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Weiße Weihnachten: Sachsen zählt zu den Verlierern

Weiße Weihnachten in Sachsen? Die Chance auf ausreichend Schnee zu den Feiertagen ist im Elbtal von Dresden bis Riesa verschwindend gering geworden.

Von Stephan Schön
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Winter in Sachsen. Den gibt es durchaus, aber zu Weihnachten? Da schwinden die Chancen.
Winter in Sachsen. Den gibt es durchaus, aber zu Weihnachten? Da schwinden die Chancen. © Uwe Soeder

Weiße Weihnachten werden in den meisten Regionen Deutschlands immer seltener. Stärker als viele andere Regionen trifft es aber das Elbtal von Dresden stromabwärts bis Riesa. Das geht aus einer an diesem Mittwoch veröffentlichten Klima-Analyse des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor. „Das ist nicht überraschend. Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen vertreibt die romantischen Weißen Weihnachten Schritt für Schritt aus Deutschland“, kommentiert DWD-Sprecher Uwe Kirsche.

Ein Vergleich der Jahre 1961-1990 und 1991-2020 zeige, dass die Chance auf Weiße Weihnachten mit einer Schneedecke an allen drei Tagen im Mittel von Deutschland um 13 Prozent zurückgegangen ist. In einigen Regionen sogar noch deutlich mehr bis zu 44 Prozent. Besonders betroffen ist vor allem der Süden von Deutschland. Hier gab es noch vor wenigen Jahrzehnten fast jedes zweite Jahr Schnee, nun nur noch jedes dritte bis vierte Jahr.

Die so schon seltene Weiße Weihnacht in Sachsen wird noch seltener. Im sächsischen Tiefland gab es in den sechziger bis neunziger Jahren etwa jedes dritte Jahr noch eine geschlossene Schneedecke zu den Feiertagen. Die Chance dazu ist seitdem erheblich geschmolzen, aber unterschiedlich stark. Verlierer der Weißen Weihnacht ist vor allem das Elbtal mit minus 30 Prozent. Nur jedes zehnte Jahr etwa passen Schnee und Weihnachten zusammen.

Drei Tage Schnee zu Weihnachten, das gibt es im Elbtal nur etwa alle zehn Jahre. Besser dran sind weite Teile der Oberlausitz, dort ist Weiße Weihnachten etwa alle fünf Jahre. Im Zittauer Gebirge etwa jedes zweite Jahr und nahezu regelmäßig im Erzgebirge.
Drei Tage Schnee zu Weihnachten, das gibt es im Elbtal nur etwa alle zehn Jahre. Besser dran sind weite Teile der Oberlausitz, dort ist Weiße Weihnachten etwa alle fünf Jahre. Im Zittauer Gebirge etwa jedes zweite Jahr und nahezu regelmäßig im Erzgebirge. © Deutscher Wetterdienst, DWD

Weiße Weihnachten: Noch kein Trend erkennbar

Beispielhaft hat der DWD für sieben Städte in Deutschland den Rückgang der Wahrscheinlichkeit Weiße Weihnachten aktuell berechnet: Berlin -10, Hamburg -10, Leipzig -4, Köln -7, Frankfurt -12, München -19 und Freiburg -12 Prozent. "Obwohl der Trend eindeutig ist, lässt die Variabilität des Klimas aber jedes Jahr wieder die Hoffnung auf eine Ausnahme zu", sagt Uwe Kirsche.

Wie es in diesem Jahr mit dem Schnee wird, das können aber selbst die Supercomputer des DWD derzeit noch nicht sehen. Frühestens zehn Tage vor Weihnachten lässt sich dann abschätzen, ob Schnee fällt und vor allem liegen bleibt.