Infomercial

Wenn der Wert des Geldes plötzlich sinkt: Gewinner und Verlierer der Inflation

Die Inflation hat Deutschland voll erfasst. Im Zeitraum von Juli 2020 bis Juli 2021 sind die Lebenshaltungskosten in der Bundesrepublik um fast 4 Prozent und damit so stark gestiegen, wie zuletzt vor 25 Jahren.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind gewaltig und betreffen Familien genauso wie Unternehmen und nicht zuletzt den Staat. Gleichwohl gibt es inmitten der Inflation nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Denn vom Verfall des Geldes lässt sich durchaus profitieren.

Die Inflation als Schreckensszenario der Deutschen

Der Begriff Inflation ruft bei vielen Deutschen als absolutes Schreckensszenario hervor. Der Grund hierfür liegt in der weithin bekannten Hyperinflation in den 1920er Jahren. Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Wirtschaft Deutschlands am Boden und der Staat konnte seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Als scheinbar einziger Ausweg wurde seinerzeit die Herstellung von immer mehr Geld durch die Notenbank gesehen - eine Idee, die zu stark steigenden Preisen und letztlich zum Zusammenbruch des gesamten Währungssystems führte. Im Zuge der damaligen Inflation kam es dazu, dass die Kosten für den Erwerb von Produkten und Dienstleistungen massiv anwuchsen und die Kaufkraft des Geldes in gleichem Maße abnahm. Nun - so fürchten nicht wenige Deutsche - scheint sich diese Entwicklung vor unseren Augen zu wiederholen. Fast genau 100 Jahre später. Und in der Tat: Die Ausgangslage (große wirtschaftliche Probleme infolge einer globalen Krise) und die Reaktion (die Schaffung von immer mehr Geld ohne reellen Gegenwert) sind durchaus vergleichbar. Auch gibt es wieder Gewinner und Verlierer der Inflation.

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

Eine Entwicklung mit Ansage?

Kritische Bemerkungen über eine drohende Inflation galten noch gegen Ende des vergangenen Jahres als Verschwörungstheorie. Nicht einmal die größten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute rechneten mit einem so massiven Preisanstieg und verorteten die Inflationsraten im Bereich zwischen 1,2 und 1,6 Prozent. Sogar die Deutsche Bundesbank prognostizierte maximal eine moderate Verteuerung von 1,8 Prozent. Wer hingegen über den Tellerrand von medialer Meinungsmache und politischen Beschwichtigungen blickte, die anhaltende Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in seine Überlegungen einbezog und das sonore Geräusch der rund um die Uhr laufenden Druckerpressen der Banknotenhersteller im Ohr hatte, für den kam die jetzt bekanntgegebene Inflationsrate von knapp 4 Prozent kaum überraschend.

Häuslebauer, Start-ups, Verbraucherkreditnehmer sind die Gewinner der Inflation

Sofern es Gewinner der Inflation gibt, so sind das grundsätzlich all jene, die Kredite aufgenommen haben. Neben Häuslebauern und vielen Start-up-Unternehmen gehören vor allem Verbraucherkreditnehmer zur Gruppe derer, die bei steigenden Inflationsraten ihre Verbindlichkeiten leichter tilgen können. Überdies wirkt sich hier die Null- oder Negativzinsphase der EZB günstig aus und verhilft zu billigem Baugeld und attraktiven Kapitalbeschaffungen. Auch kleinere Banken, die über nur wenig eigene Mittel verfügen und sich das benötigte Kapital bei der EZB zinsgünstig beschaffen und dann teurer an ihre Kunden weitergeben, zählen zu den Profiteuren der Inflation.

Der Staat - Gewinner oder Verlierer der Inflation?

