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Werner als Weckruf

RB Leipzig wirft Hoffenheim aus dem Pokal, das Interesse im Stadion ist jedoch gering.

© F. Singer/REX/Shutterstock

Von Daniel Klein, Leipzig

Der künftige Trainer von RB Leipzig hat gegen seinen künftigen Chef auch das zweite Saisonduell verloren. Nach dem 2:1-Sieg in der Bundesliga vor wenigen Wochen setzte sich die Mannschaft von Ralf Rangnick gegen die von Julian Nagelsmann im DFB-Pokal durch, gewann 2:0. Damit ziehen die Rasenballer zum zweiten Mal in der neunjährigen Vereineinsgeschichte ins Achtelfinale ein. Vor einem Jahr hatte der FC Bayern im Elfmeterschießen die Leipziger in einem rassigen Duell gestoppt. Das war diesmal anders.

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„Es ist kein Superspiel“, erklärte in der Pause Leipzigs verletzter Offensivstratege Emil Forsberg, der schmerzlich vermisst wurde, weil es den Rasenballern in der Offensive lange an Ideen fehlte. Besser machte es erneut die RB-Defensive, die bisher beste der Liga. Die logische Folge war ein zunächst ereignisarmes Spiel, in dem der kurz vor der Torlinie von TSG-Verteidiger Ermin Bicakcic abgewehrte Schuss von Jean-Kevin Augustin (35.) lange der einzige Aufreger blieb.

Dabei hatten nicht nur die ARD-Verantwortlichen, die den „Plastico“, das Duell der beiden Mäzenklubs, zum Livespiel auserkoren hatten, mehr erwartet. Sogar über ein Spektakel wurde im Vorfeld frohlockt. Das war es in der Vergangenheit auch oft, diesmal merkte man den systemverwandten Teams trotz Rotation jedoch die Müdigkeit durch die Dreifachbelastung an.

Das änderte sich nach der Pause – durch Timo Werner. Seine Einwechslung wirkte wie ein Weckruf. Der Nationalstürmer erzielte nicht nur zwei Treffer innerhalb von acht Minuten, mit ihm wurde auch das gesamte Leipziger Spiel plötzlich schneller, direkter und gefährlicher. Durch die Führung ergaben sich zudem die Räume, die das RB-Tempospiel braucht. Genutzt wurden die jedoch nicht weiter. Im Stadion sehen wollten die Partie nur 21 042 Zuschauer, drei Heimspiele innerhalb von sechs Tagen waren nur für die härtesten Fans nicht zu viel. Hinzu kam die späte Anstoßzeit. „Wenn ich ein schulpflichtiges Kind hätte, würde ich mir das Spiel auch vom Sofa aus anschauen“, hatte Rangnick erklärt.