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Wer bezahlt für Sportstätten?

Im Oberland handhaben das die Kommunen unterschiedlich. Mancherorts wünscht man sich mehr Kinderfreundlichkeit.

© Eichler

Von Gabriela Lachnit

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Edith Peisert war nicht einverstanden. Die Stadträtin der Linken im Stadtrat von Ebersbach-Neugersdorf hatte, wie ein weiteres Mitglied aus ihrer Fraktion, gegen den Beschluss gestimmt, die Gebühren für die Sportstättenbenutzung in der Oberlandstadt zu erhöhen. Sie hatte sich seinerzeit zu Wort gemeldet und ihr Votum erklärt. Sie schlug vor, dass Kinder bis 18 Jahre generell entgeltfrei kommunale Sportstätten benutzen können, wenn sie in einem Verein organisiert sind. Edith Peisert ist der Meinung, dass Kinder abhängig sind von den Eltern, weil sie ja kein eigenes Einkommen hätten. Vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien würden unter der Gebühr leiden. Zwar könnten solche Familien Anträge auf Unterstützung beim Landratsamt stellen, aber der Landkreis selbst sehe in seiner Entgeltordnung vor, dass Kinder bis 18 Jahre kreiseigene Sportstätten kostenfrei nutzen können, wenn sie in einem Verein trainieren, der seinen Sitz im Landkreis Görlitz hat. Man solle sich am Vorgehen des Landkreises orientieren, hatte Frau Peisert vorgeschlagen. „Es wäre für Ebersbach-Neugersdorf ein schönes Zeichen von Kinderfreundlichkeit gewesen, wenn der Stadtrat die Entgeltfreiheit für Kinder bis 18 Jahre und nicht nur bis zum achten Lebensjahr beschlossen hätte“, meint die Stadträtin auch heute noch.

Stadträtin Edith Peisert fordert, dass Kinder bis 18Jahre keine Gebühren für Sportstätten bezahlen.
Stadträtin Edith Peisert fordert, dass Kinder bis 18Jahre keine Gebühren für Sportstätten bezahlen. © privat

Die SZ hörte sich um, wie andere Städte und Gemeinden im Oberland es halten.

Benutzungsgebühr der kommunalen Sportanlagen

Dürrhennersdorf erhebt keine Gebühren

„In Dürrhennersdorf gibt es keine Benutzungssatzung für die kommunalen Sportstätten, insofern sind solche auch nicht zu zahlen“, informiert Bürgermeister Albrecht Gubsch (parteilos). Nur ein geringer Teil der Kosten an Reinigungsleistungen werde an die Benutzer umgelegt, allerdings nur auf Erwachsene.

In Neusalza-Spremberg wird entgeltfrei trainiert

Die Stadt Neusalza-Spremberg erhebt für die Benutzung ihrer Sportstätten keine Gebühren. Die Stadt trägt vollständig die Kosten, die für die Benutzung von Sportstätten entstehen, berichtet Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU).

In Oppach wird für drei Sportstätten bezahlt

In Oppach werden Gebühren für die Benutzung der Turnhalle, der Kegelbahn im Haus des Gastes und für das Freibad erhoben. Dafür bezahlt jeder Nutzer, informiert Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (parteilos). Die Gebühren hängen davon ab, ob man im Verein trainiert oder Rabatte nutzen kann. Für Kinder unter sechs Jahre ist der Eintritt ins Freibad frei. Etwa 20 Prozent der Kosten, die durch die Benutzung der Sportstätten entstehen, tragen die Nutzer über ihre Vereine, 80 Prozent der Kosten übernimmt die Gemeinde. Eine Anpassung der Gebühren fand 2013 für die Kegelbahn und 2017 für das Freibad statt. Für die Turnhalle ist das angedacht, aber es gibt noch keinen Plan dafür, informiert die Bürgermeisterin.

Aus Schönbach kommen keine Angaben

„Die sächsische Staatsregierung verpflichten die Gemeinden, Gebühren für die Benutzung von Sportanlagen von Freizeitsportlern und Vereinen zu erheben. Kostenlose Nutzung von Sportanlagen ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung droht Ersatzvornahme durch den Landrat“, erläutert der Schönbacher Bürgermeister Uwe Petruttis (CDU) und gibt keine weitere Auskunft zur SZ-Anfrage.

Gemeinde Leutersdorf lässt kostenfrei Sport treiben

„Bei uns werden keine Gebühren für die Nutzung kommunaler Sportanlagen erhoben“, erklärt die Leutersdorfer Hauptamtsleiterin Gabriele Marschner. In der Gemeinde können Einwohner unter anderem die Jahnsporthalle und die Krümelarena mit angeschlossenen Sportplätzen nutzen.

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