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Werder siegt auch im Pokal gegen Schalke

Die Bremer feiern im Viertelfinale den dritten Saisonerfolg über die Königsblauen und nehmen ihnen die letzte Chance auf einen Titel. 

Milot Rashica (links), der das 1:0 erzielte, Maximilian Eggestein (Mitte) und Davy Klaassen, der zum 2:0 traf, bejubeln den Bremer Erfolg auf Schalke. © dpa/Bernd Thissen

Gelsenkirchen. Der SV Werder Bremen hat dem abgestürzten Fußball-Vizemeister FC Schalke 04 am Mittwochabend in seinem Stadion die letzte Hoffnung auf das glückliche Ende einer verkorksten Saison genommen. Durch Tore von Milot Rashica und Davy Klaassen bezwangen die Hanseaten die Königsblauen mit 2:0 (0:0) und zogen zum 21. Mal ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Der sechsfache DFB-Pokal-Gewinner setzte dadurch seine Erfolgsserie in diesem Kalenderjahr fort und hat nach zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage zwei Chancen auf den Einzug in den Europapokal.

"Wir sind natürlich sehr froh, dass wir den Einzug ins Halbfinale geschafft haben. Das hatten wir uns vorgenommen", sagte Werder-Kapitän Max Kruse. "Das gute Spiel habe ich von uns nicht gesehen, aber wir haben derzeit eine Qualität, die es uns erlaubt, auch solche Partien zu gewinnen. Wir haben noch ein Spiel vor der Brust, um unseren Traum zu leben."

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Die Gastgeber bestätigten zwar drei Tage nach dem lebenswichtigen 1:0 im Bundesliga-Abstiegskampf bei Hannover 96 nach sechs Niederlagen hintereinander ihren Aufwärtstrend unter Interimstrainer Huub Stevens. Sie nutzten aber ihre Torchancen besonders am Anfang der zweiten Halbzeit nicht.

Stattdessen brachte Rashica mit einem Distanzschuss nach einem Abspielfehler von Bastian Oczipka die Gäste in der 65. Minute in Führung. Nur sieben Minuten später machte Klaassen mit einem weiteren Kunstschuss den dritten Sieg gegen die Gelsenkirchener in dieser Saison perfekt. "Über Hamburg fahr'n wir nach Berlin", sangen daraufhin die Werder-Fans in Erwartung eines Nordderbys im Halbfinale, während die Schalke-Anhänger frühzeitig aus der Arena strömten. Nuri Sahin fehlt allerdings in der Vorschlussrunde. Nach einer ungeschickten Zweikampf-Aktion sah er aufgrund wiederholten Foulspiels in der Schlussminute die Gelb-Rote Karte.

Für den Einzug in die Runde der letzten vier Klubs am 23. und 24. April bekommen die Hanseaten außerdem eine Prämie in Höhe von 2,656 Millionen Euro ein. Dadurch ist die Europa League für den Tabellensechsten nicht nur über die Bundesliga in Sichtweite, sondern wäre auch mit zwei weiteren Erfolgen im DFB-Pokal zu erreichen. Für die Schalker steht dagegen fest, dass sie in der nächsten Saison nicht international spielen.

Stevens ändert auf zwei, Kohfeldt auf drei Positionen

Stevens setzte bis auf zwei Ausnahmen auf die Hannover-Bezwinger. Der 19-jährige Marokkaner Nassim Boujellab, eigentlich mit der U 23 in der Oberliga unterwegs, und der wieder genesene Guido Burgstaller rückten in die Startelf. Werder-Coach Florian Kohfeldt wechselte gegenüber dem 3:1 gegen den FSV Mainz 05 auf drei Positionen.

Bereits nach 63 Sekunden gab es den ersten Aufreger. Die Schalker forderten vehement Elfmeter, nachdem Breel Embolo im Strafraum zu Boden gegangen war. Schiedsrichter Deniz Aytekin ließ jedoch weiterspielen. Beide Mannschaften versuchten, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Die Königsblauen wirkten nach dem Ende ihrer schwarzen Serie wie von Zentnerlasten befreit und kombinierten recht ansehnlich.

Nach einer Freistoßflanke von Sebastian Rudy kam Salif Sane frei zum Kopfball, traf den Ball aber nicht richtig (27.). Werder tat sich mit Kruse in der offensiven Zentrale deutlich schwerer als in den beiden Bundesligaduellen, die die Bremer mit 2:0 und 4:2 gewonnen hatten. Das größte Manko der Schalker: Sobald der Ball bei Embolo ankam, war der Angriff beendet. Entweder verlor er den Ball, oder der Schweizer spielte einen Fehlpass.

Die größte Torchance vor der Pause hatten allerdings die Gäste: Plötzlich tauchte Johannes Eggestein allein vor dem Schalker Tor auf, verfehlte jedoch das Ziel knapp (42.). Wenig später verzog sein Bruder Maximilian aus aussichtsreicher Position (45.).

Nach der Pause hatte Schalke gleich mehrmals die Führung auf dem Fuß: Boujellab verzog (47.). Sane verstolperte (50.). Burgstaller scheiterte an Werder-Torhüter Jiri Pavlenka (52.). Die sehenswerten Treffer folgten auf der anderen Seite. (sid)