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Wer nicht ins Wasser steigen kann, wird hineingehoben

Ein Lift erleichtert Behinderten den Besuchdes Stadtbades.

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Vor einem Jahr hat der Behindertenbeirat angeregt, das Stadtbad mit einem Lift auszustatten. Am Sonnabend wurde die Technik offiziell eingeweiht.

Die Roßweiner Architektin Kerstin Bauer, die im Behindertenbeirat mitarbeitet und sich überdies in der Architektenkammer Sachsens für die Belange von Behinderten engagiert, erklärte eingangs: „Bis zum Hochwasser 2002 war unser Hallenbad mit einem Lift ausgestattet. Doch viele Behinderte sträubten sich, ihn wegen seiner Kompliziertheit zu benutzen. Deshalb wurde er nach dem Hochwasser nicht wieder eingebaut“, erklärte die Roßweinerin. Trotzdem sei der Beirat zu der Überzeugung gelangt, dass in das Hallenbad wieder ein Lift gehört. Immerhin sei auch in Roßwein spürbar, dass es immer mehr ältere Menschen gibt. Die Stadt und die Räte seien schließlich von der Notwendigkeit überzeugt worden.

Ein Jahr hat es dann noch gedauert, um ein geeignetes Modell zu finden. Es sollte ohne großen baulichen Aufwand zum Einsatz kommen können und möglichst günstig sein. Das ausgesucht Modell kostet rund 9000 Euro, 80 Prozent davon trägt der Freistaat, je zehn Prozent zahlen Landkreis und Stadt.

Gunter Hortenbach dankte namens der Behinderten für diese Erleichterung. Doch nicht nur das. „Ich denke, der Lift eröffnet Möglichkeiten für Therapieangebote und Kurse“, so der Roßweiner. Er regte an, weitere Einrichtungen in der Stadt behindertenfreundlich zu gestalten. (bsch)