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Wer schläft schlecht?

Das Uniklinikum sucht Teilnehmer für eine neue Studie. Dabei geht es um ungewöhnliches Verhalten in der Nacht.

Sie reden im Schlaf, wecken damit ihre Partner auf, schlagen vielleicht sogar um sich und gehen auch schon mal zum Angriff über: Es gibt Menschen, für die der Schlaf nicht so erholsam ist, wie er sein sollte. Warum das so ist und welche Auswirkungen solch ein Verhalten haben kann, wollen Wissenschaftler des Universitätsklinikums in einer deutschlandweiten Studie erforschen.

In der Regel sind Schlafende friedlich. Der Organismus ist so programmiert, dass die meisten Muskeln bei der Nachtruhe erschlaffen – egal wie heftig die Träume sind. Diese natürliche Blockade wichtiger Muskeln wird vom Hirnstamm gesteuert. In diesem Areal beginnt aber auch die für die Parkinson’sche Krankheit typische Schädigung des Gehirns.

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Können also die nächtlichen Ruhestörungen, bei denen die Betroffenen manchmal mit blauen Flecken oder gar Knochenbrüchen aufwachen, ein erstes Anzeichen für die Krankheit sein? Warum funktioniert bei ihnen die Muskelblockade nicht? Manche Menschen führen sogar Gespräche im Schlaf. Partnern fällt es oft besonders schwer, die Betroffenen zu wecken, denn sie arbeiten die nächtlichen Erlebnisse in ihre Träume ein.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, suchen die Forscher des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Betroffene, die in der Regel über 50 Jahre alt sind. Sie sollen über mehrere Jahre hinweg beobachtet und begleitet werden. „Wir möchten möglichst vielen helfen, indem wir ihre Beschwerden einordnen und behandeln“, sagt Professor Alexander Storch.

Er ist stellvertretender Direktor der Klinik für Neurologie. Ob tatsächlich eine Schlafverhaltensstörung vorliegt, lässt sich anhand einer ausführlichen Befragung von Betroffenen und deren Partnern vermuten. Eine endgültige Diagnose ermöglicht aber erst die Untersuchung im Schlaflabor. „Im Rahmen dieser Studie können wir Probanden regelmäßige und umfassende Kontrollen anbieten“, wirbt die Studienkoordinatorin Wiebke Schrempf. „Damit lässt sich der Beginn von neurodegenerativen Erkrankungen wie zum Beispiel Parkinson frühzeitig diagnostizieren und behandeln“, sagt die Ärztin.

Es könne sich im Verlauf der Studie auch ergeben, dass bei einzelnen Probanden bestimmte Therapien angewendet werden könnten, um so womöglich das Entstehen der Folgekrankheiten zu verhindern. Nicht verwechselt werden dürften die nächtlichen Störungen allerdings mit dem Schlafwandeln oder einem Erschrecken aus dem Schlaf. Sie sind in der Regel harmlos. (SZ/cs)

Interessenten melden sich unter Telefon 458 4161 oder per E-Mail an [email protected]