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Werner schießt RB an die Spitze

Die Leipziger führen durch ein 3:1 bei Borussia Mönchengladbach mindestens für eine Nacht in der Fußball-Bundesliga und lassen Proteste der Fans an sich abprallen.

Timo Werner (links) bejubelt mit Yussuf Poulsen eines seiner drei Tore.
Timo Werner (links) bejubelt mit Yussuf Poulsen eines seiner drei Tore. © dpa/Roland Weihrauch

Mönchengladbach. Traumstart dank Torgarant: Timo Werner hat den Klubrekord von RB Leipzig beinahe im Alleingang ausgebaut und seine Mannschaft wenigstens für eine Nacht an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga geschossen. Der Nationalspieler erzielte am Freitag beim 3:1 (1:0) bei Borussia Mönchengladbach alle drei Tore (38./47./90.+4) und sorgte für den dritten RB-Erfolg im dritten Saisonspiel. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Breel Embolo (90.+1) blieb am Ende folgenlos.

"Wir haben phasenweise sehr gut gespielt, aber Gladbach auch phasenweise zu viel spielen lassen", sagte Werner, der bis 2023 in Leipzig bleibt. "Natürlich passt es jetzt wie die Faust aufs Auge, dass ich meinen Vertrag verlängert habe und treffe wie am laufenden Band. Aber auch in der vergangenen Saison lief es sehr gut. Ich glaube, ich habe auf dem Feld meinen Kopf immer frei, und heute wurde das belohnt."

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Die jetzt seit zehn Heimpartien sieglosen Mönchengladbacher blieben dagegen auch im siebenten Duell mit RB ohne Erfolgserlebnis und mussten vor 47.227 Zuschauern im Borussia-Park die erste Niederlage unter dem neuen Trainer Marco Rose hinnehmen.

Dabei kamen die Mönchengladbacher zunächst besser in die Partie und setzten die Gäste mit hohem Pressing sofort unter Druck. Alassane Pléa verpasste nach schönem Doppelpass mit Neuzugang Embolo aber die Führung aus gut 15 Metern (10.).

Die Aktionen der Leipziger wurden in der Anfangsphase von lautstarken Pfiffen der Borussia-Fans begleitet, die das Freitagabendspiel erneut für Proteste gegen deren Geschäftsmodell nutzten. "Keine Akzeptanz für RB", stand auf einem großen Banner in der Nordkurve. Die Trillerpfeifen verstummten nach 19 Minuten.

Nagelsmann schafft den besten Saisonstart des Vereins

Davon beeindrucken ließen sich die Leipziger eh nicht. Zwar erarbeitete sich die Mannschaft des neuen Trainers Julian Nagelsmann, unter dem RB so gut wie noch nie in eine Saison startete, nur wenige zwingende Chancen. Über den auffälligen Werner wurde es aber immer wieder gefährlich, wenn auch die von Emil Forsberg mit einem starken Pass vorbereitete Führung ein bisschen überraschend kam.

Nagelsmann, der mit seinem ehemaligen Verein TSG 1899 Hoffenheim bei vier Versuchen nie in Mönchengladbach gewinnen konnte, veränderte seine Startelf auf drei Positionen und ließ sehr variabel spielen. Bei der Borussia kehrte Embolo in die Startformation zurück. Oscar Wendt absolvierte sein 200. Bundesliga-Spiel.

Die Mönchengladbacher verfolgten am Mittag gespannt die Auslosung der Europa-League-Gruppenphase, in der es gegen AS Rom, Istanbul Basaksehir und den Wolfsberger AC geht. "Eine starke Gruppe", sagte Sportdirektor Max Eberl. "Wir wollen gern in Europa überwintern."

Gegen Leipzig hatte erneut Pléa die nächste große Chance der Partie. Der Franzose scheiterte in der 32. Minute an RB-Torwart Peter Gulacsi. Werner machte es besser und tunnelte auf der Gegenseite Borussias Keeper Yann Sommer. Kurz vor der Halbzeitpause hatte wieder Pléa das Tor vor Augen. Erneut war Gulacsi zur Stelle (44.).

Direkt nach der Pause sorgte wieder Werner im 1:1-Duell gegen Sommer für Ernüchterung bei den Mönchengladbacher Fans. Wenige Minuten später bewahrte der Schweizer Keeper sein Team gegen Yussuf Poulsen vor einem noch höheren Rückstand (52.). Die Gastgeber blieben in der Folge dran. Eine abgefälschte Hereingabe von Konrad Laimer ging an die Latte (58.). Embolo sorgte noch einmal für Spannung und Werner am Ende für die Entscheidung. (dpa)

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