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Wer ist die Schönste im Land?

An allen Zufahrtsstraßen stehen jetzt Strohpuppen für die 700-Jahr-Feier. Die Gestalter traten damit in den Wettstreit.

© Andreas Weihs

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Bauda. Strohpuppen als Figuren aus runden Strohballen sind in ländlicher Region keine Seltenheit. Doch so einfallsreich und ausgefallen wie derzeit in Bauda kommen sie nicht immer daher. Der Großenhainer Ortsteil begeht Ende August seine 700-Jahr-Feier. An den vier Ortseingängen sind dafür nun diese Puppen aufgestellt, die in Bauda ihre ganz besondere Bedeutung haben. „Sie sollen schon etwas festliche Stimmung und Vorfreude verbreiten“, sagt Lars Dronigke vom Ortschaftsrat. Die ländlichen Schönheiten seien übrigens in Szene gesetzt worden, „ohne dass Vorgaben gemacht wurden.“ Auf den Zusammenhalt und die Gruppendynamik, die sich gebildet haben, könnten die Baudaer stolz sein. „Teilweise glich die Gestaltung einem Straßenfest. Das, was da herausgekommen ist, sei wirklich einzigartig, bedankt sich der Ortschaftsrat bei allen Machern.

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Fridolin der Feuerwehrmann
Fridolin der Feuerwehrmann © Andreas Weihs
Die Superkuh
Die Superkuh © Andreas Weihs
So ne Sauerei
So ne Sauerei © Andreas Weihs

Aus Richtung Wildenhain weht einem nun der „Wind of Change“ entgegen. „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“, heißt es zu dem Bild auf Facebook. Gut, dass es in Bauda keine Mauer geworden ist. Die Siedlungsfraktion und einige Anwohner von der Hauptstraße haben sich für diese schöne Windmühle und deren Betreiber entschieden. Anfangs drehten sich die selbstgebauten Flügel sogar. Doch aus Sicherheitsgründen wurden sie dann aber arretiert.

20 Leute, vom Enkel bis zum Großvater, sollen mitgemacht haben. Bekanntlich hat Bauda noch heute eine Mühle – die von Familie Harzbecker, eine Wassermühle, die allerdings schwer darstellbar war. An der Strohpuppe gibt es aber rückwärtig sogar eine Tür und zwei Fenster sowie eine Sitzbank.

So manche Stunde daran gebaut

Aus Richtung Colmnitz muht es dem Bauda-Besucher entgegen. Eine der ersten Strohpuppen war die Superkuh, die auf die Agrargenossenschaft Bauda aufmerksam macht. „Eine echte Ansage an die anderen drei Gestalter der Ortseingänge im Kampf um unsere schönste Strohpuppe“, zeigen sich die Kuh-Kreativen vergleichsbereit. Es sind die Anwohner der Riesaer Straße. Auch die Feuerwehr und ihre Jugendwehr haben sich eine Figur einfallen lassen. Ihr Fridolin steht aus Richtung Walda am Ortseingang. Er trägt einen Feuerlöscher und sogar eine Spritze mit Schlauch. So manche Stunde wurde im Gerätehaus an dieser witzigen Gestaltung getüftelt.

Der Ortschaftsrat und weitere Anwohner haben schließlich die vierte Strohpuppe aus Richtung Görzig gebaut. Sie zeigt die Baudaer Schweinemast und außerdem frühere Schreibweisen des Ortsnamens. Aufwändig wurden zusätzlich kleine Strohschweinchen in ein Holzgatter gesetzt. „Wir wollten erst einen typischen Bauern mit Schubkarre kreieren, aber das ließ sich nicht so gut machen“, sagt Ortsvorsteher Dronigke. Sechs Leute haben hier an zwei Tagen mehrere Stunden gebaut.

„Alle hatten die gleiche Ausgangslage und haben ihre Strohpuppe vor Ort gebaut“, so Lars Dronigke. Wie man sieht, orderten sowohl die Windmühlengestalter als auch der Ortschaftsrat noch zusätzliche Strohquader nach. Das Bild des Ortschaftsrates beinhaltet auch einen Gruß an Bernd-Dieter Fleming, ein früheres Ortschaftsratsmitglied. Er ist am 2. Mai gestorben. „Er hat sich sehr für die Festvorbereitung eingesetzt“, würdigt Ortsvorsteher Dronigke das Andenken an den Baudaer.

Auszeichnung am Festwochenende

Die Gewinner des Strohpuppenwettbewerbes werden zur 700-Jahr-Feier vom 24. bis 26. August bekannt gegeben. Der Ortschaftsrat dankt der Agrargenossenschaft Bauda für die Strohballen, die extra zugekauft und von den Landwirten auch aufgestellt wurden. Und er dankt auch den Anwohnern, die ein Auge auf die schönen Strohpuppen haben bzw. sich um die gepflanzten Blumen an zwei der Figuren kümmern. Schließlich sollen die jetzt fertiggestellten Strohpuppen noch lange ein Hingucker sein.

„Wir hätten nicht vermutet, dass die Aktion solch tolle Leistungen bringt“, wiederholt der Ortsvorsteher, der stolz auf seine Baudaer ist. Mit diesen Ideen und der Eigendynamik freuen sich alle aufs Jubiläum.

www.facebook.com/Ort.Bauda