merken

Wenn der Rennfahrernachwuchs baggert

Beim Ganztagsangebot Motocross der Mittelschule Räckelwitz ging’s jetzt nach Burkau. Nicht nur für graue Theorie.

© René Plaul

Von Manuela Paul

Elstra/Burkau. Nadine hat den Joystick in der Hand, etliche dröhnende Pferdestärken im Rücken und vor ihr den Baggerarm, der die Schaufel in die frostige Erde drückt. Eigentlich sitzt die Neuntklässlerin dienstags eher auf dem Motorrad, als im Fahrerhaus einer Baumaschine. Denn sie gehört zu den 21 Mädchen und Jungen der Oberschulen Räckelwitz und Ralbitz, die in freiwilligem Zusatzunterricht Motocross fahren lernen. Martin Spittank vom MC Jauer leitet seit fünf Jahren dieses Ganztagsangebot.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Durchblättern und viel sparen

Frisch, lebendig und lesefreundlich. Stöbern Sie hier online in den aktuellen Magazinen und Partnerangeboten.

Bei eisigen Temperaturen fällt das Training auf der Rennstrecke allerdings flach. Im Winter müssen die Schüler mit Hallentraining vorliebnehmen. Dabei werden Kraft, Koordination, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit geschult. Das ist wichtig. Aber eben nicht ganz so spannend. Deshalb sorgt ihr Trainer ab und zu auch für kleine Besonderheiten im Trainingsalltag. Diesmal war Baggern angesagt. Nächste Woche geht’s zum Schrauben in die Werkstatt.

Und nicht nur das. Im Technischen Ausbildungszentrum (TAZ) Sachsen in Burkau bekamen die Räckelwitzer Oberschüler auch Einblick in die Funktionsweise der verschiedensten Motoren- und Getriebetypen. „Theorie gehört nun einmal dazu“, so Martin Spittank. Die angehenden Rennfahrer sollen schließlich nicht nur über die Piste jagen, sondern auch wissen, wie ihr fahrbarer Untersatz eigentlich funktioniert.

Im großen Sandkasten austoben

Anhand der Querschnitt-Modelle, die es im TAZ in großer Auswahl gibt, ließ sich das Wissen auch recht anschaulich vermitteln. Die Einrichtung ist, wie der Name schon sagt, eine Ausbildungsstelle, wo angehende Maschinenführer unter anderem den Gebrauch von Bagger, Radlader und Co. lernen. Das dazugehörige Maschinen-Übungsfeld auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände ist für die Praxis-Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer vorgesehen. Auch Nadine, Emely, Julia, Alex, Fabian und ihre Schulkameraden hatten am Dienstag die Gelegenheit, sich in dem rund 500 Quadratmeter großen Sandkasten auszutoben. Diese Gelegenheit wollte sich natürlich keiner entgehen lassen. Dabei stellte sich der Nachwuchs überaus geschickt an. TAZ-Chef Jörg Lehmann war begeistert. Vor allem als Fabian den Joystick betätigte. Er ließ die Zinken der Baggerschaufel so professionell über den Boden kratzen, dass ein perfektes Rillenmuster entstand. „Es geht darum, den Löffel ganz gerade zu führen“, erklärt er. „Das macht er super.“ Auch Ausbilder Thomas Heinrich war voll des Lobes. Schon nach zwei Minuten habe der Junge begriffen, was er ihm erklärt hatte. Das sei bei seinen Lehrgangsteilnehmern nicht immer so. Es sei zwar keine Aufgabe, die zur Kammerprüfung gezeigt werden müsse, aber immerhin.

Osterüberraschung