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Eine Woche Hitze in Sachsen, dann folgen Gewitter

Ungewöhnlich trocken-heiße Luft bringt früh im Jahr schon die höchste Waldbrandgefahr. Und dieses Wetter macht die Borkenkäfer aktiv wie nie.

Der Hitzewelle folgt die Gewitterfront.
Der Hitzewelle folgt die Gewitterfront. © Bernd März

Dresden. Die erste große Hitzewelle dieses Jahres erreicht Sachsen jetzt mit voller Wucht. Sie wird hier heftiger sein als in den meisten Regionen Deutschlands, und sie bleibt auch länger. Das zeigen die Rechenmodelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in ihren Prognosen vom Dienstag. Ostsachsen und die Lausitz bis nach Brandenburg heizen sich besonders auf.

Am Donnerstag werden die 30 Grad überschritten, die Tage darauf sind 35 Grad drin, sagt Florian Engelmann vom DWD in Leipzig. Solch hohe Temperaturen im Juni seien nicht ungewöhnlich, eine Hitzewelle dieser Art aber schon. „Das kommt nur alle paar Jahre einmal vor.“ Trotz des nassen Frühjahrs haben viele Flüsse schon wieder Niedrigwasser. 15 Prozent der sächsischen Flusspegel zeigen dies an. Weitere 24 Prozent gehen straff auf Niedrigwasser zu.

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Kräftige Gewitter drohen

Anders als im restlichen Deutschland strömt in Sachsen derzeit sehr trockene heiße Luft aus Südosten am Boden heran. Der Westen der Republik indes bekommt in dieser Zeit feucht-heiße Sahara-Luft in großer Höhe mit viel Mittelmeerwasser. Erst zum Sonnabend und vor allem am Sonntag wird sich diese feuchte Höhenluft bis in den Osten Sachsens durchsetzen. „Dann drohen regional richtig starke Gewitter“, sagt Engelmann. Die gute Nachricht dabei: Für Tornados fehlen einige Zutaten.

Allerdings können sich in der heraufziehenden Situation starke Downbursts bilden, das sind Fallwinde in Gewitterzellen. Sie entstehen immer dann, wenn viel Wasser und Hagel durch trocken-heiße Luft hindurch nach unten fallen. Die sich dann rasch abgekühlte Luft rast nach unten, trifft dort auf und erzeugt am Boden Windspitzen von bis zu 200 Stundenkilometern. Die Schäden sind ähnlich denen von Tornados.

Vergangenen Donnerstag hatte ein solcher Fallwind Oschatz getroffen mit 102 Stundenkilometern. Wie aus dem Nichts in der sonst windstillen Umgebung, berichtet Florian Engelmann im SZ-Wettergespräch.

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Waldbrandgefahr und Borkenkäfer-Invasion

Die Hitzewelle endet für Sachsen wahrscheinlich am Montag, spätestens Dienstag. Die Kaltfront mit einer Gewitterlinie zieht dann über Sachsen. Kalt ist aber nicht wirklich kalt mit immer noch 20 bis 25 Grad.

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Drei heiße und trockene Tage reichten aber, um die Waldbrandgefahr auf die höchste Stufe zu treiben. Bereits am Donnerstag könnte dies im Norden Sachsens der Fall sein. Im restlichen Land wird weitgehend die Stufe 4 erwartet. Die Wärme und die Trockenheit lassen derzeit die Borkenkäfer ausschwärmen. Sie sind so aktiv wie noch nie in diesem Jahr. An 75 Prozent der sächsischen Fallenstandorte wurden in einer Woche die bislang höchsten Fangzahlen dieses Jahres registriert, teilte Sachsenforst mit. Vor allem betroffen sei Mittelsachsen und das Oberlausitzer Bergland.

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