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Meißen

Wer Nahverkehr will, muss auch zahlen

SZ-Volontär Maximilian Helm über die neuerlichen Warnstreiks der Busfahrer. Ein Kommentar.

© SZ-Fotomontage

Am Mittwoch waren die Meißner Straßen auffällig leer und der Busbahnhof gänzlich verwaist. Doch über die Stadt verteilt warteten einige Menschen, vor allem Rentner und Gehbehinderte, vergeblich auf den Bus. Nicht nur wegen der wiederholt schlechten Kommunikation wurde der Busstreik für viele zum Ärgernis. Doch wer ist der Schuldige?

Einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs zu fordern, ist gerade in Zeiten der Europawahl ziemlich en vogue. Immer, wenn es um die Probleme von ländlichen Regionen geht, wird diese Maßnahme als Lösung aller Sorgen ins Feld geführt. Vor allem aus Klimagründen und wegen der Lebensqualität auf dem Land sind diese Forderungen sinnvoll. Aber wer Busse will, braucht auch Menschen, die sie fahren.

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Doch seit Jahren fehlen den Busunternehmen die Lehrlinge. Es ist die Kehrseite der guten Situation auf dem Arbeitsmarkt: Immer weniger Leute sind damit einverstanden, für weniger als 13 Euro pro Stunde Nacht-, Wochenend-, und Bereitschaftsdienste zu übernehmen. Zu zahlreich und attraktiv sind Alternativen.

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Am Ende ist wieder die Politik gefragt, an deren Geldhähnen auch die Betreiber der Busse und Bahnen hängen. Im Schatten dieser Problemlage wirkt die interessante Forderung nach einem fahrscheinlosen Nahverkehr wie eine unerreichbare Utopie. Doch wer immer wieder betont, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln die Zukunft liegt, muss jetzt in das zukünftige Personal investieren. Denn selbst wenn IT-Firmen an alltagstauglichen Autopiloten arbeiten: Noch fahren Busse nicht von selbst.

E-Mail an Maximilian Helm