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Wenn es ständig juckt

In diesem Jahr hat es bereits mehr als 85 Krätze-Fälle im Landkreis gegeben. Es helfen nur Salbe und Hygiene.

© dpa

Von Sylvia Jentzsch

Döbeln. Die Zahl der Menschen im Landkreis, die Krätze haben, steigt. Waren es im Jahr 2016 nur 48 Fälle, die dem Gesundheitsamt des Landkreises gemeldet wurden, so stieg die Zahl im Jahr 2017 auf 140 Fälle an. In diesem Jahr sind es bereits mehr als 85. Das teilte das Landratsamt auf Anfrage des Döbelner Anzeigers mit. „Im Landkreis gibt es keine Schwerpunktregion, in der diese Krankheit flächendeckend auftritt“, so Pressesprecher André Kaiser des Landratsamtes. Sowohl Kinder als auch Erwachsene seien betroffen. Die Krätze, medizinisch als Skabies bezeichnet, ist eine durch die Krätzmilbe verursachte ansteckende Hautkrankheit des Menschen. Die Erkrankung gefährdet die Gesundheit in der Regel nicht, ist aber lästig und sehr unangenehm. „Es handelt sich um eine Infektionskrankheit des Menschen, die auf die Oberhaut beschränkt ist. Sie kommt weltweit vor und betrifft Personen jeden Alters“, teilte der Pressesprecher mit.

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Auch in den Kindereinrichtungen des Landkreises gibt es einige Fälle der Erkrankung. „Wir haben bemerkt, dass sich das Kind viel kratzt und dann genau hingeschaut. Es waren typische Merkmale der Krätze zu sehen“, so die Leiterin des evangelischen Kindergartens Ute Behrisch. Das zweijährige Kind wurde dem Hautarzt vorgestellt. Allerdings durfte es nach der Behandlung mit einer Salbe am ganzen Körper die Einrichtung wieder besuchen, so wie es zum Beispiel auch beim Befall von Läusen gehandhabt wird. „Damit die Krätze, die durch Hautkontakt übertragen wird, nicht auch andere Kinder bekommen, haben wir ständig die Bettwäsche gewaschen und mit Desinfektionsmitteln gearbeitet“, so Ute Behrisch. Es sei aber besonders im Krippenalter schwierig, den Kindern klar zu machen, dass sie sich nicht umarmen sollen. Grundsätzlich zu vermeiden sei das nicht gewesen, so Behrisch.

Um das Risiko zu minimieren, seien die Mädchen und Jungen öfter an der frischen Luft gewesen. „Wichtig war uns, das Kind nicht zu isolieren. Das war schon eine große Herausforderung“, sagte Ute Behrisch.

„Der Erfolg der Behandlung der Krätze ist durch den Hautarzt zu kontrollieren und gegebenenfalls zu wiederholen. Auch nach Behandlungsabschluss ist weitere sechs Wochen auf Hautauffälligkeiten zu achten und gegebenenfalls eine erneute Behandlung durchzuführen“, so der Pressesprecher des Landkreises André Kaiser.