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Werbeoffensive auf Bussen für Fachkräfte und Lehrlinge

Scherdel und seine SFS Spezialfedern GmbH in Seifhennersdorf wächst seit Jahren. Aber weitere Arbeiter und Konstrukteure zu finden wird immer schwerer.

© Rafael Sampedro

Von Holger Gutte

Auf der Suche nach mehr Fachpersonal und neuen Lehrlingen geht die Firma Scherdel in Seifhennersdorf jetzt in die Werbeoffensive. Auf zwei Bussen der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG) wird seit ein paar Tagen für das Unternehmen großflächig geworben. Ein Bus ist nun im Gebiet Zittau und Löbau und der andere im Landkreis Bautzen im Einsatz. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, werden sie von der KVG immer wieder auf unterschiedlichen Buslinien eingesetzt.

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© Scherdel

„Wir haben uns schon im vergangenen Jahr Gedanken darüber gemacht, was wir für Aktionen einleiten können, um dem steigenden Fachkräftebedarf zu decken“, schildert der Geschäftsführer des Seifhennersdorfer Werkes, Michael Stolle. Denn die SFS Spezialfedern GmbH Seifhennersdorf, die zur Scherdel-Gruppe gehört, wächst stetig. 1998 haben hier noch 40 Mitarbeiter gearbeitet, 2004 schon 70 und inzwischen ist das Unternehmen auf 115 Beschäftigte angewachsen. Sieben Lehrlinge werden gerade als Mechatroniker und Werkzeugmechaniker ausgebildet. Doch das reicht nicht. Es werden noch mehr Fachkräfte gebraucht.

Deshalb laufen in den Kinos in Zittau und Bautzen vor den Filmen Werbespots von Scherdel „Wir müssen uns in unserer Region einfach bekannter machen. Viele Leute wissen nicht, dass es uns gibt und was wir produzieren“, fügt Prokurist Lutz Mesabrowski hinzu. Und die Produktpalette ist groß. Scherdel stellt in Seifhennersdorf technische Federn, vor allem Roll-, Trieb- und Spiralfedern sowie Federringe vorrangig für die Automobilindustrie, den Maschinenbau und die Medizintechnik, aber auch Federn für die Elektrotechnik her. Dazu gehören beispielsweise Spiralfedern für den Nockenwellenversteller oder Federn für die Sitzverstellung in Autos.

Die Scherdel-Gruppe hat weltweit 41 Produktionsstandorte mit insgesamt 5 500 Beschäftigten. Dazu gehören Werke in Frankreich, Portugal, Russland, China, den USA, Mexiko, Brasilien und Indien. Die Firmengeschichte des Standortes im sächsischen Seifhennersdorf reicht bis ins Jahr 1946 zurück. Damals wurde hier mit der Produktion von einfachen Drahtartikeln und Polsterfedern begonnen. 1992 ist dann die SFS Spezialfedern GmbH Seifhennersdorf als Tochterunternehmen der Scherdel-Gruppe gegründet worden. In mehr als 125 Jahren hat sich Scherdel inzwischen zu einem der führenden Anbieter im Bereich der Metall-Umformung entwickelt.

Dem Unternehmenswachstum geschuldet, war auch in Seifhennersdorf der alte Firmenstandort schnell zu klein geworden. Scherdel hatte deshalb im Gewerbegebiet der Stadt ein neues modernes Werk gebaut und produziert dort nun schon seit 2004. Das Unternehmen wirbt bewusst für neue Mitarbeiter vor allem in unmittelbarer Umgebung des Firmenstandortes im Raum Zittau, Löbau und Oppach. „Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren. Denn wir möchten, dass sie lange bei uns bleiben und mit uns alt werden“, sagt Lutz Mesabrowski.

Deshalb bietet Scherdel in Seifhennersdorf nicht nur Lehrlinge aus. Sie können sich hier auch weiterqualifizieren. So ist auch eine Berufsausbildung mit Abitur möglich. Außerdem wird KIA – ein duales Hochschulstudium angeboten. Hierfür arbeitet die Firma eng mit der Hochschule Zittau-Görlitz zusammen.

Aktuell braucht die SFS Spezialfedern GmbH in Seifhennersdorf noch mehr Konstrukteure für die Entwicklung von Werkzeugen und Vorrichtungen. Immerhin laufen etwa 80 bis 90 Prozent der Produktion auf speziellen Eigenbaumaschinen mit CNC-Steuerung.

„Werde Teil unseres Teams“, steht auf den Bussen, die jetzt mit der Werbung für Scherdel auf den Straßen im Kreisgebiet unterwegs sind. Prokurist Lutz Mesabrowski und Geschäftsführer Michael Stolle hoffen, dass sich bei ihnen möglichst viele Fachkräfte oder Schulabgänger für eine Ausbildung melden.

www.scherdel.de