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Wer klaut denn ein Feuerwehrauto?

Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch einen Transporter der Feuerwehr Schönau gestohlen. Und ihn in Löbau abgestellt.

Von Anja Beutler

Der Blick ins Schönauer Feuerwehrdepot verhieß Mittwochmorgen nichts Gutes: „Gegen 7 Uhr haben wir entdeckt, dass unser Mannschaftstransportwagen gestohlen war“, sagt Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel (parteilos). Einer oder mehrere Unbekannte sind offenbar über das Fenster im Depot in das Gebäude eingebrochen, haben das Rolltor hochgekurbelt und das Auto rausgefahren. Heruntergelassen haben sie das Tor anschließend aber dann nicht ganz vollständig, und das bemerkte ein Passant, der Alarm schlug.

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Dass die Diebe nicht erst lange nach den Schlüsseln suchen mussten, hat einen einfachen Grund: „Da die Fahrzeuge so schnell wie möglich einsatzbereit sein sollen, sind die Schlüssel ja vor Ort“, sagt Hänel. Das sei üblich. Wussten das der oder die Diebe etwa? Ein weiteres Rätsel gab den Schönauern am Morgen dann noch ein unbekanntes Fahrrad auf, das vor dem Depot abgestellt war: Ist hier ein Täter von zwei auf vier Räder umgestiegen?

Umso erleichterter war man einige Stunden später dann in der Gemeinde, als der rote VT5 Mannschaftstransporter von einer Streife des Reviers Zittau-Oberland auf der Löbauer Mozartstraße auf einem Parkplatz entdeckt wurde. Abgeschlossen und ordentlich abgestellt. „Mit einem Zweitschlüssel hat die Gemeinde das Fahrzeug dann wieder öffnen und abholen können“, bestätigt der Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, Thomas Knaup. Denn der eigentliche Schlüssel war nicht vor Ort. Nach dem Fund war das Fahrzeug kriminaltechnisch untersucht worden, bestätigt Knaup. Die dabei sichergestellten Spuren werden nun von der Kriminalpolizei ausgewertet. Ebenso wie die an dem aufgefundenen Fahrrad.

Was der Hintergrund dieser ungewöhnlichen Tat war, ist aktuell noch völlig nebulös: Polizeisprecher Knaup spricht von zwei recht wahrscheinlichen Motiven: Zum einen wäre es möglich, dass die Unbekannten den Wagen stehlen wollten. Immerhin handelt es sich um einen VW-Transporter. Fast jedes zweite Auto, das im Landkreis gestohlen wird, ist ein VW. Und wenn man auf die ganze VW-Gruppe schaue, so machen diese Fahrzeuge in der Diebstahlsstatistik im Kreis rund 76 Prozent aus. „Allerdings ist es mir noch nie untergekommen, dass man ein als Feuerwehr erkennbares Auto mit Blaulicht und Martinshorn entwendet“, sagt der Polizeisprecher.

Die andere Möglichkeit wäre, dass der oder die Täter einfach nur von einem Ort zum anderen kommen wollten. „Das wäre dann der Tatbestand der unbefugten Benutzung“, sagt Knaup. Solche Fälle gebe es immer wieder, ausschließen könne man diese Variante deshalb bei den Ermittlungen auch nicht. Neben der Auswertung der Spuren werde man jetzt auch Anwohner befragen, die Angaben zu dem Vorfall machen könnten. Da das Depot mitten im Dorf liegt, besteht durchaus die Chance, dass es Zeugen gibt.

Bürgermeister Christian Hänel ist jedenfalls heilfroh, dass das Fahrzeug wieder da ist. Erst im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde den Mannschaftstransporter angeschafft. Der Schaden hätte also seinen Schätzungen zufolge zwischen 25.000 und 30.000 Euro gelegen. Zwar ist die Gemeinde versichert. Aber abgesehen davon, dass man erst wieder ein adäquates Auto zu diesem Preis hätte finden müssen, hätte die Schönauer Feuerwehr wieder ohne Mannschaftstransportwagen dagestanden.

Nun werde man sich aber nochmals über die Sicherheitsvorkehrungen im Depot unterhalten müssen, sagt auch der Bürgermeister. Bereits vor einigen Jahren war dieses Thema im Gemeinderat in der Diskussion. „Alles zu verriegeln ist sicherlich nicht die Lösung“, sagt Hänel. Aber eine zusätzliche Wegfahrsperre für die Autos sei durchaus zu überdenken, sagt er. Was genau getan werden kann, müsse man aber in Ruhe besprechen.