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Wenn die eigene Kraft nicht reicht

Psychische Krankheit ist ein unsichtbares Leiden. Vier Frauen sind froh, neben Unterstützung auch finanzielle Hilfe zu erhalten.

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© Anne Hübschmann

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Die vier Frauen, die an diesem Nachmittag im Diakonie-Zentrum in der Braugasse sitzen, sind ganz unterschiedlich drauf. Zwei ältere Damen, Frau S. und Frau R. wohnen mit Betreuung, Frau So. macht einen ganz aufgeräumten Eindruck und geht gelegentlich noch arbeiten. Frau D. ist eigentlich auch wegen ihres Sohnes hier. Sie alle erhielten über die Diakonie bzw. den Betreuungsverein eine Unterstützung der Stiftung Lichtblick. Weil sie mit ihren psychischen Problemen nicht erkannt werden wollen, bleibt ihr vollständiger Name im Raum. Doch alle Frauen äußern Dankbarkeit – für das Geld, das für sie unproblematisch bereitgestellt wurde.

Zwei Frauen konnten dadurch an einer Gruppen-Ferienfreizeit im Sommer für eine Woche in Schneeberg teilnehmen. Das war ihr einziger Urlaub. „Es war richtig schön, wir waren baden, haben Bowling gespielt und Minigolf“, erzählt Frau R. Auch Frau S. hat sich sehr gefreut, dass sie mitfahren konnte und mal rauskam. Allein in die Ferien – das wäre nichts geworden.

Frau So. allerdings braucht Lichtblicke im Winter, denn dann wird sie depressiv. „Im Sommer hab ich ja meinen Garten“, sagt sie. Ihr konnte bei der Anschaffung eines Kühlschranks bzw. einer Waschmaschine geholfen werden. Die waren hinfällig. Frau So. hätte lange sparen müssen und auf anderes verzichten, um sich am Ende doch nur Billiggeräte im Baumarkt leisten zu können. „Für mich hat sich das gelohnt“, drückt sie ihre Freude aus. Seit vielen Jahren kommt sie hier in die Selbsthilfegruppe der Diakonie.

„Da fällt man durch alle Netze“

So hilft man

Am 29. Oktober 2016 startete Lichtblick die 21. Spendenaktion. Im Dezember 1996 bat Lichtblick erstmals um Spenden für Menschen, die in Not geraten sind.

Der Überweisungsbeleg gilt bis 200 Euro als Spendenquittung. Für größere Spenden senden wir bei Angabe der Adresse eine Bescheinigung.

Ihr Kontakt: Hilfesuchende wenden sich an Sozialverbände, Sozialämter und Vereine, mit denen Lichtblick kooperiert.

Erreichbar ist Lichtblick montags bis donnerstags 9 bis 16 Uhr, Telefon 0351 4864-2846, Fax -9661, E-Mail: [email protected] Post: Sächsische Zeitung, Stiftung Lichtblick, 01055 Dresden, Internet: www.lichtblick-sachsen.de

Konto-Nummer: Ostsächsische Sparkasse Dresden
IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74

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Frau D. ist psychisch angeschlagen, weil sie einen behinderten Sohn hat und keine Hilfe von ihren Angehörigen erhält. „Mein Junge hat eine seltene Krankheit, ich klage seit vier Jahren, dass er eine höhere Pflegestufe bekommt“, so die alleinerziehende junge Mutter. Sie weiß, dass sich der Zustand ihres Kindes ein Leben lang nicht bessern wird. „Da fällt man durch alle Netze“, sagt Frau D. und bekommt Tränen in den Augen. Sie muss jetzt vieles tun, was eigentlich in ärztliche Obhut gehört.

Bei ihr konnte „Lichtblick“ dafür sorgen, dass Geld für neue Bekleidung vorhanden war. „Außerdem konnte ich mal vier Tage mit meinem Sohn Urlaub an der Ostsee in der Nebensaison machen“, sagt Frau D. und lächelt ein wenig. Diese Hilfe sei „lebensnotwendig gewesen“. Sie wünscht sich sehr betreuendes Personal, damit sie vielleicht wieder Arbeit bekommt. Denn „alles wird immer teurer“. Aber sie möchte auch für ihren Jungen da sein. Deshalb hat Frau D. auch juristische Beratung über die Diakonie in Anspruch genommen.

Als die vier Frauen an diesem Nachmittag vom Kaffeetisch aufstehen, sind ihre Gesichter etwas weniger verkniffen, leuchten ihre Augen etwas mehr. Und das nicht nur durch den Kerzenschein. Die eigene Kraft hat ein Stück mehr Energie erhalten.