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Pirna

Wer organisiert künftig Heidenaus Feste?

Für Weihnachtsmarkt und Stadtfest hat seit Jahren der Heimat- und Kulturverein den Hut auf. Das könnte sich ändern.

Kein Stadtfest und kein Weihnachtsmarkt in Heidenau ohne Annette Denzer-Ruffani. Jedenfalls bisher. Wie wird es nach der Ausschreibung künftig sein? © Archivfoto Marko Förster

Der Heidenauer Weihnachtsmarkt und das Stadtfest sind bisher die Sache von Annette Denzer-Ruffani. Die Geschäftsführerin des Heimat- und Kulturvereins organisiert beides seit Jahren. Doch vielleicht heißt es bald: Sie waren es. Denn die Stadt Heidenau hat jetzt die Organisation der beiden Veranstaltungen ausgeschrieben. Beschränkt, also nicht öffentlich, und auch ohne Einbeziehung des Stadtrates, was für etliche Gerüchte und Diskussionen sorgt.

Die Ausschreibung habe nichts mit Inhalt oder Qualität der Feste zu tun, sondern sei finanzrechtlich begründet, sagt die Stadt. Der Heimat- und Kulturverein muss für die 5 000 Euro der Stadt für den Weihnachtsmarkt und 20 000 Euro fürs Stadtfest inzwischen Umsatzsteuer zahlen. Stadt und Verein sind in dieser Sache nämlich Geschäftspartner. Die Stadt bezahlt, der Verein organisiert. Der Verein wollte nun die Steuer von der Stadt zusätzlich zur Förderung. Das hätte Heidenau bezahlen können. Weil diese Förderung, egal wie hoch, aber keine Vereinshilfe wie zum Beispiel für Chor, Sport oder Hundezüchter ist, musste ausgeschrieben werden, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Außerdem sei es ein erster Versuch, etwas Wettbewerb reinzubringen, sagt er.

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Ein Blick in andere Städte zeigt, es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Fest zu organisieren bzw. organisieren zu lassen. In Pirna macht das Stadtfest seit vielen Jahren die Kultur- und Tourismusgesellschaft. Der Weihnachtsmarkt wird jeweils für fünf Jahre ausgeschrieben, aktueller Partner ist die Dresdner Agentur Zastrow und Zastrow. In Stolpen heißt das Stadtfest Naturmarkt und wird von der Tourist-Information organisiert, der Weihnachtsmarkt vom Gewerbeverein.

Vereine verunsichert

In Heidenau verunsichert die Ausschreibung derweil andere Vereine. Müssen die ebenfalls Umsatzsteuer für die Förderung der Stadt zahlen? Und: Werden ihre Veranstaltungen dann auch ausgeschrieben? Die Stadtverwaltung beruhigt. Kein Verein, der von der Stadt ein paar Hundert Euro bekommt, muss etwas befürchten.

Bangt Annette Denzer-Ruffani nun um eine Aufgabe oder ist sie sich der Vereinssache sicher? Sie will sich, so lange die Ausschreibung läuft und das ist bis Ende März, nicht äußern. Dass der Heimat- und Kulturverein um ein Angebot gebeten wurde, bestätigt derweil Bürgermeister Opitz. Ob der Verein auch ein Angebot abgibt, ist erst nach Ausschreibungsende klar. Bis dahin hält sich auch, anders als sonst, Zentrumsmanagerin Katrin Geißler mit Aussagen zurück. Nicht so der Zentrumsverein und Stadtrat Norbert Bläsner (FDP).

Der ist über die Ausschreibung erschrocken. „Die Stadt läuft mit dieser Nacht-und-Nebel-Aktion Gefahr, die wichtigsten Feste an die Wand zu fahren.“ Dabei lässt er außer Acht, dass es auch besser werden und frischer Wind reinkommen könnte. Die Vorgehensweise der Stadt sei offenbar ohne Vorwarnung für den bisherigen Ausrichter und ohne Beteiligung des Stadtrates nicht hinnehmbar. Bläsner befürchtet: „Wird der billigste Anbieter genommen, wäre die Katastrophe perfekt.“

Der Zentrumsverein wurde nicht um ein Angebot gebeten, hätte sich auch nicht beteiligt. „Wir sind Geschäftsleute, keine Eventmanager“, sagen sie. Eine Hoffnung haben sie trotzdem: dass ein Profi ans Ruder kommt.

Es ist kein Geheimnis, Zentrums- und Heimat- und Kulturverein mögen sich nicht besonders. Was umso ärgerlicher ist, als dass Heidenau beide braucht. Unabhängig davon, wer künftig den Weihnachtsmarkt und das Stadtfest organisiert.

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