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Wenn der Park zum Wald wird

Die Stadt lässt den Lucknerpark in Altfranken verwildern, finden die Anwohner. Doch das ist vom Amt so gewollt.

© René Meinig

Von Sophie Arlet

Sobald die Luft nach Frühling riecht, zieht es die Menschen nach draußen – zum Spazieren, Schlendern, Joggen. Die Altfrankener haben dafür den Lucknerpark entlang der Otto-Harzer-Straße. Doch Erholung an der frischen Luft finden sie dort immer seltener. Der Ärger beim Spaziergang überwiegt. „Entweder es wird alles weggeschnitten oder aber es passiert nichts und verwildert“, sagt Anwohnerin Gudrun Schütze. Nach jedem Sturm werden die alten Bäume geradezu verstümmelt, gleichzeitig blieben andere Teile der Anlage mittlerweile ganz sich selbst überlassen und sind zum Wald geworden. In diesen Teilen des Parks bleibt heruntergefallenes Geäst liegen und die Wege sind bei Nässe nicht mehr begehbar, beschreibt die Anwohnerin die Situation.

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Zuständig für die Pflege der Anlage ist das städtische Grünflächenamt. Das Gelände gehört allerdings nicht der Stadt, sondern ist nur gepachtet. „Deshalb ist jeder Ausbau nur mit Eigentümerzustimmung möglich“, teilt eine Stadtsprecherin mit. Da der Pachtvertrag in wenigen Jahren ausläuft, müsse man jetzt überlegen, ob eine langfristige Investition in neue Wege überhaupt noch sinnvoll ist. Im Park wird deshalb von der Stadt nur noch das Nötigste gemacht, momentan steht noch die Beseitigung einiger Sturmschäden aus. Dann werden wie bereits bei vergangenen Stürmen die Baumkronen stark zurückgeschnitten, um für die nötige Sicherheit der Spaziergänger zu sorgen, so das Grünflächenamt. Seit März gilt aber der Vogelschutz, die letzten Arbeiten können deshalb erst im dritten und vierten Quartal erledigt werden.

Dass der Lucknerpark an vielen Stellen zum Wald wird, wollen die Altfrankener nicht hinnehmen. In den Ortsnachrichten hat sich Ortsvorsteher Hubertus Doltze an die Anwohner gerichtet. Er sei mit dem Grünflächenamt im Gespräch. „Wir haben nochmals darauf hingewiesen, dass es sich um eine Parkanlage handelt und nicht um Wald“, so Doltze. Auch im Landschaftsplan der Stadt sei von einem Park die Rede.

Derzeit wird ein neuer Landschaftsplan erarbeitet. Er dient als Grundlage für Bauvorhaben aber auch Hochwasserschutzmaßnahmen und gibt an, wie sich Landschaftsräume in Dresden in den kommenden Jahren entwickeln sollten. Demnächst wird der Stadtrat über den neuen Entwurf abstimmen. Die Altfrankener wollen, dass ihr Park wieder eine gestaltete Anlage mit gepflegten Wegen und Bäumen wird. Das müsste dann in dem Plan hinterlegt werden. Gudrun Schütze hat deshalb einen Brief an alle Fraktionen geschickt, um auf das Problem aufmerksam zu machen.