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Werner mit der Maske

Werner Hynitzsch wird für seine Verdienste zum Altstadtfest ausgezeichnet. Er ist ein Beispiel für gelungene Integration.

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© Dietmar Thomas

Von Tina Soltysiak

Leisnig. Nichtsahnend steht Werner Hynitzsch vorm Stiefelmuseum. Wie jedes Jahr trägt er sein Mönchsgewand. Neben ihm stehen weitere Mimen des Leisniger Carneval Clubs (CCL). Die Verleihung der „Goldenen Maske“ steht kurz bevor. Die verleiht traditionell der Leisniger Geschichts- und Heimatverein während des Burg- und Altstadtfestes. Dietrich Simon entrollt ein Papier und verkündet den diesjährigen Preisträger: ebenjenen Werner Hynitzsch. Er zuckt kurz zusammen. Ihm entfährt ein „oh“, dann breitet sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus. Währenddessen hält Simon seine Laudatio und begründet, warum ausgerechnet Hynitzsch in diesem Jahr geehrt wird. „Seit 20 Jahren hilft er bei der Vorbereitung und Durchführung des Burg- und Altstadtfestes mit. Er ist emsig in seiner Tätigkeit.“

Festumzug in Leisnig

Für einen Tag Hexe: Beate Reißmann. Von der Stadtwache eingefangen, hilft auch kein Jammern, Bitten und Flehen. Auf dem Schinderkarren wird sie dem Volk vorgeführt und zur Burg Mildenstein transportiert. Die Stadtwache hat aber noch eine weitere Aufgabe: Seit 1996 bewacht sie beim Burg- und Altstadtfest die Stadttore.
Für einen Tag Hexe: Beate Reißmann. Von der Stadtwache eingefangen, hilft auch kein Jammern, Bitten und Flehen. Auf dem Schinderkarren wird sie dem Volk vorgeführt und zur Burg Mildenstein transportiert. Die Stadtwache hat aber noch eine weitere Aufgabe: Seit 1996 bewacht sie beim Burg- und Altstadtfest die Stadttore.
Vorsicht: Klaus-Dieter Reißmann schwingt den Schmiedehammer.
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Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (2. von links) mischt sich mit Honoratioren aus der Stadt sowie den Partnerstädten in Ungarn und Italien unters Volk.
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Oma Ilka und Marie Fuhrmann vom gleichnamigen Geschäft vertreten im Handwerkerblock die Augenoptiker.
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Eine ganze Familie präsentiert ihr Hobby: André, Opa Michael und Karl züchten Geflügel.
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Der Kaplan und seine Mönche, im wahren Leben Mitglieder des Carneval Clubs Leisnig, machen auf die in Leisnig entwickelte Kastenordnung aufmerksam.
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Die Gruppe Nachtwindheim begleitet den historischen Umzug mit der passenden mittelalterlichen Musik.
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Monika und Claus Dieter Andrä bringen mit ihrem Fiat Dopolino, Baujahr 1938, einen Farbtupfer in den Umzug.
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Die Schuster haben nicht nur einen Mini-Riesenstiefel dabei, sondern verteilen an die Kinder auch eine Stiefelmahlzeit in Form eines gebackenen Stiefels.
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Mit viel Schwung dabei: Die Gaukler lassen die Keulen fliegen.
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Trotz Hitze in Pelz gewandet, kühlen sich die hohen Herrschaften mit süffigen Getränken ab.
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Werner Hynitzsch sei zwar ein Urgestein im Organisationsteam. „Ursprünglich ist er aber aus Hartha. Deshalb ist er ein Beispiel für eine gelungene Integration“, scherzt Dietrich Simon. Für Leisnig sei er ein Gewinn. „Er hat eine ruhige, überlegende Art, an Dinge heranzugehen“, sagt Simon. Lange Jahre führte Hynitzsch den CCL „mit ruhiger Hand“. Er habe den Karneval zu einem Markenzeichen von Leisnig gemacht. „Behutsam agieren und Menschen begeistern, sind Tugenden, die ihn auszeichnen“, ergänzt Simon. Hynitzsch ist nun Ehrenbürger des Burglehns zu Leisnig. Ihm zu Ehren und zum Gedenken wird ein Stein mit seinen Initialen vorm Stiefelmuseum verlegt.

„Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“, sagt Werner Hynitzsch, der seit 1958 in Leisnig wohnt. 46 Jahre lang hat er beim CCL mitgemischt, davon 22 als Präsident und sechs als Vize. „Und seit 20 Jahren helfe ich bei der Organisation des Burg- und Altstadtfestes mit“, sagt er. Nun soll damit Schluss sein. Er zieht sich aus dem Organisationskomitee zurück. Altersbedingt, wie er sagt. „Aber ich helfe dann weiter beim Auf- und Abbau. Da sind ja so viele Dinge rundherum zu erledigen, die sieht kaum einer“, erzählt Hynitzsch. Die Auszeichnung macht ihn stolz. Und seine Mitstreiter meinen: Er hat es verdient. Darauf gab’s dann erst einmal ein Schlückchen Stiefelweisse.

Einer konnte am Sonnabendnachmittag nicht mit anstoßen: Hans Pikos. Auch er ist mit der „Goldenen Maske“ ausgezeichnet worden und nun ein Ehrenbürger des Burglehns zu Leisnig. Es ist ein Novum, dass in einem Jahr zwei Personen Preis und Stein verliehen bekommen. Doch im vergangenen Jahr wurde keine Maske verliehen.