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SOE: Genug Platz fürs Schmelzwasser

Es wird wärmer, der Schnee taut. Im Landkreis gibt es aber ausreichend Stauraum, eine akute Hochwassergefahr besteht derzeit nicht.

Talsperre Gottleuba: Das angestrebte Stauziel ist derzeit noch nicht erreicht.
Talsperre Gottleuba: Das angestrebte Stauziel ist derzeit noch nicht erreicht. © Daniel Förster

In den Talsperren und Rückhaltebecken im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist derzeit ausreichend Stauraum vorhanden, um für die anhaltende Schneeschmelze gerüstet zu sein. "Unsere Stauanlagen können viel Schmelzwasser aufnehmen", sagt Heinz Gräfe, Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung in Pirna.

Manche Stauanlagen seien aufgrund der Trockenheit im vergangenen Jahr noch nicht einmal wieder am Stauziel. "Auch die Hochwasserrückhaltebecken sind derzeit alle vollständig verfügbar und können bei Bedarf eingestaut werden", sagt Gräfe.

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Aufgrund des fortschreitenden Tauwetters - fürs Wochenende sind zweistellige Plusgrade vorhergesagt - wird erfahrungsgemäß viel Schmelzwasser in die Flüsse abfließen. Nach Auskunft des sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie werden aber auch die Böden einen Teil des Wassers aufnehmen, da sie vor dem Schneefall nicht gefroren waren.

Wasservorrat im Schnee geringer als 2006

Im Einzugsgebiet der Elbe in Tschechien liegt der mittlere Wasservorrat in der Schneedecke derzeit bei etwa 25 Liter je Quadratmeter, an den Nebenflüssen der oberen Elbe im Landkreis oberhalb von 300 Meter bei bis 47 Liter je Quadratmeter, unterhalb von 300 Meter bei 27 Liter je Quadratmeter. Im Vergleich dazu: Vor dem Frühjahrshochwasser im März/April 2006 lag dieser Wert teilweise bei 90 Liter pro Quadratmeter.

Damit die Flüsse jetzt nicht signifikant über die Ufer treten, kann viel Wasser zurückgehalten werden. Nach Aussage des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat Tschechien an den Elbe-Zuflüssen Moldau und Eger bereits Wasser aus Talsperren abgelassen, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen.

In die Talsperren passt noch was rein

Auch im Landkreis gibt es genügend Stauraum, verdeutlicht hier an einigen Beispielen:

  • Talsperre Gottleuba: Das Stauziel liegt bei 9,5 Millionen Kubikmeter, derzeit ist sie mit 8,6 Millionen Kubikmeter gefüllt. Insgesamt fasst das Becken 13 Millionen Kubikmeter.
  • Talsperre Malter: Das Stauziel liegt bei 4,4 Millionen Kubikmeter, derzeit ist sie mit 4,2 Millionen Kubikmeter gefüllt. Insgesamt fasst sie knapp 8,8 Millionen Kubikmeter.
  • Talsperre Klingenberg: Das Stauziel liegt bei 14,1 Millionen Kubikmeter. Derzeit ist sie mit elf Millionen Kubikmeter gefüllt. Insgesamt fasst sie 16 Millionen Kubikmeter.
  • Talsperre Lehnmühle: Das Stauziel liegt bei 15 Millionen Kubikmeter. Derzeit ist sie mit 15,4 Millionen Kubikmeter gefüllt. Insgesamt fasst sie knapp 22 Millionen Kubikmeter.

In Hochwasserrückhaltebecken, beispielsweise in Lauenstein, in Bad Gottleuba, in Friedrichswalde-Ottendorf und in Liebstadt gibt es ebenso genügend Stauraum. Die Rückhaltebecken Glashütte und der Speicher Altenberg sind sogar komplett leer.

Entspannte Lage an den Flüssen

Der Pegel der Elbe lag am Donnerstag in Schöna bei 3,02 Meter, in Pirna bei 3,20 Meter, Tendenz gleichbleibend. An den Nebenflüssen der oberen Elbe, wie beispielsweise Kirnitzsch, Lachsbach, Gottleuba, Seidewitz, Wesenitz, Müglitz und Weißeritz wurden keine ungewöhnlichen hohen Pegelstände registriert.

Laut des sächsischen Landeshochwasserzentrums liegen für den Bereich oberes Elbtal derzeit keine akuten Hochwasserwarnungen vor.

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