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Sicher durch den Sturm – so geht es

Starker Wind und Regen - werden Autofahrer davon unterwegs überrascht helfen ein paar Tipps, sicherer ans Ziel zu kommen. Aber manchmal fahren Auto oder Motorrad besser gar nicht erst los.

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Auf Autobahnbrücken zeigen oft Luftsäcke, ob und aus welcher Richtung der Wind weht.
Auf Autobahnbrücken zeigen oft Luftsäcke, ob und aus welcher Richtung der Wind weht. © dpa/ Michael Reichel

Deutschland erwaret laut Deutschem Wetterdienst (DWD) mit großer Wahrscheinlichkeit am Freitag ein "extremes Unwetter" mit Gewitter, Hagel und Sturm. Nach Einschätzung des DWD dürfte vielerorts die höchste Warnstufe (Stufe 4) ausgerufen werden.

Autofahren ist bei solchen Witterungsbedingungen gefährlicher als sonst. Mit einigen Ticks lässt sich das Risiko jedoch reduzieren. Manchmal ist es trotzdem besser, gar nicht erst loszufahren.

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In diesem Text:

  • Wie verhalte ich mich bei Sturm im Auto?

  • Wo weht der Wind am stärksten?

  • Wann das Auto besser stehen bleibt

  • Wie verhalte ich mich bei starkem Regen im Auto?

  • Besonders besonnen mit Motorrad, Anhänger und Co.

  • So verhalten Sie sich bei Schäden am Auto

Wie verhalte ich mich bei Sturm im Auto?

Wer bei starkem Wind Auto fährt, braucht vollste Aufmerksamkeit und passt das Tempo an. Je langsamer, desto besser kann man am Lenkrad noch reagieren. Die wichtigste Regel: Runter vom Gas und nicht ablenken lassen durch laute Musik etwa oder Gespräche.

Beide Hände gehören ans Lenkrad, so der ADAC weiter. Ergreift eine Böe abrupt das Auto, ist gegenzulenken - aber angemessen und sanft.

Wer zu stark gegen den Wind lenkt, riskiert Unfälle. Denn bricht der Luftstrom abrupt wieder ab, landet man vielleicht im Graben oder auf der Gegenfahrbahn, so der Tüv Süd. Also mit Gefühl lenken.

Auf gleichmäßigen Seitenwind lässt sich allerdings besser reagieren, als auf plötzliche Böen aus verschiedenen Richtungen. Aufbauten wie Dachboxen oder auf dem Dach montierte Fahrräder erhöhen die Angriffsfläche für den Wind.

Wo weht der Wind am stärksten?

Woher der Wind bläst, darauf kann die Neigung von Bäumen und Büschen an der Straße hinweisen. An manchen Brücken zeigen Luftsäcke die Richtung an. Da, wo der Wind offene Angriffsflächen hat, steigt die Gefahr - also etwa auf Brücken, in Waldschneisen oder an Tunnelausfahrten. Auch große Fahrzeuge wie etwa Busse und Lkw zu überholen, kann schnell brenzlig werden, wenn das eigene Auto aus deren Windschatten gelangt und der Wind es plötzlich voll erfasst.

Mitunter ist es besser, gar nicht erst loszufahren.
Mitunter ist es besser, gar nicht erst loszufahren. © dpa/Marcel Kusch

Wann das Auto besser stehen bleibt

Werden Stürme vorhergesagt, sollten baumreiche Strecken gemieden werden. Ab Windstärke 5 (29 bis 38 km/h Windgeschwindigkeit) sollte man bereits vorsichtig sein. Wird vor schwerem Sturm (ab Windstärke 10) oder Orkanen gewarnt, rät der ADAC, gar nicht erst loszufahren.

