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Wie ein Hurrikan unser Wetter beeinflusst

Der November war ungewöhnlich warm, fast sommerlich. Das könnte Auswirkungen auf das Wetter zu Neujahr haben.

Ein klein wenig Schnee hatte der November auch in Altenberg schon zu bieten. Doch gemessen daran, wie es in anderen Jahren mitunter zuging, war das fast nichts.
Ein klein wenig Schnee hatte der November auch in Altenberg schon zu bieten. Doch gemessen daran, wie es in anderen Jahren mitunter zuging, war das fast nichts. © Egbert Kamprath

Von Sebastian Wetzel und Norbert Märcz

Was für ein verrückter November: Der Wirbel des ehemaligen Hurrikans „Zeta“ transportierte warme Atlantikluft bis nach Sachsen. Am 2. November maßen die Thermometer 15 Grad Celsius in Zinnwald und bis zu 20,7 in Dohna! Fast wie ein Sommertag. Flächendeckend wurden an diesem Tag neue Allzeitrekorde für den November gemeldet.

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In den Folgetagen bildete sich eine Hochdruckbrücke. In dieser Zeit schien die Sonne nahezu ungehindert, die Temperaturen fielen auf novembertypische Werte - Regen fiel nicht. Die warme Höhenluft von Hoch „Ramesh“ ließ auf dem Erzgebirgskamm deutlich höhere Temperaturen zu als in den Tälern. Darum wurde hier erst am 8. die Monatshöchsttemperatur aufgezeichnet. Die Sicht war exzellent. In der zweiten Hälfte wechselten sich Sonne und Wolken ab. Zudem war nun Niederschlag häufig zu messen, jedoch nur in sehr geringen Mengen.

Erstmals am 21. meldete Zinnwald Schnee – wenn auch nur einen Zentimeter. Die letzten sechs Tage des Monats waren geprägt von kontinentalem Wetter. Ein ausgedehntes Hochdruckgebiet über Mittel- und Osteuropa führte zu Frost und anfangs Sonnenschein, bevor ab dem 29. auch im Tiefland der Winter minimalistisch „Hallo“ sagte. Am Morgen des 1. Dezember, welcher hydrologisch noch zum November gehört, setzte mäßiger Schneefall bis hinunter zur Elbe ein.

Die Durchschnittstemperaturen reichten von 2,6 Grad Celsius in Zinnwald bis zu 6,2 in Köttewitz. Die DWD-Bergstation in Zinnwald lag damit um 2,6 Kelvin über dem Mittel von 1961 bis 1990. Der Niederschlag wich ebenfalls erheblich vom Langzeitdurchschnitt ab. Dies bedeutet nicht nur zehn bis 20 Prozent vom Soll: Vielmehr war dies der dritttrockenste November seit über 130 Jahren. Schneeanteile wurden nur an zwei Tagen beobachtet, in Zinnwald an mageren sechs Tagen.

Auch die Tage mit Schneedecke auf dem Kamm fielen mit vier an der Zahl stark unterdurchschnittlich aus. Da Zinnwald oft über der Inversion lag, schien hier die Sonne 89 Stunden lang. Im Dohnaischen Müglitztal wurden 107 Stunden registriert. Nur 2011, 2003 und 1989 zeichneten die Instrumente mehr Sonnenschein um Dresden auf.

Einen hohen Monatsluftdruck von 1.025 Hektopascal oder mehr meldeten die Barometer letztmals 1978. Das führte in der Folge zu einem Wetterphänomen in der Neujahrsnacht 1979, an das sich viele Wetterkenner noch gut erinnern: Es wurde eisig kalt. Die Temperaturen in Zinnwald fielen auf minus 25 Grad Celsius. Ob das zum Jahreswechsel wieder passiert?

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