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Bautzen

„Werden und Vergehen“ in der Wasserkunst

Die neue Schau im Bautzener Wahrzeichen zeigt Werke eines vielseitigen Künstlers.

Günter Mazanek aus Hoyerswerda besuchte am Dienstag während eines Stadtbummels in Bautzen die Ausstellung „Werden und Vergehen“ von Erich Friedrich Becker in der Alten Wasserkunst. © Carmen Schumann

Bautzen. Zurzeit rumpelt nichts in der Alten Wasserkunst. Die Wasserkraftanlage ist wegen des Niedrigwassers der Spree stillgelegt. In der Stille des alten Gemäuers kann man sich umso intensiver dem Kunstgenuss in der neuen Ausstellung hingeben. „Werden und vergehen – Vergehen und werden“ heißt die Schau, die Kunstwerke des Thüringers Erich Friedrich Becker zeigt. Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsaktion zwischen der Alten Wasserkunst und dem Bautzener Kunstverein.

Erich Friedrich Becker ist gewissermaßen ein Wanderer zwischen den künstlerischen Welten. Der 77-Jährige schwankte in seiner gesamten Biografie immer zwischen der Musik und der Bildenden Kunst hin und her. 2005 entschied er sich dann endgültig, sein Hobby zum Beruf zu machen. In diesem Jahr ließ er sich als freischaffender Bildhauer in seiner Heimatstadt Orlamünde nieder. Doch bereits in seiner Jugend tummelte er sich in beiden Bereichen. Während seiner musikalischen Ausbildung an der Spezialschule für Musik in Weimar Belvedere nahm er auch Zeichenunterricht bei Gerhard Wendenhorst.

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Das gleiche Bild wiederholte sich zwischen 1962 und 1967. In dieser Zeit absolvierte er ein Studium an der Hochschule für Musik in Weimar, besuchte aber gleichzeitig auch Abendkurse an der Hochschule für Architektur und Bauwesen, wo er unter anderem bei Horst Jährling Farb- und Bildkomposition studierte. Nach seinem Diplomabschluss war Erich Friedrich Becker als Violinist in Jena und Rudolstadt tätig. Er beschäftigte sich in dieser Zeit mit vielfältigen künstlerischen Ausdrucksformen. Seine Arbeiten sind in öffentlichen Einrichtungen unter anderem in Rudolstadt, Weimar, Nebra, Zeitz und Pulsnitz sowie im südfranzösischen Gramont zu bewundern.

Zeichnungen entwurzelter Bäume

Nun haben auch die Bautzener und ihre Gäste die Möglichkeit, einen Eindruck vom Schaffen des vielseitigen Künstlers zu bekommen. Für die Ausstellung ausgewählt wurden vor allem kleinformatige Plastiken aus Holz, Marmor und Sandstein. Inhaltlich greifen die Plastiken auf Motive der griechischen Götterwelt, aber auch auf die ältesten künstlerischen Ausdrucksformen der Menschheit, die prähistorischen Venus-Darstellungen zurück. Der Künstler gibt dem Material das, was es verlangt. So sind die Plastiken aus Marmor und aus Holz glatt und laden zum „be-greifen“ ein. Dagegen bleiben der Sandstein oder der Jurakalk rau und griffig.

Das Thema „Werden und Vergehen“ findet unter anderem seinen Ausdruck in dem Relief „Begegnung“, bei dem eingefügte Augen genügen, um aus zwei vermoderten Eichenbohlen ein Kunstwerk zu machen. Die Interpretation liegt im Auge des Betrachters. Sehr schön und dem Thema angemessen sind auch die Zeichnungen von entwurzelten oder abgestorbenen Bäumen, die passenderweise in alte hölzerne Fensterrahmen eingespannt wurden, die die Spuren der Verwitterung durch jahrelangen Gebrauch tragen.

Die Ausstellung von Erich Friedrich Becker ist noch bis zum 21. Juli in der Alten Wasserkunst zu sehen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr.