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Wenn der Kaiser singt, tanzt sein Volk

Roland Kaiser und die Dresdner – das ist eine belastbare Beziehung. Darauf einen St. Georgs Orden.

© Andreas Weihs

Von Nadja Laske

Er ist ja nicht das einzige Dresdner Phänomen. Aber das konstantere. Nirgendwo sonst jubeln die Fans Roland Kaiser so zu, wie hier. Absolute Extreme erlebt die Stadt jeden Sommer am Elbufer zur Kaiser-Mania. „Der Roland muss bei euch ja nur Hallo rufen, da sind schon 30 000 da“, sagt Schlagerkollege Jürgen Drews, am Rand des Balles. Ganz so viele waren es auf dem Theaterplatz nicht, aber genug für ein vielstimmiges Loblied auf das Fest draußen, den Pomp drinnen und die ganze Stadt. Ihr ist der Sänger besonders zugetan.

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„Man darf sich keinen Fehler erlauben“

Das Nachwuchstalent des DSC kämpfte in der Vergangenheit mit vielen Verletzungen, gewann aber trotzdem schon einige Wettkämpfe.

Dass er hier nicht nur die Sahne abschöpft, sondern sich wirklich verbunden fühlt, erlebten jüngst die Besucher einer Demo für Weltoffenheit auf dem Neumarkt. Über das Statement ihres Rolis gegen fremdenfeindlichen Irrwitz war manch Fan echt sauer. Auf dem Semper-Open-Air-Ball aber sollte es kein Gut und Böse geben sondern ein großes singendes Wir. Und zwar nach extra für diesen Abend komponierten Klängen und Dresden auf den Leib getexteten Zeilen: Der Kaiserwalzer zum Ball-Jubiläum. Das Zeug zum Ohrwurm hat die neue Dresden-Hymne, eine echte Chance, um ein aufgeschnapptes „Atemlos“ von Helene Fischer erfolgreich aus dem Gehörgang zu vertreiben. Und das will was heißen.

Erstaunliche Textsicherheit haben die Gäste auf dem Theaterplatz bewiesen und laut mitgesungen. Gut gemachte Hausaufgaben. Die Strophen waren schon Wochen vor dem Ereignis im Internet zu finden. Beruhigendes Fazit: Kein Riss geht durch die Fangemeinde, kleine Störer haben keine Chance, der Kaisersommer wird kommen. Und Roli hat ihn doch verdient, den St. Georgs Orden. Den hatte Ball-Chef Hans-Joachim Frey all die Zeit hinterm Rücken versteckt und auf dem Theaterplatz als Überraschung gezückt.