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Wer die Musik bestellt, der muss auch zahlen

Jürgen Müller über die Kosten für Unterhaltsvorschuss.

© Claudia Hübschmann

Wer Kinder in die Welt setzt, der hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, für diese zu sorgen. Doch dies ist eben nicht für jeden oder jede selbstverständlich. Viele Väter und manchmal auch Mütter lassen ihre Partner und ihre Kinder im Stich, kümmern sich nicht darum, wie diese ihr Leben meistern. Sicher steckt oft tatsächlich Armut dahinter, wenn kein Unterhalt gezahlt werden kann. Merkwürdig ist aber doch, dass bei vielen von diesen Vätern und Müttern oft genügend Geld für Alkohol, Zigaretten oder auch illegale Drogen vorhanden ist, für die Kinder reicht es aber nicht.

Da ist es gut und richtig und zeichnet eine humanistische Gesellschaft aus, wenn der Staat in solchen Fällen in die Bresche springt, Kinder vor Armut bewahrt, indem er den Unterhalt anstelle der säumigen Väter und Mütter vorschießt. Und es ist auch richtig, dass dieser Unterhaltsvorschuss jetzt nicht mehr nur bis zum zwölften Lebensjahr, sondern bis zur Volljährigkeit gezahlt wird. Die Bundesregierung lässt sich für die soziale Großtat feiern. Dumm nur: Bezahlen müssen das zum großen Teil andere, nämlich die Landkreise, die vor allem im Osten nicht gerade finanziell auf Rosen gebettet sind. Damit geschieht die Hilfe für Schwache auf Kosten anderer Schwacher. Was in Berlin schnell beschlossen ist, müssen die Landkreise ausbaden. Beim Thema Unterhalt werden die Kosten für eine soziale Tat des Bundes einer unteren Ebene des Staates aufgebürdet.

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Deutschland ist ein reiches Land, betont Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ständig. Für alles und jeden ist Geld da, doch beim Thema Unterhalt sollen die Landkreise einspringen. Das muss sich ändern. Denn auch hier sollte das Motto gelten: „Wer die Musik bestellt, der bezahlt“.

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