Merken

Wer bremst Ausbau der Bautzner?

Das Rathaus ist in Verzug. Deshalb geht es nicht voran mit den Planungen für die Sanierung der Bautzner. Jetzt müssen die Straßenbahngleise zur Notreparatur.

Teilen
Folgen
© Sven Ellger

Von Christoph Springer

Dresden. Das Landesamt für Denkmalpflege wartet auf Post. Die muss vom städtischen Amt für Kultur- und Denkmalschutz kommen und die „denkmalpflegerische Zielstellung“ für den Park an der Bautzner Straße zwischen Glacisstraße und Hoyerswerdaer Straße enthalten. Liegt sie vor, kann das Landesamt für Denkmalpflege darüber befinden. Weil das Schreiben aus der Stadt auf sich warten lässt, liegen die Planungen für die Sanierung des Bautzner-Abschnitts in der Neustadt auf Eis.

Dabei warten die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und das städtische Straßen- und Tiefbauamt dringend auf grünes Licht für die Arbeiten. Sie wollen den Straßenabschnitt noch in diesem Jahr von Grund auf erneuern. Dabei sollen die Gleise auseinanderrücken, damit sich dort künftig auch breitere Straßenbahnen begegnen können. Links und rechts der Bautzner sind Radwege geplant.

Der Radweg zwischen der Straße und dem kleinen, denkmalgeschützten Park ist der Knackpunkt bei den Planungen. Das Landesamt will wissen, welche Eingriffe in den Park für seinen Bau nötig sind. Hat sich die Stadt dazu geäußert, können die Fachleute der Landesbehörde den Daumen heben oder senken. Bei der Auseinandersetzung geht es um die Frage, welches Planverfahren angewendet werden kann. Muss die Stadt ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren anschieben, dann ist der Straßenbau in diesem Jahr nicht mehr zu machen, denn dieses Verfahren dauert mehrere Monate.

Bisher hat stets die Stadt mit dem Finger auf das Denkmalpflegeamt des Landes gezeigt und erklärt, vor weiteren Überlegungen müsse eine Stellungnahme von dort vorliegen. Erst danach sei es möglich, die Planungen weiter voranzutreiben.

Die Verkehrsbetriebe haben mittlerweile eine Lösung zum Umgang mit den maroden Gleisen gefunden. „Wir planen eine Notreparatur“, sagt Leonhard Hanusch, der bei den DVB für die Infrastruktur zuständig ist. Die Schienen sollen bis zum März mit einer Schleifmaschine bearbeitet werden. Sind die sogenannten Rillenböden geglättet, können die Straßenbahnen noch etwa ein Dreivierteljahr auf den alten Gleisen fahren, ist Hanusch überzeugt. Für den Einsatz der Schleifmaschine muss der Abschnitt vorübergehend gesperrt werden. Hanusch hofft, dass es sich dabei nur um ein paar Stunden handelt.