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Schon 260.000 Menschen vom Hurrikan "Beryl" betroffen

Schwere Verwüstung in der Karibik: Hurrikan "Beryl" hat auf manchen Inseln mehr als 90 Prozent der Häuser beschädigt oder zerstört. Es ist der stärkste in einem Juli gemessene Atlantik-Hurrikan.

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Ein vom Hurrikan "Beryl" beschädigtes Boot liegt auf der Seite an einem Dock in Kingston, Jamaika.
Ein vom Hurrikan "Beryl" beschädigtes Boot liegt auf der Seite an einem Dock in Kingston, Jamaika. © Leo Hudson/AP

St. George's/Genf/Tulum. In der Karibik hat schon mehr als eine Viertelmillion Menschen mit den Folgen von Hurrikan "Beryl" zu tun. Im Staat Sankt Vincent und die Grenadinen seien 40.000 betroffen, in Grenada 100.000 und auf Jamaika 120.000, berichtet das UN-Nothilfebüro OCHA in Genf. In diesen Stunden erreicht der Hurrikan nach Angaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort die Küste Mexikos.

"Beryl" habe schwere Verwüstung angerichtet, sagte OCHA-Sprecherin Vanessa Huguenin. Auf manchen Karibik-Inseln seien mehr als 90 Prozent der Häuser beschädigt oder zerstört worden. Dächer seien fortgerissen worden, Bäume umgestürzt, Stromleitungen abgerissen.

"Das Ausmaß der Schäden durch Hurrikan "Beryl" ist greifbar und verheerend", sagte Rhea Pierre, die für die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad und Tobago, arbeitet. Vor Barbados seien 200 Fischerboote zerstört oder beschädigt worden.

Auf Union Island, der südlichsten Insel von St. Vincent und den Grenadinen, hätten viele Menschen alles verloren. "Sie kommen auf der Hauptinsel nur noch mit dem an, was sie am Leib tragen", sagte sie. Das Rote Kreuz verteile überall Decken, Plastikplanen, Trinkwasser, Essen und Hygieneartikel.

Stärkster Atlantik-Hurrikan im Juli

"Beryl" hatte sich am vergangenen Wochenende innerhalb von weniger als 24 Stunden von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 4 und später zur höchsten Kategorie 5 entwickelt. Es handelt sich um den ersten Hurrikan der Anfang Juni begonnenen Saison im Atlantik. So früh in der Hurrikan-Saison, die ein halbes Jahr dauert, war noch nie ein so starker Sturm registriert worden - nach Angaben des Experten Philip Klotzbach von der Colorado State University ist "Beryl" der stärkste je erfasste Atlantik-Hurrikan im Juli.

Familienmitglieder beginnen auf Barbados mit der Reparatur ihres Hauses, das durch den Hurrikan schwer beschädigt wurde.
Familienmitglieder beginnen auf Barbados mit der Reparatur ihres Hauses, das durch den Hurrikan schwer beschädigt wurde. © Lucanus Ollivierre/AP/dpa

Zwischenzeitlich maß das NHC Windgeschwindigkeiten um die 270 Kilometer pro Stunde - ab 252 ist die Kategorie 5 erreicht. Im Zuge des Klimawandels macht wärmeres Meereswasser starke Wirbelstürme wahrscheinlicher. (dpa)