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Wertvolle Urkunde übergeben

Damit kommen sich Förderverein und Museumsleitung wieder näher. Bei schönen Projekten ist nun Zusammenarbeit gefragt.

© Repro/SZ

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Für 150 Euro war er zu haben, der Gesellenbrief des Seilers Johann Gottfried Kugler aus Großenhain mit einem Siegel und der Originalunterschrift des damaligen Bürgermeisters Chladenius. Dieses wertvolle Dokument von 1817 fand der Förderverein bei Ebay und übergab es jetzt Museumsleiter Dr. Schulze-Forster. Gleichzeitig unterzogen sich Vereinsmitglieder der Mühe, den Text in die heutige Schrift zu transkribieren. Außerdem übergab die AG Zürner des Fördervereins ins heutige Deutsch übertragene Kopien aus dem Atlas Augusteus von Landvermesser und Pfarrer Adam Friedrich Zürner. Damit bewies der Verein seinen weiteren Willen, die städtischen Museen zu unterstützen und gemeinsam für die Heimatforschung zu arbeiten. Zuletzt hatte es nach einer Weihnachtsfeier Streitigkeiten wegen Kleinigkeiten gegeben (SZ berichtete).

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Museumsleiter Jens Schulze-Forster bedankte sich für die wertvollen Stücke mit den Worten: „Das ist ja heute wie Weihnachten für uns“. Und setzte den vielsagenden Wunsch hinzu: „Auf dass dieser Quell nicht versiegt.“ Außerdem zog er Bilanz über das vorige Jahr in den Einrichtungen. Mit über 4000 Besuchern war 2015 das seit Langem erfolgreichste Jahr für das Haus am Kirchplatz. Mit 452 Gästen hatte die Museumspädagogik einen relevanten Anteil. 298 Besucher kamen ins historische Klassenzimmer in der Außenstelle des Gymnasiums. Immerhin konnten 5561 Euro Einnahmen erzielt werden – rund 2000 Euro mehr als 2014. Bringer waren vorrangig die Sandmann-Ausstellung und die Janke-Schau. Auch das Bauernmuseum Zabeltitz brachte gute Zahlen ein: 1224 Besucher, 2442 Euro Erlöse. Damit fällt auch dort die geforderte Leistungsbilanz gut aus.

Dennoch wird die Gebührenstruktur angepasst, denn einige Aufwendungen werden nicht leistungsgerecht entlohnt, so der Museumschef. Gruppenbesuche und Führungen kosteten bisher nur 50 Cent pro Person mehr. Jetzt gibt es eine Mindestpauschale von 10 bis 20 Euro, je nach Gruppengröße und Wochentag des Besuches. Gleiches trifft auch auf das Bauernmuseum zu. Beim Kulturraum stellten die städtischen Museen nun einen Antrag auf institutionelle statt Projektförderung und erhoffen sich dadurch höhere Zuschüsse. Bisher waren das insgesamt weniger als 10 000 Euro.

Auf Unterstützung durch die Förderer hofft Schulze-Forster für die Projekte, die dieses Jahr anstehen (s. Infokasten). Die Frühjahrsausstellung soll auch einige Neuerwerbungen aus dem Bereich Lithografie und Kupferstich zeigen. Sie soll an die große Buch- und Zeitungsdrucktradition Großenhains erinnern. Die Weihnachtsausstellung wird die hochwertigen Marionetten aus dem eigenen Fundus präsentieren. Drei Exemplare exzellenter Handwerkskunst sind gerade restauriert worden.