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Wenn die Toilettenanlagen müffeln

Neuntklässler wollen beim Jugendstadtrat nicht nur auf Missstände hinweisen. Sie haben auch Lösungsvorschläge.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

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Hartha. Mitreden wie die Politiker der Stadt und etwas zum Positiven ändern. Das wollen die Neuntklässler der Pestalozzi-Oberschule. Zum ersten Mal gibt es einen Jugendstadtrat. Der wird mit Lehrern, Stadträten und Mitarbeitern der Friedrich-Ebert-Stiftung vorbereitet. Zuerst wurden grundsätzliche Dinge wie die Aufgaben und Zuständigkeiten der Räte und der Verwaltung geklärt. Die Jugendlichen überlegten, was ihnen am Herzen liegt und wo es dringend Veränderungen geben muss.

Unterstützung bei ihrem Vorhaben erhielten die Neuntklässler von einigen Stadträten. Der Vorsitzende des Kultur- und Sozialausschusses Albrecht Günther arbeitete mit Jugendlichen zusammen, die sich für eine Sanierung der Toilettenanlagen einsetzen wollen. „Wir finden, dass sich hier etwas ändern muss. Die Toiletten in allen drei Etagen stinken. Das ist für alle Schüler sehr unangenehm. Auch der hygienische Zustand lässt zu wünschen übrig“, so Sebastian Eder.

Das Problem, das es zu beseitigen gilt, stand. Nun mussten die Schüler überlegen, wie eine Änderung möglich ist, welche Kosten damit verbunden sind und woher das Geld für eine Sanierung kommen soll. Alles legten sie schriftlich in ihrem Antrag dar. Der wird dann zur Jugendstadtratssitzung behandelt. Ein Termin steht noch nicht fest.

Die Schüler stellten aber auch fest, dass sie selbst etwas für mehr Sauberkeit auf der Toilette unternehmen können. Denn an die Wände geklebtes Klopapier ist eher eine Frage der Ordnung, die die Schüler selbst halten müssen. Die Neuntklässler sind nicht die einzigen, die das Thema Toilettenanlagen auf ihre Agenda geschrieben haben. Schon 2014 forderte der Schülerrat, dass die Anlagen, die nach der Wende saniert wurden, einer dringenden Überholung bedürfen.

Und noch ein anderes Problem brennt den jungen Leuten unter den Nägeln. Dabei geht es unter anderem um fehlende Jugendangebote und Räume, einen Drogeriemarkt oder die schlechten Angebote des öffentlichen Nahverkehrs, um zum Beispiel nach Leipzig zu kommen.

Die Gruppe um Stadtrat Ronny Walter interessierte, warum es in der Stadt keine Kinoveranstaltungen gibt. „Hier musste ich erst einmal erklären, dass das Haus, in dem sich ein Kino befand, in Privatbesitz ist und die Stadt nicht darüber verfügen kann“, sagte Walter. Deshalb habe er mit den Jugendlichen nach Alternativen gesucht. So könnte es ja durchaus auch Freiluftveranstaltungen geben. Auch dafür wurden die Kosten berechnet und in einem Antrag festgehalten. „Die jungen Leute aller Gruppen waren mit viel Ideen und Begeisterung bei der Sache“, so Lehrer Alexander Gasch.