Wer die Frage nach den Profiteuren der Inflation stellt, landet meist schnell bei der Vermutung, dass auch der Staat zu den größten Gewinnern gehören könnte. Schließlich hat die Öffentliche Hand Schulden in Milliardenhöhe und kann derartige Verbindlichkeiten nun leichter zurückzahlen. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn der allgemeine Preisanstieg belastet auch den Staatshaushalt und erfordert vielfach sogar die Aufnahme neuer Kredite. Hinzu kommt, dass die Negativzinspolitik der EZB gegenwärtig dazu führt, dass sich aus Staatsschulden sogar Zinseinnahmen erwirtschaften lassen und mittels Umfinanzierung alte Kredite ersetzt werden können. Insofern gehört der Staat vordergründig eher nicht zu den Gewinnern der Inflation.

Herausforderung für Familien und Menschen mit geringem Einkommen

Die aufkommende Inflation wirkt sich in erster Linie auf Familien und Menschen mit geringem Einkommen negativ aus. Dies vor allem deshalb, weil Grundnahrungsmittel, Energie und Bekleidung zu den am meisten benötigten Produkten privater Haushalte gehören. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren die größten Preissteigerungen zu finden bei:

- Heizöl (53,6 Prozent Verteuerung),
- Kraftstoffen (24,7 Prozent Verteuerung),
- Bekleidungsartikeln (6,2 Prozent Verteuerung),
- Fahrzeugen (5,2 Prozent Verteuerung),
- und Nahrungsmitteln (4,3 Prozent Verteuerung).

Vor allem Pendler und Menschen, die auf dem Land leben, können ein Lied von der Preisentwicklung singen. So reißen die ständig steigenden Treibstoffkosten hier ein immer größer werdendes Loch in die ohnehin schon strapazierte Haushaltskasse. Hinzu kommen Ausgaben für die Wartung und Reparatur des eigenen Pkw, die wegen der nach oben kletternden Ersatzteilkosten ebenfalls zu Buche schlagen.

Zu den größten Verlierern gehören auch die Sparer

Abgesehen von den direkten Auswirkungen der Inflation auf das tägliche Leben stellt die aktuelle Situation auch all jene vor Probleme, die sich getreu der gebetsmühlenartig vorgetragenen Aufforderung um eine private Altersvorsorge gekümmert haben. Insbesondere Guthaben auf Tages- und Festgeldkonten sind nun nicht nur von den üppigen Verwahrentgelten der Banken und Sparkassen betroffen, sondern verlieren durch die Abwertung permanent an Kaufkraft. So hat eine Sparsumme von 50.000 EUR bei einer Inflation von vier Prozent nach zehn Jahren nur noch einen realistischen Wert von 33.778,21 EUR - ein Verlust der Kaufkraft von mehr als 32 Prozent! Und nach 30 Jahren beträgt der Kaufkraftverlust des gesparten Geldes bei einer gleichbleibend hohen Inflation dann sogar knapp 70 Prozent. Kein Wunder, dass besorgte Sparer nach Alternativen suchen, um die Auswirkungen der Inflation auf Ihr mühsam zusammengetragenes Vermögen zu begrenzen.

Was tun, wenn das gesparte Geld immer weniger wert wird?

Welche Möglichkeiten gibt es, angespartes Kapital auch während einer hohen Inflationsrate vor einem Kaufkraftverlust zu schützen und derartige Krisenphasen einigermaßen unbeschadet zu überstehen? Zunächst kommt hier eine Anlage in Sachwerte wie Immobilien und Edelmetalle infrage. Da Häuser und Grundstücke sich vielerorts jedoch maßlos überteuert präsentieren, dürften Gold und Silber dabei die bessere Wahl sein. Etwas risikobereitere Investoren könnten zudem mit Aktien gut bedient sein, da sich deren Wert mit steigenden Verbraucherpreisen meist parallel erhöht. In jedem Fall ist eine breite Streuung des Vermögens zu empfehlen, um nicht zu den Verlierern der Inflation zu gehören.

Mehr zum Thema Geld und Recht