merken
PLUS Döbeln

Döbeln: Straßen verschlammt und Keller überflutet

Nach dem Unwetter waren viele Feuerwehren im Einsatz. Auf der Autobahn ging nichts mehr. Der Wetterdienst warnt weiter.

Nach der Überschwemmung in der Nacht beseitigen Harthaer Feuerwehrleute den Schlamm von der Straße in Steina.
Nach der Überschwemmung in der Nacht beseitigen Harthaer Feuerwehrleute den Schlamm von der Straße in Steina. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Durch ein starkes Gewitter und heftige Regenfälle sind am späten Dienstagabend in einigen Orten der Region Döbeln Straßen und Fußwege überflutet worden und Keller voll Wasser gelaufen.

In Reinsdorf waren zwölf Kameraden der Feuerwehr des Ortes und drei der Waldheimer Wehr im Einsatz. Dort war schlammiges Wasser vom Feld auf die Straße und in die Keller einiger Häuser geflossen.

Klinik Bavaria Kreischa
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

„Aber die Lage hat sich relativ schnell wieder entspannt“, sagt der Waldheimer Gemeindewehrleiter Daniel Seifert. Die Kameraden haben die Straßen zeitnah soweit beräumt, dass der Verkehr ungehindert rollen konnte.

FIn Steina haben die Kameraden der Feuerwehr eine Familie unterstützt, deren Grundstück von Schlamm und Wasser überflutet wurde.
FIn Steina haben die Kameraden der Feuerwehr eine Familie unterstützt, deren Grundstück von Schlamm und Wasser überflutet wurde. © Erik-Holm Langhof
In Steina wurde mindestens ein Grundstück überflutet.
In Steina wurde mindestens ein Grundstück überflutet. © Erik-Holm Langhof
In Saalbach musste die Dorfstraße nach Überflutung gesperrt werden.
In Saalbach musste die Dorfstraße nach Überflutung gesperrt werden. © Erik-Holm Langhof
In Kleinpelsen kam die braune Brühe von einer Wiese.
In Kleinpelsen kam die braune Brühe von einer Wiese. © Erik-Holm Langhof
In Steina ist Schlumper über die Ufer getreten und hat die Straße überspült.
In Steina ist Schlumper über die Ufer getreten und hat die Straße überspült. © Dietmar Thomas
Feuerwehrleute versuchen in Steina das schlammige Wasser von der Straße abzuleiten.
Feuerwehrleute versuchen in Steina das schlammige Wasser von der Straße abzuleiten. © Dietmar Thomas
Die Straße zwischen Westewitz und Wendishain ist wegen Verschmutzung gesperrt.
Die Straße zwischen Westewitz und Wendishain ist wegen Verschmutzung gesperrt. © Dietmar Thomas
Zum fünften Mal steht der Keller des Leisniger Bahnhofs unter Wasser.
Zum fünften Mal steht der Keller des Leisniger Bahnhofs unter Wasser. © privat
Als die Schlumper über die Ufer getreten ist, hat sie ein Bäumchen "versetzt".
Als die Schlumper über die Ufer getreten ist, hat sie ein Bäumchen "versetzt". © Dietmar Thomas
Auch in privaten Grundstücken wurden "die Reste"  des Unwetters der Nacht beseitigt.
Auch in privaten Grundstücken wurden "die Reste" des Unwetters der Nacht beseitigt. © Dietmar Thomas

Auch im Gemeindegebiet Hartha haben sich 30 Einsatzkräfte der Ortswehr an mehreren Stellen um Unwetterschäden gekümmert. Am Abend des Starkregens sind sie nach Steina und Wendishain ausgerückt. Dort hatten sich Wasser, Schlamm und Geröll über Straßen ergossen. In Steina war die Schlumper über die Ufer getreten.

„Wir wurden auch an die Nordstraße in Hartha alarmiert, wo Wasser in einen Keller eingedrungen war. Dort mussten wir aber nicht mehr eingreifen. Das Wasser ist von alleine wieder abgelaufen“, sagt Harthas Wehrleiter René Greif.

