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Starkes Gewitter verursacht Überflutungen

Dienstagnacht zogen mehrere Regenschauer samt Gewitter über Mittelsachsen und Meißen. In Freiberg waren mehrere Straßen unter Wasser.

In Freiberg sorgte die Gewitterzelle am Dienstagabend für Starkregen und überflutete Straßen. Die Feuerwehr musste in der Bergstadt mehrmals ausrücken.
In Freiberg sorgte die Gewitterzelle am Dienstagabend für Starkregen und überflutete Straßen. Die Feuerwehr musste in der Bergstadt mehrmals ausrücken. © Marcel Schlenkrich

Mittelsachsen/Meißen. Starke Regenfälle haben in der Nacht zum Mittwoch für Behinderungen im Landkreis Mittelsachsen und Meißen gesorgt. Mehrere Straßen waren unter Wasser und somit nicht mehr befahrbar. Über andere zog eine Schlammlawine.

Wie ein Reporter berichtet, stand so unter anderem der Parkplatz Eherne Schlange in der Kreisstadt Freiberg vollkommen unter Wasser. Demnach standen dort knapp 50 Autos bis zur Fahrzeugtür unter Wasser.

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Einige Autos wurden durch die Wassermassen sogar verschoben und schrammten gegen andere parkende Pkws. Andere Autohalter fanden noch in der Nacht vollgelaufene Fußräume vor.

Freiberg verzeichnet höchsten Niederschlag in Sachsen

Die Feuerwehr befreite die Abläufe und ermöglichte somit ein geregeltes Ablaufen des gesammelten Wassers von der Straße. Reporterangaben zufolge waren die Feuerwehren aus Freiberg und den umliegenden Gemeinden im Einsatz - unter anderem im Freiberger Münzbachtal, wo mehrere Keller und Häuser unter Wasser standen.

Wie Polizeisprecherin Jana Ulbricht mitteilt, kam es zudem im Bereich der Beethovenstraße/Johann-Sebastian-Bach-Straße zu einer unterspülten Straße, in deren Folge sich die Fahrbahn absenkte und ein Loch bildete. "Im Bereich der Hüttenstraße kam es zu einem Erdrutsch aus Dreck und Steinen, wodurch die Straße zu diesem Zeitpunkt nur schwer passierbar war", so Ulbricht.

Autos stehen auf einem überfluteten Parkplatz.
Autos stehen auf einem überfluteten Parkplatz. © privat
Einige Pkw wurden durch die Wassermassen verschoben und sind gegen andere Autos gekracht.
Einige Pkw wurden durch die Wassermassen verschoben und sind gegen andere Autos gekracht. © dpa
Das Wasser stand auf den Parkplätzen so hoch, dass das Wasser sich auch den Weg in das Fahrzeug suchte.
Das Wasser stand auf den Parkplätzen so hoch, dass das Wasser sich auch den Weg in das Fahrzeug suchte. © Marcel Schlenkrich

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwochmorgen berichtet, regnete es in der mittelsächsischen Bergstadt innerhalb der vergangenen 24 Stunden knapp 44,4 Liter pro Quadratmeter. Sie ist damit der Ort im Freistaat, an dem der DWD den höchsten Niederschlag gemessen hatte.

Ein ganz anderes Bild zeigte sich am Dienstagabend in der Region Döbeln. Ab 21.30 Uhr zogen mehrere Gewitterzellen über die Städte Döbeln, Hartha und Ostrau. Entlang der A14 zeigte sich ein Lichtspiel mehrerer Blitze, die zum Teil bis auf den Erdboden reichten. Niederschlag gab es hingegen kaum.

Auf Anfrage erklärte Sprecherin Jana Ulbricht, dass es für den Bereich Döbeln bei der Polizei keine unwetterbedingten Meldungen eingegangen seien. Für den Landkreis Mittelsachsen gingen neun Meldungen bei der Polizei ein. Besonders stark traf es die Region Freiberg.

Mulde in Mahlitzsch bei Nossen kurz vor Alarmstufe 1

Dennoch erhöhte sich kurzzeitig auch der Pegel der Mulde. Das Landeshochwasserzentrum gab am späten Dienstagabend gegen 23 Uhr eine Hochwasserwarnung für den Fluss heraus, die am Mittwochmorgen wieder aufgehoben wurde. Betroffen war jedoch vor allem der südliche Teil im Erzgebirge.

Der Pegel in Mahlitzsch bei Döbeln hatte in der Nacht gegen 2 Uhr einen Pegelhöchststand bei 1,86 Metern. Das entspricht nach Angaben des Landeshochwasserzentrums etwa einem "mittlerer hohen" Wert. Ab 1,90 Meter hätte die Zentrale des Freistaats automatisch die Alarmstufe 1 für die Mulde ausgerufen.

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Die Mulde in Leisnig und die Zschopau an der Talsperre Kriebstein hatten nur leichte, kurzzeitige Pegelsteigungen. Die Grenze zur ersten Alarmstufe wurde auch dort nicht erreicht.

Schlammlawine auf der B6 zwischen Meißen und Dresden

Im benachbarten Landkreis Meißen kamen im Vergleich in Heyda bei Riesa etwa 36,7 Liter Regen sowie in Nossen 35,8 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb 24 Stunden herunter. Dennoch hielten sich auch dort die Schäden in Grenzen. Nach Angaben der Polizei sei lediglich die Bundesstraße 6 zwischen Dresden und Meißen leicht überflutet gewesen.

Dort löste sich eine Schlammlawine mit Geröll und Holz. Ein Autofahrer konnte nicht schnell genug reagieren und verunglückte. Der Unterboden des Fahrzeugs wurde ersten Angaben zufolge zerstört, der Fahrer blieb unverletzt. Die Feuerwehr säuberte die Fahrbahn.

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Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit aktuellen Informationen zu den Pegelständen sowie weiteren Angaben der Polizei gegen 14.20 Uhr aktualisiert.

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