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Wenn die Wut den Falschen trifft

Eine Verwechslung hat den Bürgermeister der sächsischen Gemeinde Claußnitz in Bedrängnis gebracht.

© dpa

Clausnitz/Claußnitz. Eine Verwechslung hat den Bürgermeister der sächsischen Gemeinde Claußnitz in Bedrängnis gebracht. Nachdem im fast gleichnamigen, jedoch mit einfachem „s“ geschriebenen Clausnitz am Donnerstagabend rund 100 Menschen versucht hatten, die Ankunft eines Busses mit Flüchtlingen zu verhindern, standen im Claußnitzer Rathaus die Telefone nicht mehr still, wie die „Freie Presse“ berichtete. „Wir wurden auf das Übelste beschimpft“, wird Günter Hermsdorf (CDU) zitiert.

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Nur rund und 60 Kilometer liegen Clausnitz und Claußnitz auseinander, beide Gemeinden befinden sich im Mittelsachsen, was die Verwechslung wegen „s“ und „ß“ möglicherweise zusätzlich begünstigte. Hermsdorf und seine Mitarbeiter hätten kaum ausreden können, um zu erklären, dass die Krawalle nicht in ihrem Claußnitz stattgefunden hätten, sondern in einem anderen mittelsächsischen Ort. Die meisten Anrufer, die ihre Empörung äußerten, hätten aus dem Westen Deutschlands angerufen.

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„Wir sind ebenfalls von diesem Vorfall erschüttert und distanzieren uns davon“, sagte Hermsdorf. Die Ereignisse seien „schlimm und menschenverachtend“. In seinem Claußnitz lebten bislang noch keine Flüchtlinge. (dpa)