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SOE: Warnung vor hochexplosivem Wetter

Ein heftiges Gewitter ist am Sonntag über Teile des Landkreises gezogen. Besonders betroffen war die Stolpener Gegend. Und es ist noch nicht vorbei.

Wer Sonntagabend kurz an den Himmel schaute, ahnte wohl schon das Unwetterpotenzial. Das war aber wieder nur lokal begrenzt.
Wer Sonntagabend kurz an den Himmel schaute, ahnte wohl schon das Unwetterpotenzial. Das war aber wieder nur lokal begrenzt. © Marko Förster

Lokal begrenzte Unwetter möglich. Das hatte der Deutsche Wetterdienst für den Sonntagabend vorausgesagt. Und wer am Sonntagabend auch kurz einen Blick gen Himmel geschwenkt hatte, der ahnte wohl schon nichts Gutes.

Während es in Sebnitz nur mächtig blitzte, donnerte und regnete, wurde aus dem Raum Stolpen schon "Land unter" gemeldet. Aber in der Tat lokal begrenzt. Betroffen waren auch Teile von Neustadt und Hohnstein. Starker Regen, heftige Gewitter und auch Hagel hatte die Wetterfront im Gepäck. Tags darauf kann der Deutsche Wetterdienst noch keine Entspannung der Wetterlage vermelden. Immerhin würden aber die Unwetter weiterhin nur begrenzt auftreten.

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Hart getroffen hatte es den Landhof in Stolpen. Mitarbeiter versuchten das Wasser abzupumpen.
Hart getroffen hatte es den Landhof in Stolpen. Mitarbeiter versuchten das Wasser abzupumpen. © Marko Förster

Besonders heftig hatte es am Sonntag den Großraum Stolpen getroffen. Gegen 18.43 Uhr kam für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren von Stolpen, Rennersdorf-Neudörfel, Langenwolmsdorf und Helmsdorf die erste Einsatzalarmierung. Auf der Staatsstraße S160 waren wegen heftiger Sturmböen im Waldgebiet zwischen Wilschdorf und Rennersdorf-Neudörfel zwei Bäume umgestürzt und blockierten die Staatsstraße. Diese mussten beseitigt werden. Dass es nicht der einzige Einsatz bleiben wird, befürchteten die Kameraden bereits. Und so sollte es dann auch kommen. In Stolpen und Rennersdorf-Neudörfel waren hauptsächlich Keller voller Wasser gelaufen. Die Kameraden pumpten das Regenwasser wieder aus den Häusern.


Land unter am Stolpener Landhof

Insbesondere hatte es den Stolpener Landhof erwischt, einen landwirtschaftlichen Betrieb, direkt an der Staatsstraße S159 gelegen. Das Wasser schoss über die angrenzenden Felder praktisch von allen Seiten in die kleine Senke an der Einfahrt. In nur kurzer Zeit verwandelte die sich in einen kleinen See. Ein Durchlass durch die S159 schaffte es offenbar nicht, das Wasser abzuleiten. Letztlich staute sich das Wasser bis in die angrenzenden Wiesen und Felder. Die Mitarbeiter des Landhofes versuchten unter anderem mittels Pumpen und anderen Geräten das Wasser zu beseitigen. Vermutet wurde, dass der Durchlass durch die S159 verstopft war und zu wenig Wasser durchließ. Das Problem trat nicht zum ersten Mal auf.

Binnen kurzer Zeit verwandelte sich die Einfahrt und die angrenzende Wiese in einen Teich.
Binnen kurzer Zeit verwandelte sich die Einfahrt und die angrenzende Wiese in einen Teich. © Marko Förster

Die Freiwilligen Feuerwehren von Stolpen und Umgebung hatten aber nicht nur gegen die Wassermassen anzukämpfen. Zu allem Unglück hatte auch noch ein Blitz in einen Schuppen an der Alten Hauptstraße in Rennersdorf-Neudörfel eingeschlagen. Da unklar war, welches Ausmaß der Brand hatte, wurden weitere Kräfte aus Neustadt in Sachsen, Stürze, Heeselicht, Wilschdorf und Lauterbach angefordert. Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um einen Schwelbrand handelte, der mit einem Kleinlöschgerät - sprich Kübelspritze - gelöscht werden konnte. Bis in die Nacht waren die Kameraden mit der Beseitigung der Unwetterfolgen beschäftigt. Insgesamt 13 Einsätze wurden bis 22 Uhr gezählt. Rund 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

So geht es in den nächsten Tagen weiter

Nach den Wetterkapriolen startet die Woche in der Sächsischen Schweiz sommerlich. Bis zu 29 Grad warm kann es werden, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes sagte. Die nächtlichen Temperaturen sinken nicht unter 15 Grad. Allerdings nimmt damit im Laufe der Woche auch die schwüle Luft wieder zu. Und damit steigt dann auch das Gewitterrisiko weiter.

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Grund dafür ist eine Luftmassengrenze, die derzeit über Deutschland liegt. Tiefdruckgebiete saugen immer wieder warme Luft an und verdrängen diese aber bald wieder. Durch den Luftmassenwechsel können teils kräftige Gewitter entstehen. Die Konstellation ist nicht verlockend, sagt der Wetterexperte. Deshalb ist eine hochexplosive Wetterlage mit heftigem Starkregen sowie Hagel und Sturm laut DWD auch am Dienstag möglich, da sich der Schwerpunkt dann nach Osten verlagert. Erst am Wochenende könnte sich das Wetter wieder beruhigen. Hier sei Geduld gefragt. Unklar ist, ob sich dann das Sommerwetter durchsetzt. Da sind sich die verschiedenen Wettermodelle noch uneins.

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