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Gesundheit

West-Nil-Virus fällt meist nicht auf

Die Infektion mit der Reisekrankheit verursacht in der Regel kaum Beschwerden, manchmal sogar gar keine.

Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop.
Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop. © C. Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

Düsseldorf. In Deutschland gibt es offenbar mehr Fälle von Infektionen mit dem West-Nil-Virus als bisher angenommen. Ein Anlass zur Sorge ist das nach Einschätzung von Experten aber nicht.

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"Es ist weiter extrem unwahrscheinlich, dass man damit in Kontakt kommt", sagte Prof. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) dem dpa-Themendienst. Und selbst wenn es dazu kommt, verläuft die Infektion in der Regel ohne Komplikationen - und sogar ohne Symptome.

"Oft merkt man davon gar nichts", sagt Jelinek. Auch nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) entwickelt nur jeder fünfte Infizierte eine Krankheit mit Fieber und grippeähnlichen Beschwerden, die in der Regel von alleine wieder verschwindet.

Richtig gefährlich ist das West-Nil-Virus nur, wenn sich aus der Infektion eine Enzephalitis entwickelt. Jelinek zufolge passiert das aber nur in einem von 150 Fällen.

West-Nil-Virus ist eigentlich Vogelkrankheit

Zudem ist das Vorkommen der Krankheit zumindest in Deutschland saisonal begrenzt: Eigentlich ist das West-Nil-Virus eine Vogelkrankheit, erklärt der Experte. Mücken können es aber von Vögeln aus betroffenen Gebieten auch auf den Menschen übertragen.

Wahrscheinlich ist dies jedoch nur dann, wenn Zugvögel und Mücken gleichzeitig Saison haben - also vor allem in Spätsommer und im Frühherbst. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur über das Blut möglich, im Rahmen einer Blutspende zum Beispiel. (dpa/tmn)