"Wer unterwegs überrascht wird, bleibt im Zweifel am nächstmöglichen sicheren Platz stehen", sagt Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. Dabei meiden Schutzsuchende aber Orte, wo etwa herabfallende Äste oder Bäume gefährlich werden können. Das gilt auch fürs Parken. Am sichersten steht das Fahrzeug in einer Garage. Wer keine hat, könnte für die absehbare Zeit des angekündigten Unwetters ein Parkhaus nutzen. Das koste vergleichsweise wenig Geld, das Auto bleibt aber heil, so Lucà.

Wie verhalte ich mich bei starkem Regen im Auto?

Manchmal geht ein Sturm mit ergiebigem Regen einher. Dann gilt: Wer an überfluteten Abschnitten oder Unterführungen ankommt, hält an und umfährt sie besser, wenn die Wassertiefe nicht abzuschätzen ist. Denn wer schwungvoll durchs zu tiefe Wasser fährt, könnte Spritzwasser in den Ansaugbereich des Motors bringen, was schwere Schäden verursachen kann.

Wie tief ein Auto unbeschadet durch Wasser fahren kann, wird als Wattiefe bezeichnet. Das sind bei normalen Pkw und bei den meisten SUVs maximal 20 bis 40 Zentimeter, so der ADAC. Auch dann gilt, immer gemäßigt oder nur höchstens bis Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Es sei schwierig, eine Faustformel zu benennen, denn zu unterschiedlich seien die Wattiefenvorgaben der Hersteller und Modelle. "Ein guter Hinweis auf das Erreichen einer kritischen Höhe ist, wenn das Wasser bis unterhalb des Türschwellers reicht", so der Autoclub. Ab dieser Wassertiefe erzeuge das Fahrzeug eine regelrechte Bugwelle, die es vor sich herschiebt und sich seitlich ausbreitet.

Besonders vorsichtig ist man dort, wo Schlamm und Geröll über die Straße fließen. Hier kann der Boden so rutschig sein, dass schon eine leichte Strömung das Auto von der Fahrbahn zieht.

Besonders besonnen mit Motorrad, Anhänger und Co.

Die Fahrtipps gelten im Grunde auch fürs Motorrad. Biker halten sich nach Möglichkeit eher mittig auf der Fahrbahn. Das bringt laut ADAC beidseitig mehr Spielraum fürs Lenken. Auf flatternde Bekleidung verzichten sie besser und stellen Kleidung möglichst körpernah ein. Tankrucksäcke, Koffer oder Gepäckrollen erhöhen die Angriffsfläche.

Auch Fahrzeuge wie Wohnmobile und Lieferwagen sind windempfindlicher. Schlimmstenfalls könnten sie sogar umkippen, so der ADAC. Das gilt auch für Anhänger-Gespanne: "Wer merkt, dass der Anhänger unruhig wird, sollte sofort Tempo rausnehmen und unter Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs bremsen", sagt Lucà. Das kann stabilisieren.

So verhalten Sie sich bei Schäden am Auto

Hat das Auto beim Unwetter gelitten, ist das ein Fall für die Kaskoversicherung. Daneben kommt die Teilkasko auch für Schäden wie etwa Blitzschlag, Brand, Hagel oder Überschwemmung auf. Manche Anbieter definieren Sturm zwar erst ab einer gewissen Stärke, meist ab Windstärke acht. Doch in der Praxis gibt es auch darunter in der Regel kaum entsprechende Schäden.

Wer einen Schaden am Auto feststellt, fotografiert diesen am besten. Weitere Beschädigungen müssen verhindert werden. So ist eine zerbrochene Scheibe mit Folie abzukleben, damit nicht auch noch Regen ins Auto kommt. Eine Vollkaskoversicherung deckt unter anderem auch selbst verursachte Schäden ab, auch die Windstärke spielt keine Rolle mehr.

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Je nach Vertrag und Höhe des Schadens zahlt die Kaskoversicherung die Kosten der Reparatur oder den Neu- oder Wiederbeschaffungswert. Bei einer Vollkaskoversicherung wird der Kunde nur nach einem selbst verschuldeten Schaden in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. (dpa)

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