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Wenn sich Politiker einseifen

Nur in unserer Region kampeln sich gleich drei Bewerber um eine Kandidatur für den Landtag. Und gepuzzelt wird auch noch. Ein unnachahmlicher Rückblick.

Von Kevin Schwarzbach

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Es ist ja fast schon müßig, es überhaupt noch zu erwähnen, liebe Leserinnen und Leser. Aber unsere Region ist besonders. Nein, einzigartig, in jedem Falle unverwechselbar. Das erzählen die Leute hier zumindest gern und häufig. Und ab und an liefert uns das Leben dann auch ein paar Beweise für diese steile These.

Erst vergangene Woche ging es in Riesa und Umgebung wieder politisch heiß her. So heiß wie nirgendwo anders in Sachsen. Bei der Nominierungsveranstaltung der CDU für die kommende Landtagswahl musste sich Geert Mackenroth, direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Meißen 1, gleich zwei Gegnern stellen. Sowohl Riesas Ex-Kämmerer Markus Mütsch als auch der Riesaer Ralf Kregel warfen ihren Hut in den Ring. Nirgendwo anders in Sachsen musste sich ein CDU-Bewerber in seinem Wahlkreis überhaupt irgendeinem internen Gegner stellen. Bei uns kommt man allerdings nicht so einfach ans Ziel.

Es sollte also ein hitziger Wahlkampf werden. Markus Mütsch und Geert Mackenroth geigten sich dann über diverse Interviews auch kräftig die Meinung. Schließlich konnte nur einer gewinnen. Und der hieß am Ende Mackenroth. Wenn auch nur knapp, Mütsch fehlten am Ende im zweiten Wahlgang nur drei Stimmen auf seinen Mitstreiter. Ralf Kregel war da schon aus dem Rennen. Zeit zum Analysieren. Dazu sind Ergebnisse schließlich da. Oder habe ich die Politiker in ihren Interviews nach den Landtagswahlen in Bayern und Hessen da falsch verstanden?

Markus Mütsch hat bereits erste Schlüsse gezogen. Er wird kein Teil des Wahlkampf-Teams von Geert Mackenroth werden. Schließlich lebt der in Radebeul und das fängt zwar mit R an, hat aber für unsere Region rund um Riesa nun echt keine Relevanz, meint Mütsch. „Für Radebeul werde ich mich hier in Riesa nicht engagieren.“

Immerhin haben wir hier derzeit viel größere Probleme. Die Seife wird teurer, liebe Leserinnen und Leser. Aber immerhin für einen guten Zweck – Menschen dürfen vielleicht ihre Jobs behalten. Denn die Zeichen stehen mittlerweile wieder gut für das Riesaer Seifenwerk, das nach der Insolvenz der Muttergruppe Kappus nun bereits erste Maßnahmen zum Fortbestand des Unternehmens umsetzen konnte.

Einer dieser Schritte: Runter von der Preisbremse, rauf auf das Gaspedal. Denn vor allem die niedrigen Preise hatten dem Unternehmen laut der neuen Kappus-Geschäftsführerin Silvia Lackenbauer zuletzt zu schaffen gemacht.

Kein Wunder, stabile Preise sind in den heutigen Zeiten auch echt ein Zeichen schlechten Stils. Oder sehen Sie etwa irgendwo noch stabile Preise? Außer vielleicht beim Toilettengang auf der Autobahn. Aber gut, man will nicht meckern, Seife braucht man halt. Ist zugegebenermaßen auch ein tolles Gefühl, so ein Stück Seife zwischen den Händen zu reiben und den Duft von Sandelholz in der Nase zu haben. Sollte man in Riesa vielleicht im Rahmen einer Werkführung anbieten. In der Insolvenz muss man kreativ sein.

Das ist beim Puzzeln nicht anders. Wobei so ein Ding schnell mal anstrengend werden kann, wenn es mehr als zwei Teile hat. Immer dieses Gefummel und Gemache. Das ist doch zum Verrücktwerden! Aber manchen soll das ja sogar noch Spaß machen.

Nun ja, die Mitarbeiter der Riesaer Stadtverwaltung sind damit ganz sicher nicht gemeint. Vor jedem Winter muss sich das Amt für Bildung, Kultur und Soziales mit den Belegungsplänen für die städtischen Turnhallen herumschlagen. Denn wenn es kälter wird, nimmt auch der Andrang auf die Hallen zu. Schließlich will sich keiner die Hände abfrieren, aber trotzdem sportlich bleiben.

Leider gibt es in einer Sportstadt wie unserer nun einmal echt viele Sportler, aber nicht immer die passenden Hallen. Und so kommt es schon mal vor, dass die Vereine unzufrieden sind. Das kenne ich nur zu gut aus meiner eigenen Jugend. Heute nur eine Kleinfeld-Halle? Morgen gemeinsam mit den Handballern trainieren? Puh, da war das Gejammer immer groß.

Vielleicht sollten wir jetzt, wo wir schon über die Abschaffung der Zeitumstellung diskutieren, auch mal die Abschaffung der Jahreszeiten debattieren. Was brauchen wir denn anderes als den Sommer? Da spart man auch das Geld für diese teuren Hallen.

Diese Woche kann wohl kaum unnachahmlicher werden.