Dresden/Leipzig/Offenbach. Erst wird es warm, dann kommt die Hitze. Und es bleibt trocken auf absehbare Zeit, soweit die Wettermodelle vorausschauen. Am Mittwoch soll es demnach an die 30 Grad im sächsischen Tiefland geben, 35 im Süden Deutschlands. Das kündigt der Deutsche Wetterdienst an. „Zum Freitag hin kühlt es auch im Süden noch einmal ein wenig ab, bevor die Hitze ab Sonntag einen weiteren Anlauf nimmt“, heißt es aus der DWD-Zentrale in Offenbach.
Der Montag darauf wird wohl heißer als alle Tage bisher im Jahr. Das amerikanische Wettermodell GFS prognostiziert an die 40 Grad für Dresden und Leipzig. Wenn das passiert, dann würden landesweit bisherige Hitzerekorde fallen. Peter Zedler, Meteorologe beim DWD in Leipzig, bleibt skeptisch und vertraut da mehr dem deutschen Wettermodell. Icon nennt sich das und kommt auf gut 30 Grad für Montag und Dienstag in Dresden. Was immer noch viel ist, und vor allem die Trockenheit wird der Natur zusetzen.
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Trotz Hitze sind derzeit nicht einmal Gewitter absehbar. Die Luft ist einfach zu trocken. Ob zudem wieder Saharastaub mit der heißen Luft mitreist und den Himmel eintrübt, steht noch nicht fest. Die heiße Luftmasse schiebt sich derzeit von der Sahara nach Spanien hinüber. Kommenden Montag soll sie hier in Sachsen ankommen. Den Nordosten Deutschlands wird sie aber wohl nicht erreichen, sagt Zedler. In den Vorhersagen sieht er für Montag und Dienstag zwei heiße Tage. Ob es noch ein paar mehr werden, lasse sich erst Mitte dieser Woche sagen.
Die Hitze kommt öfter, wird heftiger und bleibt länger
Deutlich stärker als Sachsen wird der Südwesten Deutschlands von der Hitzewelle erwischt. Die beginnt dort bereits am Sonntag. Dann sind auch Tropennächte mit über 20 Grad zu erwarten. Insbesondere für den Südwesten warnt der DWD vor einer auch länger anhaltenden Hitzewelle. Trotz aller noch vorhandenen Unsicherheiten in den Wettermodellen, Pflegeheime, Krankenhäuser, Kinderbetreuung werden sich vorbereiten müssen.
Dass wir mit Hitzewellen künftig öfter leben müssen, hat eine vergangene Woche veröffentlichte Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung gezeigt.
Die globale Klimaerwärmung verändert bereits sogenannte Jets, also die großen, polare Luftströmungen in fünf bis zehn Kilometern Höhe. Das führt in Europa zu einer Blockade der sonst hier üblichen Tiefs vom Atlantik. „Hitzewellen über Europa, vor allem über Westeuropa, haben drei- bis viermal schneller zugenommen als im Rest der nördlichen mittleren Breiten“, heißt es in dem Bericht. Heiße Luft aus dem Mittelmeerraum dringt nun öfter bis zu uns. Hitze kommt häufiger und heftiger. Und sie bleibt länger.