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Jetzt kommt der Frühling schlagartig nach Sachsen

Um fast 40 Grad steigt die Temperatur in den nächsten Tagen: von Minus 20 auf Plus 20 Grad. Das hat Folgen für Boden, Flüsse und Pflanzen in Sachsen.

Das Kronentor im Frühling und im Winter - diese beiden Fotos würden sich so im Februar 2021 schießen lassen.
Das Kronentor im Frühling und im Winter - diese beiden Fotos würden sich so im Februar 2021 schießen lassen. © imago

Das war’s. Keine Eiszapfen mehr an der Dachrinne. Kein Schneehaufen vorm Haus. Kein Eis mehr unter der Sohle. Das Schauspiel eines weit verschneiten Landes muss jetzt wahrscheinlich bis nächsten Winter warten. Es gibt einen Temperatursprung von 40 Grad innerhalb weniger Tage.

Wurden vor zwei Tagen noch Rekordwerte der Temperatur im Minusbereich gemessen, so geht es kommende Woche genau in die andere Richtung. Von -20 Grad rauf auf fast plus 20 Grad. Dabei sind solche eiskalten Temperaturen im Februar deutlich unüblicher als solch warme Temperaturen. In Dresden Strehlen liegt der bisherige Temperaturrekord für Februar bei 20,8 Grad im Jahr 2008.

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Dem Grundwasser hilft es wenig

Die heiße Luft aus Afrika gelangt als starke Höhenströmung über das Mittelmeer, Spanien und Frankreich bis zu uns. Am Boden macht das zum Wochenende dann im Tiefland warme 15 Grad aus, sagt Sebastian Balders vom DWD in Leipzig der SZ. „Wenn sich zum Wochenende diese Warmluft über Deutschland einnistet, ist trockenes Wetter zu erwarten.“ Ein satter Februarfrühling zieht landesweit ein. Statt Schneeflocken und Eiskristallen sind dann Pollen in der Luft: Erle und Hasel warten schon auf ihren großen Auftritt zum Wochenende hin.

Die Vegetation dürfte aus dem vielen Schnee, der nun schmilzt, ihren Nutzen ziehen. „Unter dem Schnee ist der Boden nicht wirklich tief gefroren“, sagt Falk Böttcher, Agrarmeteorologe vom DWD in Leipzig im Gespräch mit der SZ. Das sei gut für das pflanzenverfügbare Wasser. Nach Monaten der Dürre im Boden füllt sich das Reservoir bis in eine Tiefe von etwa 60 Zentimetern, erklärt Böttcher dazu. Die Grundwasserspeicher indes wird das bisschen Schnee verglichen mit dem seit Jahren angewachsenen Defizit nicht auffüllen.

Wann kommt die Flut?

Aus dem am Dienstag veröffentlichten hydrologischen Bericht vom sächsischen Landesumweltamt geht hervor, dass die Schneeschmelze nun ziemlich rasch, aber in zwei Etappen beginnt. Zunächst im sächsischen Tiefland. Zum Wochenende erreicht sie auch das Bergland. Die Flüsse mit Quellen in tieferen und mittleren Lagen werden zuerst ansteigen. Unter anderem sind das die Nebenflüsse der mittleren Elbe, Schwarze Elster, Große Röder, Spree. Später folgen die Gewässer aus den Mittelgebirgen, wie Zwickauer, Freiberger und Vereinigte Mulde, Nebenflüsse der Oberen Elbe, Weiße Elster, Lausitzer Neiße.

Hochwasseralarm wie im März 2006 nach sehr viel mehr Schnee wird derzeit nicht erwartet. Im sächsischen Tiefland werden jetzt zwischen 10 und 20 Zentimeter Schnee dahinschmelzen. Danach folgt in den Mittelgebirgen die Schneedecke von jetzt noch 75 Zentimetern.

Jo-jo-Wetter setzt sich fort

Passend zum Tauwetter in Deutschland hat der Bund am Dienstag einen neuen digitalen Hochwasseratlas freigeschaltet. Dort können sich Fachleute und Bürger in Echtzeit über die Hochwassersituation ihrer Region informieren, teilt das Bundesamt Kartografie und Geodäsie mit.

Der digitale Atlas enthält Informationen zu den Pegelständen an Flüssen, Niederschlagsprognosen und auch Satellitendaten. Er ergänzt die bereits vorhandenen digitalen Angebote des Bundesamtes wie den Waldbrandatlas und den Dürreatlas. Geplant ist auch noch ein Hitzeatlas, alles kostenfrei nutzbar.

Die nächste große Hitzewelle in Sachsen hat jedoch etwas Zeit. Jetzt kommt erst einmal schlagartig der Frühling. Diese Temperaturschaukel von kalt nach warm nach kalt dauert nun schon seit Dezember, wenn auch nicht so krass wie derzeit. Prinzipiell stresst dieses Wetter-Jo-Jo den Körper ziemlich. Das biete den Viren, ganz gleich ob Grippe oder Corona, bessere Voraussetzungen. Schnell wechselnde Witterungsverhältnisse, so wie derzeit draußen, strapazieren die Schleimhäute zusätzlich. Die Zellen der oberen Atemwege werden dabei besonders empfänglich und bieten den Viren damit bessere Chancen.

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Das Jo-Jo-Wetter setzt sich jetzt vorerst fort. Allerdings nicht mehr mit Schnee und schon gar nicht so kalt wie eben. Wie Sebastian Balders vom DWD erklärt, bleiben die warmen südöstlichen Strömungen vorherrschend. Und als hätten das die ersten Störche irgendwie geahnt, sind die soeben in Brandenburg angekommen.

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