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Döbeln

Wer bandelt mit wem an?

Am 29. August trifft sich der neue Stadtrat zum ersten Mal. Ein Platz wird anders besetzt, als nach der Wahl vorgesehen.

Blick auf das Waldheimer Rathaus. In einem sind sich mehrere Waldheimer Parteien einig. Für eine konkrete Aussage, mit welcher Fraktion sie sich im neuen Stadtrat eine Zusammenarbeit vorstellen können, ist es noch zu früh. © Dietmar Thomas /Symbolbild

Waldheim. René Michael Röder hatte 519 Stimmen geholt und damit den einzigen Sitz für die SPD. Aber auf diesem Stuhl wird von Anfang an Antje Winkler Platz nehmen, die mit 291 Stimmen als erste Ersatzpersonen auf der Liste steht. Denn Röder hat sein Mandat schon weit vor der ersten Beratung der neuen Räte wieder zurückgegeben. Dafür gibt der Kirchenmusiker nach Informationen des Döbelner Anzeigers gesundheitliche Gründe an.

Eine Krankheit könne jeden treffen, zeigt der Ortsgruppenchef der FDP Andre Langner Verständnis für Röders Schritt. Gleichzeitig weist er auf die Verantwortung hin, die jeder bereits übernehme, wenn er sich zur Wahl stellt.

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Ricardo Baldauf, Vorsitzender der Ortsgruppe der CDU, bedauert, dass Röder nicht weiter im Stadtrat mitarbeitet. Baldauf fragt aber auch, inwieweit die gesundheitlichen Probleme bereits vor der Wahl bekannt waren und in diesem Fall von vornherein ein Verzicht Röders angebracht gewesen wäre.

 Baldauf erinnert der Vorgang an die Kommunalwahl 2014. Damals hatte sich Christian Schneider ebenfalls für die SPD aufstellen lassen, aber gleichzeitig angekündigt, dass er die Wahl aus Altersgründen nicht annehmen würde. Auch 2014 rückte Antje Winkler nach.

In einem sind sich mehrere Waldheimer Parteien einig. Für eine konkrete Aussage, mit welcher Fraktion sie sich im neuen Stadtrat eine Zusammenarbeit vorstellen können, ist es noch zu früh. „Es sind einige Neue dabei. Wir müssen uns erst kennenlernen und sehen, welche Vorstellungen sie von der Arbeit für die Stadt haben“, meint Andre Langner (FDP).

 Dass die AfD mit drei Waldheimern in den Stadtrat eingezogen ist, die bisher in keiner Form in Erscheinung getreten sind, kann er nicht nachvollziehen. Aber auch deren Ansichten werde sich die FDP-Fraktion nicht verschließen und diese prüfen.

Dass die AfD viele Stimmen erhalten werde, sei Ricardo Baldauf klar gewesen. Er habe aber nicht damit gerechnet, dass der Spitzenkandidat über 500 Stimmen mehr erhalten würde als er selbst.

 Baldauf hatte mit 895 Stimmen die höchste Zahl aller anderen Kandidaten für den Waldheimer Stadtrat bekommen. Wie sich die AfD-Mitglieder in den Rat einbringen, könne er nicht einschätzen. „Wir werden uns die Wahlprogramme aller Parteien anschauen und an die Fraktionen herantreten, deren Vorstellungen sich mit unseren am meisten decken“, sagt er.

Antje Winkler freut sich auf die Arbeit im Stadtrat. Noch völlig offen sei für sie allerdings, mit welcher Fraktion sie zusammenarbeiten möchte. „Ich bin absoluter Neuling und will mir zunächst in der ersten Sitzung ein Bild machen“, sagt sie.

Dagegen haben die drei Parlamentarier der Linken in dieser Angelegenheit bereits eine Entscheidung getroffen. „Für uns kommt nur die SPD infrage“, sagt der bisherige Fraktionsvorsitzende Dieter Hentschel, der auch bei der Wahl im Mai wieder die meisten Stimmen für seine Partei erhielt. 

Zunächst müsse aber in der konstituierenden Sitzung über die Rückgabe des Mandats von René Michael Röder und den Einzug der Nachrückerin Antje Winkler abgestimmt werden, „wobei ich da keine Probleme sehe“, so Hentschel. Für ihn ist der Rücktritt Röders menschlich nachvollziehbar. „Ich weiß, welch hoher Belastung er durch seine musikalische Arbeit ausgesetzt ist. Wenn dann noch gesundheitliche Probleme dazukommen, sollte man darüber nicht spekulieren“, sagt er.

 In Antje Winkler sieht Hentschel für die SPD eine würdige Nachfolgerin. „Sie ist eine Fachfrau, gerade was Finanzierungsangelegenheiten betrifft. Ich denke, davon können wir profitieren“, so Hentschel. Die Ziele beider Parteien stimmten auf kommunalpolitischer Ebene in großen Teilen überein.

Für Christian Wesemann, der für die AfD von allen Kandidaten bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen bekam, ist die Arbeit im Stadtrat keine Frage der Parteizugehörigkeit. „Ich und auch die beiden anderen Vertreter der AfD möchte prinzipiell mit allen Parteien gut zusammenarbeiten“, sagte er. Schließlich gehe es um Belange auf Stadtebene. „Mit der großen Landespolitik hat das nichts zu tun“, so Wesemann.

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