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Deutschland & Welt

Sachsen hatte den kältesten Frühling

Sieben Jahre lang war der April zu warm. In diesem Jahr gab es nun das andere Extrem. Reicht der Regen, um die Dürrejahre auszugleichen?

Typisch sächsisch in diesem Frühjahr: Regenwolken über einem Feld in Nordsachsen. Wechselhaft, nass und kalt.
Typisch sächsisch in diesem Frühjahr: Regenwolken über einem Feld in Nordsachsen. Wechselhaft, nass und kalt. © Sebastian Willnow/dpa

Dresden. Der meteorologische Sommer beginnt am Dienstag standesgemäß mit 20 Grad. Der Frühling davor indes war rekordmäßig kalt. Solch niedrige Temperaturen wie 2021 gab es in den letzten 30 Jahren nur dreimal. Das geht aus den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit seinen rund 2.000 Messstationen hervor. Mit dem kühlen Frühjahr endet eine seit 2013 andauernde Serie viel zu warmer Jahreszeiten.

Wäre der März nicht so mild gewesen, es hätte Kälterekorde für den Frühling gegeben. Der April war in Deutschland so kalt wie 40 Jahre nicht mehr. Und der Mai war ebenfalls der kälteste seit 2010. Arktische Luft und kühle, feuchte Strömungen vom Atlantik bestimmten das Wetter. Für einen Tornado hat es dann aber in Nordrhein-Westfalen trotzdem gereicht.

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Die DWD-Wetterstationen meldeten für diesen Mai eine ungewöhnlich große Temperaturspanne. Die reichte von -4,5 Grad bis hinauf zu 31,3 Grad. In Sachsen kamen solch sommerliche Temperaturen im Mai nicht an. Ganz im Gegenteil: Von allen Bundesländern hatte Sachsen den kältesten Frühling ganz Deutschlands.

In den meisten Regionen trotzdem zu trocken

Für die Meteorologen ist es indes eher ein ausgeglichener Frühjahrs-Mix von Regen und Sonne. Das gab es so seit Jahren nicht. Die Sonnenstunden mit immerhin 465 liegen für Sachsen genau im statistischen Mittel. Der Regen mit 170 Litern je Quadratmeter auch. Für die Wälder und für die Landwirtschaft ist das seit 2013 so ziemlich das Beste.

Aber die Dürre in den tiefen Bodenschichten indes bleibt. Der stark gefallene Grundwasserspiegel ebenso. Um das zu ändern, dafür reicht ein verregnetes Frühjahr nicht. Seit November 2017 fehlt fast ein ganzer Jahresniederschlag.

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Während es in Sachsen vergleichsweise normal zuging, in den meisten Regionen Deutschland blieb es zu trocken. Zum achten Mal in Folge. Erheblich zu trocken verlief die Jahreszeit vor allem im Lee des Harzes, in dem Thüringer Becken und der Uckermark, wo regional weniger als 75 l/m² zustande kamen.

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