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Wenn der Mond verschwindet

In diesem Jahr gibt es am Sternenhimmel viel zu sehen. Der astronomische Höhepunkt steht Ende Juli an.

© dpa

Von Maik Brückner

Glashütte. Wer noch kein Fernrohr hat, der sollte sich eins zulegen. Denn in diesem Jahr gibt es einiges am Sternenhimmel zu beobachten. Dazu trägt nicht nur der Mond bei, der im Schatten der Erde verschwinden wird. Auch Planeten werden gut zu sehen sein. Der Hobby-Astronom Jörg Klein, der auch Führungen in der Glashütter Sternwarte anbietet, hat für die SZ die Höhepunkte zusammengestellt. Die gute Nachricht vorweg: „Vieles wird sich mit dem Feldstecher und mit dem Fernrohr beobachten lassen.“

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Der Jupiter wird im Mai gut zu sehen sein. In den späten Abendstunden taucht dieser Planet am südlichen Himmel auf. © dpa
Der Mars zeigt sich u. a. Anfang April am südlichen Himmel. Er wird neben dem Mond und dem Saturn stehen. © dpa

Astronomische Reise durchs Jahr

März: Venus und Merkur tauchen im Westen auf
Gleich zwei Planeten werden Mitte März tief im Westen des Sternenhimmels zu sehen sein. Neben der Venus, die immer wieder mal gut zu beobachten ist, wird in ihrer unmittelbaren Nähe auch der Merkur auftauchen. „Weil er klein ist, ist er sehr schwer zu finden“, sagt Jörg Klein. Am 15. März ist das anders. Wer die Venus entdeckt hat, findet auch den Merkur. Jörg Klein hat eine Eselsbrücke parat: Beobachter sollten mit dem Daumen arbeiten. „Eine Daumenlänge nach rechts und zwei nach oben.“ Da steht der Merkur. Gut zu sehen sein wird er zwischen 18 und 19 Uhr.

April: Farbenspiel am östlichen Sternenhimmel
In den Morgenstunden am 7. und 8. April wird es eine ungewöhnliche Konstellation am östlichen Himmel geben. Jeweils zwischen 5 und 6 Uhr werden hier Mond, Mars und Saturn dicht nebeneinander stehen. Besonders schön werden die Farben wirken, sagt Hobby-Astronom Klein. „Am hellsten ist der Mond.“ Daneben erscheinen der hellrote Mars und der blasgelbliche Saturn. „Das schöne Farbspiel ist nur frühmorgens zu sehen, danach ist es zu hell“, sagt Klein.

Mai: Jupiter zeigt sich am südlichen Firmament
Im späten Frühjahr lässt sich ein Planet am späten Abend gut beobachten. Im Mai wird Jupiter tief im Süden zu sehen sein.

Juni: Die Venus neben der Mondsichel
Einen Monat später, im Juni, steht dort der Saturn, erklärt Klein. Mitte Juni taucht am westlichen Himmel die Venus auf. Sie wird neben einer schmalen Mondsichel am 16. Juni gegen 22 Uhr zu sehen sein. „Sie ist etwas dunkler als der Mond“, sagt Jörg Klein.

Juli: Der Mond im Schatten der Erde
Der Höhepunkt im astronomischen Jahr steht im Sommer an. „Am 27. Juli gibt es eine totale Mondfinsternis“, sagt Klein. Das kommt Hobby-Astronomen entgegen, denn es handelt sich um einen Freitag. Der Mond verschwindet im Schatten der Erde. Das Spektakel lässt sich bei klarem Himmel mit dem bloßen Auge gut beobachten. Los geht es gegen 21 Uhr. Gegen 1 Uhr wird der Mond wieder aus dem Erdschatten herausgetreten sein. Der Erdtrabant wird als tiefrote Scheibe zu sehen sein. Damit nicht genug. Etwa eine Handbreit neben dem Mond wird der Mars auftauchen. Zu erkennen ist er an seiner hellroten Farbe.

August: Meteorstrom der Perseiden am Sternenhimmel
Im August ist es wieder soweit. Wer abergläubisch ist und hofft, dass einem Sternschnuppen Wünsche erfüllen, sollte am 11. und 12. August wach bleiben und in den Himmel schauen. Denn es ist wieder die Zeit der Perseiden. „Der Meteorstrom lässt sich in diesem Jahr gut beobachten, weil der ideale Zeitpunkt auf die Nacht von Sonnabend auf Sonntag fällt“, sagt Klein. Die größte Zahl an Sternschnuppen soll es gegen 22.30 Uhr geben.

November: Leoniden kontra Halbmond
Die Sternschnuppen der Leoniden werden zwischen dem 14. und dem 21. November am Himmel auftauchen. Allerdings werden sie nicht so gut zu sehen sein. Es gibt Halbmond, sagt Klein. Der Erdtrabant strahlt so hell, dass andere Himmelskörper nur schwer zu erkennen sind.

Dezember: Neptun und Mars am südlichen Himmel
Ein selten zu beobachtender Planet taucht am 7. Dezember am südlichen Himmel auf, der Planet Neptun. Sein Durchmesser ist viermal so groß wie der der Erde. Damit ist er der viertgrößte Planet unseres Sonnensystems. Doch aufgrund der Entfernung wird auch er nur als kleiner Punkt am Himmel erscheinen, in seiner typisch bläulichen Farbe. Leider gibt es in dieser Nacht auch Vollmond. Dieser strahlt so hell, dass der Neptun stundenweise nicht mehr zu sehen sein wird. Deshalb muss man das kurze Zeitfenster zwischen Sonnenuntergang und Mondaufgang und zwischen Monduntergang und Sonnenaufgang nutzen, sagt Klein. Demnach wird der Neptun von 17 bis 18 Uhr und am kommenden Tag in der Morgendämmerung gut zu beobachten sein. Gegen 5 Uhr ist ein guter Zeitpunkt.

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