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Sommer in Sachsen so nass wie seit 67 Jahren nicht mehr

Die Dürre in Boden und Grundwasser endet erstmals seit Jahren, die Wälder erholen sich. Wassermangel bleibt dennoch und hängt stark vom Herbst ab. So startet er.

Gewitterzellen wie hier in der Oberlausitz prägen das Bild von diesem nassen Sommer.
Gewitterzellen wie hier in der Oberlausitz prägen das Bild von diesem nassen Sommer. © LausitzNews.de/Toni Lehder

Dresden/Offenbach. So viel Regen wie in diesem Sommer hat es sachsenweit seit Messbeginn nur selten gegeben. „Das ist Sachsens viertregenreichster Sommer“, sagt DWD-Sprecher Uwe Kirsche gegenüber Sächsische.de. Am 31. August endet der meteorologische Sommer, dann ist für den Deutschen Wetterdienst Herbst.

Die Entwicklung hin zu Extremzuständen in der Witterung zeigt sich auch hier. Nach drei sehr trockenen Jahren mit großem Wasserdefizit schlägt es diesmal in die andere Richtung um.

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370 Liter Regen fielen pro Quadratmeter

Verteilt über die gesamte Fläche kamen pro Quadratmeter in Sachsen im Laufe des Sommers 370 Liter Regen herunter. 222 Liter hätten dem langjährigen Durchschnitt entsprochen. „Damit ist in Sachsen im Sommer so viel Regen gefallen, wie seit 67 Jahren nicht mehr“, sagt Kirsche.

Sachsen ist damit in diesem Sommer auch so ziemlich der nasseste Fleck in ganz Deutschland. Nur Bayern hatte, bedingt durch die Alpen, noch mehr Niederschlag in den letzten drei Monaten. Die größte sächsische Tagessumme an Wasser von oben hat der DWD für Lichtenhain-Mittelndorf am 17. Juli gemessen. Jener Tag, an dem dort die Kirnitzsch verwüstend durchs Tal strömte.

Sonst gab es vor allem starken Landregen halt. Der hat Sachsens Böden seit Jahren wieder einmal gut durchfeuchtet. Selbst das Grundwasser hat etwas abbekommen, eigentlich völlig unüblich um diese Jahreszeit, sagt Andy Philipp, Hydrologe beim Landesumweltamt.

Das Wasser-Defizit ist nicht verschwunden

Kleine Flüsse bekommen um diese Jahreszeit ihr Wasser fast ausschließlich aus dem Grundwasser. Dass die jetzt gefüllt sind, ist ein gutes Zeichen. An 253 Messstellen misst Sachsen den Grundwasserpegel. 51 Prozent der Pegel liegen derzeit trotz der Niederschläge unter dem langjährigen Mittel. 28 Zentimeter unter normal, so der Durchschnittswert für ganz Sachsen. Im vergangenen Jahr waren dies noch 75 Zentimeter.

  • Wärmster Ort: Dresden-Strehlen 19,6°C (17,8°C in Referenzperiode 1960-90)
  • Kältester Ort: Fichtelberg 12,6°C (10,6°C)
  • Nassester Ort: Carlsfeld 461 l/m² (351 l/m²)
  • Trockenster Ort: Hoyerswerda 232 l/m² (191 l/m²)
  • Sonnigster Ort: Hoyerswerda 694 Sonnenstunden (668 h)
  • Dunkelster Ort: Treuen 311 Sonnenstunden (553 h) Quelle: DWD/SZ

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Um alle Defizite der vergangenen Jahre auszugleichen, müsste es noch mehrere Monate so weiterregnen wie bisher. Das Defizit liege immer noch bei 300 Litern je Quadratmeter. „Jetzt wird der Herbst entscheidend.“ Da allerdings gehen die Mittelfristprognosen bis Mitte September erst einmal von trockenen Spätsommertagen aus. Die Schulanfangsfeiern im Garten sind gerettet.

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