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Wenn der Schneepflug aus Königsbrück kommt

Der Kreis baut eine neue Straßenmeisterei in der ehemaligen Militärstadt. Das hat Folgen für die Region.

© Matthias Schumann

Von Nicole Preuß

Görlitz – Immer eine Reise wert

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Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Pläne müssen vervollständigt und Genehmigungen eingeholt werden. Denn der Kreis will noch in diesem Jahr mit den ersten Arbeiten zum Bau der neuen Straßenmeisterei in Königsbrück beginnen. Das sagte jetzt der Leiter des Kreisliegenschaftsamtes Valentin Opitz auf Anfrage. „Wir möchten noch 2016 den Abbruch der Gebäude auf dem Gelände durchführen.“ Im kommenden Jahr könnten dann die tatsächlichen Bauarbeiten an dem neuen Komplex beginnen, und Weihnachten 2018 die neue Straßenmeisterei in Betrieb gehen. „Wir hoffen, den Kollegen dann damit noch rechtzeitig ein Weihnachtsgeschenk machen zu können“, sagt Opitz.

Die Pläne für die neue Straßenmeisterei liegen bereits seit Längerem auf dem Tisch. Und auch die Konsequenzen. Denn für die neue Straßenmeisterei in der ehemaligen Militärstadt werden zwei andere Standorte aufgegeben: Kamenz und Wachau. In diesen beiden Straßenmeistereien müsste einfach zu viel investiert werden. Deshalb entschied sich der Kreis für eine generelle Neustrukturierung und das Reduzieren der Standortzahl. Zuvor hatte der Kreis eine Studie zu dem Sachverhalt in Auftrag gegeben. Ihr Ergebnis war, dass der Kreis zwar nicht zu viel Personal beschäftigt, aber zu viele Standorte unterhält. Statt sechs würden fünf reichen. Momentan betreut jede Straßenmeisterei 260 bis 280 Straßenkilometer. Künftig sollen es 300 bis 350 sein. Michael Reißig ist als Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes für die Straßenmeistereien zuständig. „Wachau zu erhalten, wäre unwirtschaftlich, und auch die räumlichen Gegebenheiten sind schwierig“, sagt er. In den Standort Kamenz müsste ebenfalls investiert werden. Deshalb entschied man sich für den Neubau.

Die Wahl fiel auf Königsbrück, weil die Stadt relativ zentral im neuen Straßenmeisterei-Zuschnitt liegt. „Ziel ist, dass ein Schneepflug bei Tempo 30 in 45 Minuten jeweils die Außengrenze des Zuständigkeitsbereichs erreichen kann“, sagt Michael Reißig. Wo genau die Grenze verlaufen wird, ist noch nicht klar. Das muss erst noch genau geplant werden. Königsbrück kam aber auch in die engere Wahl, weil die Stadt eine Fläche hat, die sich eignet. Sie befindet sich am Erlichtteich. Früher war dort schon einmal eine Straßenmeisterei untergebracht. Doch das ist lange her. In den vergangenen Jahren verfiel das Gelände zusehends. Königsbrück ist nun froh, eine Lösung für die Brache direkt an der Bundesstraße gefunden zu haben.

Kamenz ist das weniger. Denn noch ist nicht klar, was aus ihrer alten Straßenmeisterei in Bernbruch gegenüber des Kauflands wird, wenn der neue Standort in Königsbrück öffnet. Der Kreis will die alte Salzlagerhalle am Siedelungsweg am Rand des Geländes weiter nutzen. Doch für die andere, weit größere Fläche gibt es noch keine Idee. „Wir werden für beide Standorte Kamenz und Wachau Ausschreibungen machen, wenn ersichtlich ist, wann Königsbrück in Betrieb geht“, sagt Valentin Opitz vom Liegenschaftsamt. „Wir wollen die Grundstücke schnell loswerden, aber wir wissen auch, dass man auf dem Immobilienmarkt manchmal Zeit haben muss.“ Der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz drängt auf ein Konzept. „Es liegt auf der Hand, dass wir mit dem Standort der Straßenmeisterei in Kamenz sehr zufrieden waren“, sagt er. Er findet es schade, dass sich der Kreistag für eine Veränderung entschieden hat, aber das könne man nun nicht mehr ändern. „In unserem Interesse ist es nun aber natürlich nicht, dass eine Brache zurückbleibt“, sagt Roland Dantz. „Und es ist natürlich auch eine Selbstverständlichkeit, dass für solche Gemeinbedarfsflächen eine Entwicklungskonzeption erstellt wird beziehungsweise solche Flächen schon mit einer Zielstellung verkauft werden.“ Wachau will das alte Gelände der Straßenmeisterei kaufen. Kamenz sieht erst einmal den Kreis in der Pflicht.

Der Winterdienst wird sich mit dem neuen Zuschnitt der Straßenmeistereien ändern. Denn der Kreis will die neuen Bezirke so legen, dass große Straßen nun von einer Straßenmeisterei betreut werden. Bisher war das nicht der Fall. Und so konnte es sein, dass ein Teil der Kamenzer Umgehungsstraße schon geschoben war und der andere noch nicht. Das sorgte regelmäßig für Ärger bei den Autofahrern. „Das wird sich nun ändern“, sagt Michael Reißig. Zudem sollen auch verstärkt private Unternehmen in die Arbeiten der Straßenmeisterei mit eingebunden werden. So sieht es die Fachaufsicht vor. 32 Mitarbeiter werden in Königsbrück arbeiten. Der Landkreis möchte insgesamt 6,2 Millionen Euro in den Neubau der Straßenmeisterei an der Bundesstraße investieren.

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