Polizei vor dem Wintereinbruch 2019 ein Resümee. Jedoch kommen immer häufiger Personen zu Schaden bei Unfällen in Sachsen, die Anzahl an Personenschäden bei Verkehrsunfällen stieg 2018 auf mehr als vier Prozent an. Das Statistische Bundesamt meldet, dass sich die Zahl der Unfälle im Straßenverkehr in den Wintermonaten im Vergleich zum Vorjahr um ganze 30 Prozent gesteigert hat. Die meisten Verkehrsunfälle mit Personenschaden passieren aber tatsächlich im Sommer. Dies mag vermutlich nicht zuletzt darin begründet sein, dass im Sommer auch viel mit dem Motorrad und anderen Fahrzeugen gefahren wird, die ein Saison-Kennzeichen besitzen und im Winter in der Garage bleiben.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur M. Katz.