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Deutschland & Welt

Unwetter setzt Landshut unter Wasser

In weiten Teilen Bayerns haben heftige Gewitter gewütet. Landshuts Altstadt stand zeitweise unter Wasser. Auch der Bahnverkehr war betroffen.

Ein Auto fährt durch eine überflutete Straße
Ein Auto fährt durch eine überflutete Straße © Alexander Forstreuter/Photography Alex Forstreuter

Heftige Unwetter sind am Dienstag erneut über Bayern gezogen und haben auch den Bahnverkehr beeinträchtigt. In Landshut stand in Teilen der Stadt das Wasser in den Straßen, Sturzbäche gingen nieder. Zahlreiche Bäume stürzten um, Keller liefen voll. Bei der Landshuter Feuerwehr gingen mehr als 600 Notrufe ein, wie ein Sprecher der Integrierten Leitstelle am Abend erklärte. Berichte über verletzte Personen gab es aus ganz Bayern zunächst nicht.

Zum Anpfiff des EM-Fußballspiels Deutschland gegen England waren Starkregen, Blitz und Donner über die Stadt gezogen, sagte ein Polizeisprecher. Sturzbäche bildeten sich auf den Straßen, Autos wurden weggeschwemmt, aus den Gullydeckeln sprudelte das Wasser, das die Kanalisation nicht mehr aufnehmen konnte. Es stürzten Bäume um, Keller liefen voll, das Wasser beschädigte Stromkästen und Öltanks, wie Mirko Olzem von der Integrierten Leitstelle sagte. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. "Das war ein Unwetter, wie es nur alle fünf bis zehn Jahre vorkommt", ergänzte er.

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Große Wassermassen seien innerhalb kürzester Zeit über Landshut niedergegangen. Zwischen 17.30 Uhr und 20.45 sind Feuerwehr und Rettungsdienst nach Angaben der Leitstelle zu knapp 650 Einsätzen ausgerückt. Später seien nur noch einzelne dazugekommen. Viele werden das Ausmaß der Schäden erst am Morgen erkennen, wie Olzem sagte. Im Jahr 2016 habe es ein ähnliches Unwetter in der Ortschaft Essenbach in der Nähe von Landshut gegeben.

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen auf einer durch ein Unwetter überfluteten Straße in Breuberg im Odenwald.
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen auf einer durch ein Unwetter überfluteten Straße in Breuberg im Odenwald. © Alexander Keutz/Keutz TV-NEWS/dpa

Ein Sprecher der Polizei im oberbayerischen Rosenheim berichtete von auf Straßen und Autos gestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern. Die Feuerwehr in München verzeichnete nach eigenen Angaben bis zum Abend rund 75 Einsätze. Es seien Keller und Unterführungen vollgelaufen. Starker Wind habe Äste abgebrochen, der Verkehr sei behindert worden.

Auch in der Oberpfalz wüteten die Sommergewitter. Die Leitstelle verzeichnete im gesamten Regierungsgebiet binnen weniger Stunden 200 Notrufe. Vor allem waren umgestürzte Bäume die Ursache. Auf der Bahnstrecke Regensburg-Ingolstadt fiel ein Baum auf die Oberleitung, ein Zug musste anhalten, die Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen, berichtete die Polizei. Im Kreis Neumarkt stürzte eine Stallung ein. Weder Menschen noch Tiere wurden verletzt. In Mantel (Kreis Neustadt an der Waldnaab) musste die Feuerwehr einen verletzten Habicht zum Tierarzt bringen.

In Lindau am Bodensee wurde die Anlage einer Gartenschau beschädigt, wie die Veranstalter mitteilten. Es knickten Äste von Bäumen ab, stürzten Bauzäune um und gingen Türen von Gewächshäusern zu Bruch. Die Schau sollte am Mittwoch wie geplant öffnen können.

Bahn stellt Verkehr in Bayern und Hessen ein

Im Bahnverkehr waren Verbindungen zwischen Stuttgart und München, Stuttgart und Nürnberg, zwischen Erfurt, Nürnberg und München, zwischen Fulda und München sowie zwischen Frankfurt (Main) und Passau betroffen. Sie seien vorübergehend eingestellt worden. Die Nachtzüge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) von und nach Amsterdam, Brüssel, Innsbruck und Wien fallen aus, wie die Bahn weiter mitteilte. Noch fahrende Fernzüge seien teilweise sehr voll. Dafür werde um Verständnis gebeten, hieß es. Reisende wurden gebeten, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung zu informieren.

Im bayerischen Regionalverkehr wurden mehrere Strecken gesperrt und der Zugverkehr eingestellt, darunter waren zum Beispiel die Strecken zwischen Landshut und Plattling (Landkreis Deggendorf), zwischen München und Buchloe (Landkreis Ostallgäu) und zwischen Nürnberg und Schwabach, wie es auf der Internetseite der Bahn hieß.

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Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor erklärt, von Südwesten her zögen bis in die Nacht zum Mittwoch weitere Unwetter über die Südhälfte des Freistaats. Im Alpenvorland drohten Hagelschauer mit Körnern bis zu fünf Zentimeter Durchmesser und Orkanböen bis zu 120 Stundenkilometer. In der Nacht zum Mittwoch würden die Gewitter langsam nach Nordosten abziehen, sagten die Meteorologen voraus. (dpa)

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