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Wenn die Bahn Bus fährt

Die KVG hat in den vergangenen Monaten so viel Schienenersatz gefahren, wie noch nie. Neue Herausforderungen warten.

© Archivfoto: Rafael Sampedro

Von Anja Beutler

Eigentlich wäre für die Buslenker bei der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG) jetzt die Zeit, etwas durchzuschnaufen. Denn von Mitte August 2017 bis weit in den Februar hinein ist das Unternehmen so viele Schienenersatzverkehre gefahren, wie wohl noch nie. „Das war schon außergewöhnlich“, betont KVG-Chef Alfons Dienel und seufzt beim Blick auf den aktuellen Dienstplan: „Jetzt haben wir Grippewelle.“

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Verkehrsunternehmen wie die KVG beteiligen sich regelmäßig an Ausschreibungen der Deutschen Bahn, um die Aufträge für Schienenersatzverkehre zu erhalten. Gerade über derartige Einnahmen und Geschäfte ist es Dienel und seinen Kollegen in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, die KVG auf solide Füße zu stellen. Das Unternehmen ist dabei bislang sehr erfolgreich gewesen.

Mit Blick auf die Ausschreibungsunterlagen wisse man natürlich schon, was auf sie zukommen könne, bestätigt Dienel. Aber einige Unbekannte seien eben auch immer dabei: „Wir erfahren erst rund vier Wochen zuvor, ob wir den Auftrag erhalten und können dann mit den Vorbereitungen beginnen.“ Hinzu kommen aber eben Bauzeitverlängerungen am Schienennetz – wie im Fall Zittau. Eigentlich war bis Ende Dezember geplant, dass statt Loks die Busse rollen. Am Ende ging es bis 9. Februar auf den Strecken Zittau–Ebersbach, Seifhennersdorf–Zittau–Hradek und Zittau–Hagenwerder.

Die neuen Herausforderungen stehen schon vor der Tür: „Vom 23. bis 25. März, also über das Wochenende fahren wir Dresden–Radeberg–Bischofswerda–Bautzen“, schaut Dienel voraus. Statt der sonst üblichen 20 Wochenenddienste, die es einzuteilen gelte, sind dann 57 nötig. Das ist eine personelle Herausforderung, zumal die KVG die Fahrer für eine gute Streckenkenntnis extra schult. „Es kann ja schließlich immer etwas sein und da muss der Fahrer wissen, welche Alternativen es gibt“, betont Dienel. Und mit Blick auf die nötigen Fahrten habe man in diesem Februar noch einmal 15 Kollegen für die Strecken zwischen Dresden und Zittau sowie Görlitz fit gemacht, erklärt der KVG-Chef.

Wie groß dann der Aufwand für die Sanierung der Tongasse-Brücke in Zittau im Juli sein wird, ist noch unklar. Aber auch dort gilt es, über zwei Wochen die Züge mit dem Bus zu ersetzen. „Da erhalten wir erst noch die Informationen, wie viele Strecken genau zu ersetzen sind“, sagt Dienel.