merken

Döbeln

Westfale schießt in Hartha den Vogel ab

Tobias May aus Dorsten holt sich das letzte Stück des Holzadlers. Den internen Wettbewerb gewinnt ein Hainichener.

Tobias May (Mitte) aus Hainichens Partnerstadt Dorsten ist neuer Harthaer Schützenkönig. Begleitet wird er vom Vereinschef Dietmar Merkel und Uta Duille.
Tobias May (Mitte) aus Hainichens Partnerstadt Dorsten ist neuer Harthaer Schützenkönig. Begleitet wird er vom Vereinschef Dietmar Merkel und Uta Duille. © Lars Halbauer

Von Helene Krause

Hartha. Schüsse hallten weit in die Umgebung. Bei fast jedem Treffer fiel ein Stück des Holzadlers von der Halterung herunter. Der Schützenverein Hartha feierte Schützenfest.

Anzeige
Entdeckungstour im Saftladen

Wie kommen die Äpfel als leckerer Saft in die Flasche? Zu sehen ist das in zahlreichen Keltereien am 21. oder 22. September.

Wie in jedem Jahr wurde ein Schützenkönig gekürt. Der Wettbewerb wurde bereits am Freitag mit dem Adlerschießen ausgetragen. Dabei wird von einem hölzernen Adler zuerst der Reichsapfel weggeschossen. Danach kommt das Zepter an die Reihe, dann die Krone, der rechte und der linke Flügel und der Schwanz. Für jedes abgeschossene Teil gibt es einen Pfänderorden. 

Wer am Ende den letzten Teil des Adlerrumpfes abschießt, ist Schützenkönig. Diesmal holte sich Tobias May aus Dorsten in Nordrhein-Westfalen den Titel. Der 39-Jährige ist Single und von Beruf Aufbereitungsmechaniker für Sand und Kies. Er gehört nicht nur dem Schützenverein in seiner Heimatstadt an, sondern er ist auch Mitglied im Privilegierten Schützenverein Hainichen und im Schützenverein Hartha.

„Seit 2010 bin ich im Schützenverein in Dorsten“, sagte er. Wie er schilderte, war er im Fanfarencorps seiner Heimatstadt Fahnenschwenker. „Dadurch kam ich zum Schützenverein. Der Schützenverein Hainichen kommt alljährlich zu uns nach Dorsten zum Schützenfest und wir fahren nach Hainichen.“ 2015 wurde der Harthaer Schützenverein der Bruderschützenverein von Hainichen. Im selben Jahr war Tobias May das erste Mal beim Bürgerschießen in Hartha mit dabei.

 „Die Schützenvereine sind wie eine Familie“, meinte er „Das gefällt mir an ihnen.“ Wie er fand, sind die Menschen im Osten anders als in den alten Bundesländern. „Auch das gefällt mir“, so der 39-Jährige. „Deshalb komme ich gern nach Sachsen.“ Das Schießen im Schützenverein ist sein Hobby. „Unser Schützenverein in Dorsten hat über 1.000 Mitglieder“, schilderte er. Zum Schützenfest nach Hartha kommt Tobias May jedes Jahr.

Den Harthaer Schützenverein gibt es seit 29 Jahren. Doch schon 1640 gab es einen solchen Verein in der Stadt. Zur Zeit des Nationalsozialismus und zu DDR-Zeiten waren Schützenvereine verboten. 1990 gründete sich der Harthaer Verein neu. Das Schützenfest wird in jedem Jahr gefeiert. Es ist neben dem traditionellen Pfingstschießen einer der Höhepunkte des Vereinslebens.

Gäste beim diesjährigen Bürgerschießen waren die Tellschützen aus Mochau, der Schützenverein Niederstriegis, der Privilegierte Schützenverein Hartha und der Privilegierte Schützenverein Leisnig.

Während der neue Schützenkönig schon am Freitagabend ermittelt wurde, gab es am Sonnabend für die Einwohner von Hartha und Umgebung ein Bürgerschießen. Neuer Bürgerschützenkönig wurde Matthias Liebold aus Hainichen.

Neben dem Adlerschießen wurde auf dem Schützenfest auch zünftig gefeiert – und das nicht nur am Freitagabend. Am Sonnabendnachmittag wurde der neue Schützenkönig traditionell mit einer Pferdekutsche abgeholt und zum Schützenplatz gefahren. Es gab Kaffee und Kuchen. Für die Kinder stand der Bastelbus von Freizeit-Franz bereit. Es wurde gegrillt, und zur Diskomusik konnte getanzt werden.