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Wer gab Schäferhund Prinz Rattengift?

Die Klempnerei Langner wird von zwei Hunden bewacht. Offenbar wurde nun eines der Tiere vergiftet.

Von Jan Iven

Beim Gassi-Gehen in der vergangenen Woche merkten Andre und Barbara Langner, dass mit ihrem achtjährigen Schäferhund Prinz etwas nicht stimmt. „Der Urin war ganz blutig. Der Boden sah aus, als hätte jemand mit einer Blutkonserve rumgespritzt“, erzählt Barbara Langner. Zuerst glaubten Herrchen und Frauchen, dass sich der Rüde, der die Klempnerei Langner im Waldheimer Gewerbegebiet bewacht, eine Entzündung zugezogen hatte. Doch den Symptomen nach geht der Tierarzt von einer Vergiftung mit Rattengift aus. „Dabei verblutet das Tier innerlich und wird immer schwächer“, sagt Barbara Langner. Dass der Hund dabei kaum Schmerzen spürt, sei nur ein kleiner Trost.

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Nun vermuten die Langners, dass Unbekannte vergiftetes Futter über den Zaun des Firmengeländes an der Landsberger Straße geworfen haben, das von Prinz und dem Mischlingsrüden Lenny bewacht wird. Denn die Tiere verlassen das Areal nur angeleint und unter Aufsicht. Und die Langners verwenden kein Gift. „In der Vergangenheit gab es manchmal Anfeindungen von Spaziergängern und Radfahrern, weil die Hunde bellen, wenn jemand vorbei kommt“, sagt Langner. Das sei aber die Aufgabe der Tiere: „Das sind keine Schoßhunde, die sollen aufpassen.“ Seit die Langners die Klempnerei 1994 eröffneten, hatten sie immer Wachhunde. „Das Gelände liegt außerhalb der Innenstadt und es gab damals öfters Einbrüche in der Gegend“, sagt Langner. Mit den Nachbarn hatte es wegen der Hunde nie Probleme gegeben. „Direkt in der Umgebung wohnt niemand und manche Unternehmer sind wohl auch ganz froh, dass unsere Hunde wachsam sind.“

Dass jemand aus Ärger über bellende Hunde gleich zu Gift greift, kann Barbara Langner nicht verstehen. „Dadurch werden doch auch Menschen gefährdet“, sagt sie. Da die Langners auch auf dem Grundstück wohnen, kommen häufig ihre kleinen Enkelkinder zu Besuch. „Die können wir nun auch nicht mehr unbeaufsichtigt lassen. Denn die sind in einem Alter, in dem sie schon mal Dinge vom Boden aufheben.“ Barbara Langner würde sich wünschen, dass sich der oder die Täter bewusst werden, was sie angerichtet haben. „Ich bin einfach wütend und fühle mich so ohnmächtig“, sagt sie.

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Schäferhund Prinz ist schon als Welpe zu den Langners gekommen und er ist sehr viel mehr als nur ein Wachhund. „Für uns ist fast so, als ob ein Familienangehöriger vergiftet wurde“, sagt Langner. Am vergangenen Wochenende hatte sich Schäferhund Prinz zunächst wieder erholt. „Doch seit Anfang der Woche geht es ihm plötzlich wieder schlechter als je zuvor“, sagt sie. Die Langners vermuten daher, dass ihr Hund erneut vergiftet wurde . Dieses Mal wohl mit einer höheren Dosis. „Wer macht denn bloß so etwas?“ fragt sich Langner. Schäferhund Prinz ist inzwischen immer schwächer geworden und verlässt seinen Zwinger immer seltener. Der Tierarzt gibt dem Tier kaum noch eine Chance. Die Langners haben die Hoffnung trotzdem noch nicht aufgegeben.