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Döbeln bereitet Hilfe für Flutgebiete vor

Die Technik ist verpackt. 8.000 Sandsäcke sind auf dem Weg. Von vielen Seiten werden Spenden organisiert.

Viele Helfer unterstützen die Menschen in den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bereits. Auch die Kameraden der Feuerwehren und die Mitstreiter des THW aus der Region Döbeln stehen dafür bereit.
Viele Helfer unterstützen die Menschen in den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bereits. Auch die Kameraden der Feuerwehren und die Mitstreiter des THW aus der Region Döbeln stehen dafür bereit. © dpa

Region Döbeln. Keller laufen voll, Straßen sind überflutet, Häuser stürzen ein. Es sind Bilder, die sprachlos machen und gleichzeitig zu Aktionen herausfordern. Auch in der Region Döbeln.

„Wir wollen helfen. Wir wissen, wie es bei uns in den Jahren 2002 und 2013 war. Damals waren wir dankbar für jede Unterstützung. Jetzt wollen wir etwas zurückgeben“, sagte Döbelns Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). Schon in den frühen Morgenstunden des Freitags hat die Stadt 8.000 Sandsäcke bereitgestellt. Diese sollen in Bornheim, der Partnerstadt von Mittweida, zum Einsatz kommen. Die hatte Döbeln um Unterstützung gebeten.

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Neben akut fehlenden Sandsäcken, werden in Bornheim viele alltägliche und überlebenswichtige Dinge benötigt. „Dank dem Landkreis Mittelsachsen und umliegenden Gemeinden können wir am Wochenende einen Lkw mit rund 40.000 Sandsäcken auf den Weg schicken, um Bornheim und weitere Kommunen in der Region zu unterstützen“, teilt die Stadt Mittweida auf ihrer Internetseite mit.

In Mittelsachsen werden derzeit die Vorbereitungen dafür getroffen, Technik und Einsatzkräfte in die Hochwassergbiete zu schicken. Die Koordination der Maßnahmen erfolge über den Freistaat.

„Wenn es notwendig ist und wir angefordert werden, wird Mittelsachsen seinen Beitrag leisten“, erklärte Landrat Matthias Damm (CDU). „Unsere Hilfseinheiten sind informiert und stehen bereit.“ Der Landkreis stehe mit den Bürgermeistern der einzelnen Kommunen in Kontakt.

Absprachen mit den Arbeitgebern

In Döbeln sind beispielsweise ein großes Feuerwehrfahrzeug und fünf Feuerwehrleute startklar. Außerdem wurde Technik, wie ein Notstromaggregat, Pumpen und Schläuche auf einen Hänger verladen. „Wir warten nur auf das Signal. Dann kann es losgehen“, so Oberbürgermeister Sven Liebhauser. Er geht davon aus, dass zunächst der Katastrophenschutzzug zum Einsatz kommt und dann die Feuerwehr.

Das Technische Hilfswerk (THW) verschaffte sich am Freitagnachmittag einen Überblick, welcher Ortsverband mit wie vielen Helfern und welcher Technik zum Einsatz kommen kann. „Es rollt langsam an. Wir sind immer einsatzbereit. Doch es gibt noch einiges zu klären. Wir wissen auch noch nicht, ob und wann unsere Hilfe benötigt wird“, so Christian Winkler, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Döbeln.

„Denn wenn wir zum Einsatz kommen, dann für mehrere Tage. Deshalb sind wir gerade dabei, mit den Arbeitgebern abzusprechen, wie lange sie die Helfer freistellen können.“

Die Bürgermeister des Landkreises Mittelsachsen hätten sich bereits am Donnerstagabend abgestimmt. „Fast alle Kommunen haben zugesagt, Technik und Helfer zu entsenden, wenn Hilfe benötigt wird“, sagte Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). Allerdings müssten sie darauf warten, dass die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ein Hilfeersuchen stellen. „Ohne das können wir nicht handeln“, so Schilling.

Manpower aus Hartha

Ein Teil der Ostrauer Wehr gehöre zum Katastrophenschutzzug des Landkreises. „Unsere Leute sind einsatzbereit“, so Schilling. Alle Entscheidungsträger würden in Verbindung stehen. Die Bereitschaft, zu helfen, sei sehr groß. „Schließlich wurde auch unsere Region unterstützt, als hier Land unter war“, so Schilling. Es gehe auch um moralische Hilfe.

Harthas Gemeindewehrleiter René Greif habe am Donnerstagabend mit den Kameraden in der Partnerstadt Fröndenberg telefoniert. Diese hätten erklärt, die Region sei noch mit einem blauen Auge davongekommen. Aber in Richtung Saarland sehe es schlimm aus.

„Wenn wir gebraucht werden, um zu helfen, werden wir eine Lösung finden“, so René Greif. Die Kameraden könnten allerdings nicht mit dem 40 Jahre alten Feuerwehrfahrzeug bis zum Einsatzort fahren. „Aber unsere Manpower stellen wir gern zur Verfügung. Die Maschinen können Tag und Nacht laufen, aber es werden Leute benötigt, die diese rund um die Uhr bedienen. Das könnten Kameraden von uns übernehmen“, so der Gemeindewehrleiter.“

Konto und Spendenbüchse

Döbelns Bürgermeister habe zudem angeregt, dass der Landkreis ein zentrales Spendenkonto einrichtet, auf das Bürger, Kommunen und Unternehmen Spenden einzahlen können, die dann koordiniert von einem betroffenen Landkreis ausgegeben werden können.

Die Stadt Roßwein hat bereits ein solches Spendenkonto angelegt. „Wer die Opfer des Juli-Hochwassers 2021 unterstützen möchte, der kann jederzeit bis auf Widerruf eine Spende auf dieses Konto einzahlen. Jeder noch so kleine Betrag hilft“, teilt Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) auf der Internetseite der Stadt mit.

Die gesamten Spendengelder würden dann einer Kommune oder geschädigten Privatpersonen aus einem der Notstandsgebiete überbracht – „als ein Zeichen der Menschlichkeit, des Mitgefühls, der Solidarität und des Zusammenstehens der Bevölkerung.“

Auch andernorts machen sich die Menschen über die finanzielle Hilfe Gedanken. So wurde bei der Zeugnisausgabe der Harthaer Oberschule am Freitagabend in der Stadtkirche eine Spendenbüchse für die Flutopfer aufgestellt. „Das werden wir bei den Gottesdiensten in den kommenden Tagen wiederholen“, sagt Kantor Michael Fromm.

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Die Buchoase hatte es vor Jahren bei einem der Hochwasser in Döbeln ebenfalls erwischt. „Wir wissen deshalb, was in diesen Momenten in den Händlern vorgeht. Daher haben wir beschlossen, alle Einnahmen am 25. Juli, dem verkaufsoffenen Sonntag anlässlich der 1040-Jahrfeier von Döbeln, einer von der Flut betroffenen Buchhandlung zu spenden“, so ein Eintrag auf der Facebookseite der Buchhandlung.

Das Roßweiner Spendenkonto:

  • IBAN: DE03 8605 5462 0031 9300 01
  • BIC: SOLADES1DLN
  • Verwendungszweck „Roßwein hilft“

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