In Absprache mit der Straßenmeisterei wurden einige Straßen in der Harthaer Region an dem Abend gesperrt und am nächsten Tag beräumt und gereinigt. So der Mühlgraben und der Kellerberg in Steina. Bei Letzterem erhielten die Kameraden Unterstützung von Mitarbeitern des Landwirtschaftsbetriebes Alexander Zschaage. Insgesamt waren die Harthaer Feuerwehrleute nach dem Unwetter mehr als neun Stunden im Einsatz.

Geringe Sicht auf der Autobahn

Zum wiederholten Mal bahnte sich das Wasser den Weg in die Neubaublöcke von Westewitz. Dort stand es in den Kellern bis zu fünf Zentimeter hoch und wurde von den Kameraden der Großweitzschener Wehr in die Gullys gekehrt. Zehn Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Zudem war die Straße zwischen Westewitz und Wendishain gesperrt. Dort mussten die Schlammreste nach der Überflutung noch beseitigt werden. Solche gab es auch auf der Dorfstraße in Saalbach und in Kleinpelsen bei Leisnig.

Auf der A 14 kam es zwischen Döbeln und Grimma zu Verkehrsbehinderungen. Die Sichtweite betrug teilweise nur noch wenige Meter, so dass die Kraftfahrer ihre Geschwindigkeit bis auf 30 km/h reduziert haben. Einige Kraftfahrer legten eine Rast auf einem Parkplatz ein, da auf der Autobahn Aquaplaninggefahr bestand.

Wasser im Leisniger Bahnhof

Bereits zum fünften Mal gab es im Leisniger Bahnhof einen größeren Wassereinbruch im Keller, seit die neuen Besitzer im Juli vergangenen Jahres begonnen haben, sich um das Gebäude zu kümmern.

„Aber eigentlich passiert es jedes Mal, wenn es regnet. Nur nicht immer so stark“, sagt der zuständige Architekt Alireza Rismanchian. Als Grund nennt er eine Verbindung des Abwassersystems des Gebäudes mit der Kanalisation, durch die das Wasser in den Keller des Bahnhofes gedrückt wird.

Die Deutsche Bahn sei informiert, eine Kanalbefahrung erfolgt und ein Gutachten erstellt. „Wir haben auch auf die Dringlichkeit hingewiesen“, so Rismanchian. Mitarbeiter der Deutschen Bahn seien einmal vor Ort gewesen, aber seitdem tue sich nichts mehr.

Schwimmpumpen könnten zwar geringe Wassermengen aus dem Keller pumpen, aber nicht solche Mengen wie am Dienstag. Und inzwischen hätten sich dort auch zwei Pilzarten angesiedelt, die die Besitzer des Bahnhofes gern beseitigen wollen. Voraussetzung dafür ist aber, dass kein Wasser mehr eindringt.

Bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter möglich

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Dienstag eine amtliche Unwetterwarnung für die Zeit von 19 Uhr bis 20.30 Uhr für den Raum Mittelsachsen herausgegeben. In dieser Zeit zog ein Regenband von Chemnitz in nördliche Richtung.

Weiterführende Artikel

Nach Sturm drohen starke Gewitter in Sachsen

Nach Sturm drohen starke Gewitter in Sachsen

Sturmtief "Bennet" hat in Sachsen viele Schäden verursacht, auch Menschen wurden verletzt. Nun warnen Meteorologen vor Unwettern im Freistaat.

Die Schauerintensität war laut Sebastian Manns, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst, regional sehr unterschiedlich. Wurden an den Messpunkten in Döbeln und Rossau/Moosheim lediglich neun und zwölf Liter pro Quadratmeter in einer Stunde registriert, waren es in Altgeringswalde 28 Liter und in Kriebstein 42 Liter.

Bis Freitag warnt der Wetterdienst weiter vor Dauerregen. Dabei können in der Region Döbeln Niederschlagsmengen von 40 bis 50 Liter pro Quadratmeter auftreten. (mit ehl)

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln